Examensarbeit, 2008
119 Seiten, Note: 1,9
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Muttersprache versus Erstsprache
2.2 Bilingualismus versus Zweitsprache
2.3 Zusammenfassung
3. Erstspracherwerb
3.1 Erbe-Umwelt-Debatte
3.2 Bedeutung nonverbaler Mittel und konkreten Handelns
3.3 Ebenen des Spracherwerbs
3.3.1 Semantisch-lexikalische Ebene
3.3.1.1 Lexikalische Entwicklung
3.3.1.2 Semantische Entwicklung
3.3.1.3 Zusammenfassung
3.3.2 Zusammenhänge der semantisch-lexikalischen Ebene mit den weiteren Sprachebenen
3.3.2.1 Phonetisch-phonologische Ebene
3.3.2.2 Syntaktisch-morphologische Ebene
3.3.2.3 Pragmatisch-kommunikative Ebene
4. Zweitspracherwerb
4.1 Formen von Zweisprachigkeit
4.1.1 Simultane und sukzessive Zweisprachigkeit
4.1.2 Natürliche und kulturelle Zweisprachigkeit
4.1.3 Additive und subtraktive Zweisprachigkeit
4.2 Bedingungen des Zweitspracherwerbs
4.3 Hypothesen des Zweitspracherwerbs
4.3.1 Identitätshypothese
4.3.2 Kontrastivhypothese
4.3.3 Interlanguagehypothese
4.4 Erwerb semantisch-lexikalischer Kompetenzen zweisprachiger Kinder
4.4.1 Umfang und Struktur des Wortschatzes
4.4.2 Probleme und Sprachbildungsstrategien
4.4.3 Ein oder zwei Sprachsysteme?
4.5 Zusammenfassung
5. Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund
5.1 Situationsbezogener Ansatz
5.1.1 Vernetzte Sprachförderung
5.1.2 Lebensbedeutsame Sprachförderung
5.1.3 Familienorientierte Sprachförderung
5.1.4 Handlungsorientierte Sprachförderung
5.2 Interkulturelle Erziehung
5.3 Prinzipien der Förderung Deutsch als Zweitsprache im Überblick
5.4 Methodische Aspekte der Sprachförderung
5.4.1 Spiele als Sprachfördermittel
5.4.2 Handpuppen
5.4.3 Bilderbücher
5.4.4 Reime, Fingerspiele und Lieder
5.4.5 Rollen- und Theaterspiele
5.4.6 Malen und Basteln
5.5 Spielesammlung
5.5.1 Hinweise zur Wortschatzarbeit und Handhabung
5.5.2 Spiele
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine gezielte Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund im Elementarbereich auf semantisch-lexikalischer Ebene gestaltet werden kann, um deren Bildungschancen zu verbessern. Im Fokus steht dabei die Bedeutung des Wortschatzerwerbs als Grundlage für die soziale Integration und den schulischen Erfolg.
3.1 Erbe-Umwelt-Debatte
Die Debatte hat ihren Ursprung in der von Chomsky (1965) aufgestellten Behauptung, dass die Sprache der Umwelt, aufgrund ihrer Mangelhaftigkeit nicht ausreicht, um den Erwerb von Sprache möglich zu machen. Als Vertreter des Nativismus bestärkt ihn dies in seiner Annahme, dass der Mensch genetisch vorgegebene Voraussetzungen besitzt und somit dennoch fähig ist, Sprache zu erwerben. Dass der Input jedoch nicht so unvollkommen ist, wie Chomsky behauptet, konnte empirisch belegt werden. Die Erwachsenen bieten dem Kind ein „Unterstützungssystem“ (Bruner, 2002, S. 32) an mit dessen Hilfe diese die Sprache erwerben. Dabei „unterstützt [die Bezugsperson] den Spracherwerbsprozess aktiv, indem sie kommunikativ anregende Kontexte herstellt, eine an die jeweiligen Fähigkeiten des Kindes angepasste und Verständnis sichernde Sprache verwendet sowie ganz besondere Techniken einsetzt, die geeignet sind, dem Kind Informationen über Regelmäßigkeiten der Sprachstruktur zu geben“ (Grimm, 2003, S. 52). Des Weiteren ist es wichtig, dass die Bezugspersonen emotional vertraut sind und für das Kind bedeutsame Dinge vermitteln (Thiersch, 2007).
Kauschke und Klann-Delius (2007) untersuchten die Verbindung zwischen Inputmerkmalen und der Sprachentwicklung des Kindes hinsichtlich der semantisch-lexikalischen Sprachebene. Es ließen sich im Alter von 36 Monaten signifikante Zusammenhänge zwischen dem Wortgebrauch der Mutter und des Kindes nachweisen. Das bedeutet, die Kinder kommen ihrem Sprachangebot in Umfang und Ausdifferenzierung ihres Lexikons näher. Ebenso vollzieht sich in der Verteilung und Häufigkeit im Auftreten der Wortarten allmählich eine Übereinstimmung. In Bezug auf Wörter für innere Zustände besitzen die Kinder zunächst nur wenige Kategorien, passen sich aber nach und nach der Mutter an, und verfügen mit drei Jahren über ähnliche Kategorien.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit zur gezielten Sprachförderung im Elementarbereich dar.
2. Begriffliche Grundlagen: In diesem Kapitel werden wesentliche Fachbegriffe wie Erstsprache, Bilingualismus und Zweitsprache abgegrenzt, um ein einheitliches Verständnis für die Arbeit zu schaffen.
3. Erstspracherwerb: Hier werden Theorien zum Spracherwerb und die Bedeutung von Umwelt und Anlage sowie die verschiedenen Ebenen des kindlichen Spracherwerbs detailliert erörtert.
4. Zweitspracherwerb: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Formen der Zweisprachigkeit, Hypothesen zum Zweitspracherwerb sowie spezifische Herausforderungen beim Erwerb semantisch-lexikalischer Kompetenzen.
5. Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund: Der Schwerpunkt liegt hier auf pädagogischen Konzepten wie dem situationsbezogenen Ansatz, interkultureller Erziehung und konkreten methodischen Vorschlägen zur Sprachförderung.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer frühzeitigen und wertschätzenden Sprachförderung zusammen und betont die Schlüsselrolle der deutschen Sprache für die gesellschaftliche Partizipation.
Sprachförderung, Migrationshintergrund, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, semantisch-lexikalische Entwicklung, Bilingualismus, Wortschatz, Kindertagesstätte, Sprachkompetenz, Interkulturelle Erziehung, Sprachbad, Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Spielpädagogik, Integration.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich, speziell mit Fokus auf die semantisch-lexikalische Sprachebene.
Zentrale Felder sind die Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, der Wortschatzaufbau, die Rolle der Erstsprache sowie methodische Ansätze zur Sprachförderung durch Spiel und Alltagssituationen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie eine gezielte Sprachförderung für Migrantenkinder im Kindergarten aussehen muss, um deren sprachliche Entwicklung und soziale Integration nachhaltig zu unterstützen.
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller Forschungsergebnisse zum Spracherwerb basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Hypothesen zum Zweitspracherwerb, Analysen zur semantisch-lexikalischen Ebene sowie einen umfangreichen Praxisteil mit konkreten pädagogischen Ansätzen und Spielvorschlägen.
Wichtige Begriffe sind Sprachförderung, Bilingualismus, Wortschatz, Mehrsprachigkeit, interkulturelle Erziehung und Integration.
Die Erstsprache bildet ein stabiles Grundgerüst für die Persönlichkeitsentwicklung und Identität des Kindes. Sie ermöglicht den Rückgriff auf bereits erlernte sprachliche Konzepte, was den Erwerb der Zweitsprache effektiver macht.
Die Spielesammlung bietet Erziehern eine praktische Auswahl an Aktivitäten, die den Wortschatzaufbau, die Feinmotorik und das Verständnis von Präpositionen spielerisch in den pädagogischen Alltag integrieren.
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