Magisterarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
1. Verlauf, Volumen und Struktur der Zuwanderung der Flüchtlinge und Vertriebenen von Ost nach West
2. Die Besatzungszeit 1945 – 1949
2.1 Amerikanische Besatzungszone am Beispiel Bayerns
2.2 Britische Besatzungszone am Beispiel Niedersachsens
2.3 Sowjetische Besatzungszone (SBZ)
2.4 Französische Besatzungszone
3. Bundesrepublik und DDR von 1949 bis 1952
3.1 Bundesrepublik Deutschland
3.2 DDR
4. Vergleichende Zusammenfassung
5. Schluss
6. Bibliographie
6.1 Quellen
6.2 Literatur
6.3 Internetliteratur
Die vorliegende Arbeit untersucht die administrativen und politischen Maßnahmen der Besatzungsmächte sowie der beiden deutschen Nachkriegsstaaten bei der Aufnahme und Integration von rund 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen zwischen 1945 und 1952. Dabei liegt der Fokus auf der Gegenüberstellung unterschiedlicher Verwaltungsstrukturen und Integrationsstrategien in den verschiedenen Besatzungszonen und den daraus entstandenen deutschen Staaten.
2.1 Amerikanische Besatzungszone am Beispiel Bayerns
Folgt man den Werken von Sylvia Schraut, so lässt sich der Umgang der amerikanischen Besatzer mit der Flüchtlingsproblematik auf einen Satz zusammenbringen: „Make the Germans do it“. Diese Aussage muss allerdings relativiert werden, wie es in ihrer Arbeit später auch geschieht. Als Garant und Interpret der Potsdamer Beschlüsse behielten sich selbstverständlich alle Besatzungsmächte die Regelung Zonenübergreifender als auch interner Belange vor. Grundsätzlich, so kann man festhalten, fußte die zoneninterne amerikanische Flüchtlingspolitik allerdings auf der Prämisse, sich nach Möglichkeit nicht in die deutschen Verwaltungsabläufe einzumischen.
Dem 1945 beschlossenen Ausweisungsplan nach, sollten knapp 7 Millionen Volks- und Reichsdeutsche im Verlauf des Jahres 1946 zwangsumgesiedelt werden. Die Amerikaner versprachen davon 2,25 Millionen Menschen aufzunehmen. Der Anteil der in Bayern aufzunehmenden Flüchtlinge lag bei ca. 1,9 Millionen (Stand 1950).
Vor dem Beginn der ausländischen Ausweisungstransporte sollten allerdings die schon in Deutschland befindlichen Evakuierten/Flüchtlinge in ihr Herkunftsgebiet, sofern es innerhalb der vier Besatzungszonen lag, zurückkehren. Für diese zonenübergreifenden Wanderungsbewegungen plante man einen Kopf-pro-Kopf Austausch. Dies alles wurde am grünen Tisch zwischen allen Besatzungsmächten beschlossen und schien innerhalb weniger Wochen durchführbar. Eine weitere Planung wurde erst in Gang gebracht, als die amerikanischen Transportexperten, die mit der Durchführung der Umsiedlungsmaßnahmen betreut wurden daraufhin wiesen, dass es keinerlei Planungen gebe, wie mit den Flüchtlingen, wenn sie denn erstmal in der amerikanischen Besatzungszone angekommen wären, zu verfahren sei. Nach welchem Schlüssel sie zum Beispiel auf das Land verteilt werden sollten. Diese mangelhafte Planung im Vorfeld sollte die amerikanische Besatzungsmacht mehrfach vor Probleme stellen. Durch dieses Versäumnis ist die amerikanische Flüchtlingspolitik häufig davon gekennzeichnet auf direkt anstehende Probleme zu reagieren und keine im Vorfeld gründlich erarbeite Richtlinien an die Dienstellen herausgegeben zu haben.
Einleitung: Diese führt in die Thematik der Flucht und Vertreibung nach 1945 ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit zur Untersuchung der Integrationsmaßnahmen.
1. Verlauf, Volumen und Struktur der Zuwanderung der Flüchtlinge und Vertriebenen von Ost nach West: Dieses Kapitel skizziert die drei Phasen der Fluchtbewegungen bis zur Potsdamer Konferenz und deren internationale Rahmenbedingungen.
2. Die Besatzungszeit 1945 – 1949: Hier werden die administrativen Ansätze und Herausforderungen der Besatzungsmächte in ihren jeweiligen Zonen bei der Flüchtlingsaufnahme und Verteilung detailliert dargestellt.
2.1 Amerikanische Besatzungszone am Beispiel Bayerns: Untersuchung der spezifischen US-Besatzungspolitik, der Flüchtlingsverwaltung und der Schwierigkeiten bei der sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung.
2.2 Britische Besatzungszone am Beispiel Niedersachsens: Analyse des britischen Vorgehens, der bürokratischen Strukturen und der Problematik des Wohnraummangels in dieser Zone.
2.3 Sowjetische Besatzungszone (SBZ): Betrachtung der Sonderrolle der SBZ, der zentralistischen Verwaltung durch die ZVU und der spezifischen Bodenreform-Politik.
2.4 Französische Besatzungszone: Darstellung der restriktiven französischen Politik, die sich bis 1949 weitgehend gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stemmte.
3. Bundesrepublik und DDR von 1949 bis 1952: Kapitel über die Etablierung staatlicher Strukturen und die unterschiedlichen Wege zur Lösung der Flüchtlingsfrage in den zwei deutschen Staaten.
3.1 Bundesrepublik Deutschland: Behandlung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wie des Notaufnahmegesetzes und des Lastenausgleichsgesetzes zur Integration der Vertriebenen.
3.2 DDR: Untersuchung der SED-Politik, die zur Tabuisierung des Begriffs "Flüchtling" und zu einer scheinbaren Integration über sozialistische Arbeitsmarktprogramme führte.
4. Vergleichende Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die Gemeinsamkeiten und signifikante Unterschiede in der Integrationspolitik von Ost- und Westdeutschland gegenüberstellt.
5. Schluss: Abschließende Reflexion über die erreichten Integrationsziele und das begrenzte Potenzial der durchgeführten Maßnahmen im betrachteten Zeitraum.
6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Quellen, Sekundärliteratur und Internetressourcen.
Flüchtlinge, Vertriebene, Nachkriegszeit, Integration, Besatzungszonen, Bodenreform, Lastenausgleich, Wohnraumgesetz, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Umsiedler, Notaufnahmegesetz, Flüchtlingsverwaltung, Sozialpolitik, Migration
Die Arbeit analysiert die staatlichen und administrativen Maßnahmen zur Aufnahme und Eingliederung von 12,5 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in das Nachkriegsdeutschland zwischen 1945 und 1952.
Zu den Schwerpunkten zählen die Verwaltung der Flüchtlingsströme, die Zuweisung von Wohnraum, Bodenreformen, die politische Partizipation sowie der wirtschaftliche Integrationsprozess in den verschiedenen Besatzungszonen.
Es wird untersucht, wie unterschiedlich die Besatzungsmächte und die daraus entstehenden deutschen Staaten (BRD und DDR) mit der Herausforderung der Flüchtlingsaufnahme umgingen und welche Verwaltungsstrukturen dabei zum Einsatz kamen.
Der Autor nutzt eine historische Analyse von Primärquellen, Verwaltungsberichten und einschlägiger Fachliteratur, um die Entwicklung der Integrationspolitik chronologisch und vergleichend darzustellen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vorgehensweise der Amerikaner, Briten, Sowjets und Franzosen in ihren Zonen sowie die spezifischen Gesetze der jungen Bundesrepublik und der DDR.
Flüchtlinge, Vertriebene, Integration, Besatzungszonen, Lastenausgleich, Bodenreform, Umsiedler und Nachkriegsdeutschland.
Während im Westen (nach anfänglichen Hindernissen) zunehmend auf eine Eingliederung durch Gesetze wie den Lastenausgleich und das Grundgesetz gesetzt wurde, verfolgte die SED in der DDR eine Politik der Tabuisierung und "Wegdefinition" der Flüchtlingsproblematik.
Die SED ersetzte den Begriff "Flüchtling" durch "Umsiedler", um die Vertreibung ideologisch zu verschleiern und die Vertriebenen schneller in das sozialistische System zu assimilieren, ohne dass eine gesonderte Identität bestehen bleiben konnte.
Das Notaufnahmegesetz diente der Steuerung und Registrierung der wachsenden Flüchtlingsströme aus der DDR und sollte den Zustrom in geordnete Bahnen lenken sowie eine soziale Überforderung der Bundesländer verhindern.
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