Masterarbeit, 2021
64 Seiten, Note: Second Class upper Division 1,7
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Theoretische Grundlagen: Emotionsregulation und Klopftechniken
1.1. Definitionen
1.2. Klopftechniken: Vorgehensweise und Wirkhypothesen
1.2.1. Emotional Freedom Techniques
1.2.2. Prozess- und Embodimentfocussierte Psychologie
1.3. Wirkung der Klopftechniken
1.4. Zusammenfassung
2. Emotionsregulation bei Essstörungen: Stand der Forschung
2.1. Physiologische Aspekte von Nahrungsaufnahme und Essverhalten
2.2. Psychologische Besonderheiten der Emotionsregulation bei Essstörungen
2.3. Interventionsstrategien zur Emotionsregulation
2.4. Neuronale Aktivierungsmuster bei food-craving
2.5. Zusammenfassung
3. Klopftechniken bei food-craving im Rahmen von Essstörungen
3.1. Studien zu Klopftechniken bei food-craving
3.2. Kritische Würdigung
4. Beantwortung der Forschungsfragen
4.1. Können Klopftechniken Emotionsregulation bewirken?
4.2. Welche Rolle spielt Emotionsregulation bei food-craving?
4.3. Wie wirksam sind Klopftechniken bei food-craving?
4.4. Klopftechniken als sinnvolle Ergänzung der Behandlung von Essstörungen?
4.5. Zukünftige Forschungsfragen
4.6. Limitationen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Klopftechniken als bifokal-multisensorische Verfahren zur Emotionsregulation bei Essstörungen. Ziel ist es zu klären, ob diese Methoden eine effektive und sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden psychotherapeutischen Behandlungsansätzen darstellen, insbesondere im Hinblick auf die Reduktion von food-craving.
1.2. Klopftechniken: Vorgehensweise und Wirkhypothesen
Die Entwicklung der Klopftechniken (dargestellt nach: Bohne, 2021) begann mit dem Beklopfen von Akupunkturpunkten zur Behandlung körperlicher Beschwerden und Stress durch Goodheart. Er strebte eine somatische Verarbeitung psychischer Reize an, für die er die Anfangs- und Endpunkte der Energiebahnen (Meridiane) aus der traditionellen chinesischen Medizin nutzte. Die Integration dieser Klopfakupressur in psychotherapeutische Verfahren erfolgte durch Callahan und Diamond, die ein sehr genaues Protokoll in Art und Reihenfolge der zu stimulierenden Punkte sowie deren Zuordnung zu bestimmten Symptomen entwickelten. Die so entstandene Vorgehensweise wurde unter dem Begriff Thought-Field-Therapy (TFT) vermittelt (Callahan, 1985). Später entwickelten sich Varianten, die auf Veränderungen im Ablauf basieren. Bedeutsam erscheint davon die Variante von Gallo. Dieser integrierte die Arbeit an dysfunktionalen Kognitionen und unbewusster Abwehr in das bisherige System und nannte seinen Ansatz Energy Diagnostic and Treatment Methods (EDxTM); für eine aktuelle Darstellung siehe Gallo, 2005, pp.147-170.
Gemeinsam ist den Klopftechniken ein einfaches, stark strukturiertes Vorgehensmodell: Sie lassen Patientinnen und Patienten eine rhythmische Selbstberührung an festgelegten Akupunktur- bzw. Akupressurpunkten durchführen, während Stress, Angst, Ärger, Hilflosigkeit oder andere unangenehme Gefühle wie Scham, Ekel etc. aktuell auftreten oder fokussierend aufgerufen und imaginiert werden. Dazu kommen laut auszusprechende Selbstakzeptanzaffirmationen in Verbindung mit multiplen bilateralen Stimulationen.
1. Theoretische Grundlagen: Emotionsregulation und Klopftechniken: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Emotionen und Emotionsregulation erarbeitet sowie die Entstehung und das Vorgehen verschiedener Klopftechniken wie EFT und PEP erläutert.
2. Emotionsregulation bei Essstörungen: Stand der Forschung: Hier wird der Zusammenhang zwischen pathologischem Essverhalten und Emotionsregulation untersucht, wobei Essstörungen als maladaptive Strategie zur Emotionsregulation eingeordnet werden.
3. Klopftechniken bei food-craving im Rahmen von Essstörungen: Das Kapitel bietet eine Übersicht und kritische Würdigung der vorhandenen randomisiert-kontrollierten Studien zur Anwendung von Klopftechniken bei food-craving.
4. Beantwortung der Forschungsfragen: Die Ergebnisse aus der Literaturrecherche werden diskutiert, um die Forschungsfragen zur Wirksamkeit der Klopftechniken, deren Rolle bei food-craving und die Eignung als Behandlungsergänzung zu beantworten.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Klopftechniken als eigenständiger, wahrscheinlich wirksamer bottom-up Ansatz gelten können, jedoch weitere groß angelegte Forschung zur endgültigen Evidenzbildung notwendig ist.
Klopftechniken, Emotional Freedom Techniques (EFT), Prozess- und Embodimentfocussierte Psychologie (PEP), Emotionsregulation, Essstörungen, food-craving, bifokal-multisensorische Stimulation, Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Selbstwirksamkeit, neuronale Plastizität, Stressregulation, Adipositas, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Anwendung von Klopftechniken, auch bekannt als bifokal-multisensorische Stimulation, zur Regulation von Emotionen bei Essstörungen und food-craving.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Emotionsregulation, die spezifische psychologische Situation bei Essstörungen, die neurobiologischen Wirkhypothesen der Klopftechniken und die empirische Evidenzlage dieser Techniken.
Die Arbeit untersucht, ob Klopftechniken eine Emotionsregulation bewirken können, welche Rolle diese bei food-craving spielt und ob sie eine sinnvolle Ergänzung in der Behandlung von Essstörungen darstellen.
Methodisch wurde ein Literatur-Review durchgeführt, bei dem randomisiert-kontrollierte Studien und weitere einschlägige wissenschaftliche Publikationen identifiziert und anhand der CASP-Kriterien kritisch analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Darstellung der aktuellen Forschungslage zu Emotionsregulation bei Essstörungen sowie eine detaillierte Auswertung und kritische Würdigung von neun spezifischen Studien zur Wirksamkeit von Klopftechniken bei food-craving.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Klopftechniken, EFT, PEP, Emotionsregulation, Essstörungen, food-craving und die neurobiologische Wirkweise.
Die Prozess- und Embodimentfocussierte Psychologie (PEP) verzichtet im Gegensatz zur klassischen EFT auf energetische Erklärungsmodelle und integriert verstärkt psychotherapeutische Standards sowie körperorientierte Ansätze zur Bearbeitung von Lösungsblockaden.
Food-craving wird als ein zentrales, subjektiv unabwendbares Verlangen nach Nahrung verstanden, das bei Essstörungen wie Bulimia nervosa und der Binge-Eating-Störung eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Störung spielt und als Ansatzpunkt für die untersuchten Interventionen dient.
Die Arbeit sieht Klopftechniken nicht als Ersatz, sondern als eine potenzielle, niederschwellige Ergänzung und Bereicherung der etablierten, kognitiv orientierten psychotherapeutischen Verfahren an.
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