Bachelorarbeit, 2008
55 Seiten, Note: 2,0
I Annäherung an das Problem
1. Kriminalität Jugendlicher ein wachsendes Problem?
2. Was versteht man unter dem Begriff ‘Intensivtäter‘?
3. Welche Straftaten begehen jugendliche Migranten?
3.1 Ausmaß der Straftaten für die Jahre 2006 und 2007 im Vergleich
3.2 Tatverdächtige Kinder
3.3 Tatverdächtige Jugendliche
3.4 Unterscheidung nach deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen
3.5 Zusammenfassung
4. Dunkelfeldstudie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zum Vergleich von deutschem und nichtdeutschem Kriminalitätsverhalten
4.1 Ergebnis
4.2 Zusammenfassung
5. “Wer Ärger macht, hat auch Ärger”- Warum junge Migranten Straftaten begehen
6. Welche Faktoren sind entscheidend? - Ergebnisse des Kriminologischen Forschungsinstitut
II Maßnahmen im Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen
7. Konfrontative Pädagogik
7.1 Der konfrontative Ansatz in der Kritik
7.2 Was konfrontative Pädagogik erreichen will
8. Das Anti- Aggressivitäts-Training
8.1 Das Curriculum des Anti-Aggressivitäts-Trainings
8.2 Die vier Phasen des Anti- Aggressivitätstrainings
8.3 Evaluation des Anti-Aggressivitäts-Trainings
8.3.1 Die Untersuchung des ISS
8.3.2 Die Untersuchung des Anti-Aggressivitäts-Trainings der Jugendstrafvollzugsanstalt in Hameln
8.4 Das Anti-Aggressivitäts-Training in der Kritik
9. Interkulturelle Kompetenz
III Lösungsansatz
10. Der sinnvolle Umgang mit der Kriminalität junger Menschen
10.1 Ein neues Jugendstrafrecht zur Bekämpfung von Jugendkriminalität?
10.2 Die Bedeutung von Prävention
10.3 Was getan werden muss
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der Jugendkriminalität sowie die Hintergründe der Delinquenz junger Menschen mit Migrationshintergrund. Ziel ist es, den Umgang mit straffälligen Jugendlichen kritisch zu hinterfragen, sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten vorzustellen und zu bewerten, um konstruktive Lösungsansätze aufzuzeigen.
3. Welche Straftaten begehen junge Migranten?
Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind besonders häufig kriminell, so wird es in einigen Medien oft dargestellt (vgl.: Walter/Trautmann 2003:68). Dieser Abschnitt wird nun der Frage nachgehen, ob dies wirklich den Tatsachen entspricht. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob Jugendliche mit Migrationshintergrund die selben Straftaten begehen wie deutsche Jugendliche oder ob Unterschiede festzustellen sind.
Zuerst soll aber geklärt werden, welche Personen mit dem Begriff ‘Migrant’ gemeint sind. Demnach werden unter dem Begriff ‘Migrant’ folgende Personen zusammengefasst:
“[…]dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer sowie ebenso Spätaussiedler, die zwar aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen als deutsche Staatsangehörige gelten, jedoch wegen der Übersiedlung - vorwiegend aus den GUS- Staaten - über einen entsprechenden Migrationshintergrund verfügen.“ (Walter/ Trautmann 2003: 68f.)
Eine dritte Gruppe besteht aus den Kindern von in Deutschland lebenden Ausländern, die ihrerseits die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen oder die aufgrund des geänderten Staatsangehörigkeitsrecht von Geburt an die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
I Annäherung an das Problem: Dieses Kapitel hinterfragt die Darstellung von Jugendkriminalität in den Medien und analysiert statistische Daten sowie Erklärungsmodelle für delinquentes Verhalten bei jungen Migranten.
II Maßnahmen im Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen: Hier werden die konfrontative Pädagogik und das Anti-Aggressivitäts-Training als pädagogische Handlungsweisen vorgestellt, kritisch diskutiert und durch Studien evaluiert.
III Lösungsansatz: Der abschließende Teil bewertet aktuelle Forderungen nach einem härteren Jugendstrafrecht und betont die Notwendigkeit von Prävention und sozialer Teilhabe.
Jugendkriminalität, Migrationshintergrund, Intensivtäter, Kriminologisches Forschungsinstitut, konfrontative Pädagogik, Anti-Aggressivitäts-Training, Interkulturelle Kompetenz, Prävention, Jugendstrafrecht, Straffälligkeit, Sozialpädagogik, Delinquenz, Integration, Gewalt, Resozialisierung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Umgang mit straffälligen Kindern und Jugendlichen, insbesondere solchen mit Migrationshintergrund, im Kontext der Debatte um Jugendkriminalität in Deutschland.
Die zentralen Felder umfassen die kriminologische Analyse der Jugenddelinquenz, die Evaluation von Anti-Aggressivitäts-Trainings sowie die Bedeutung von interkultureller Kompetenz für die Soziale Arbeit.
Das Ziel ist es, die Ursachen von Jugendkriminalität sachlich zu analysieren, pädagogische Maßnahmen wie das Anti-Aggressivitäts-Training kritisch zu bewerten und Lösungsansätze jenseits rein repressiver Strategien aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse bestehender kriminologischer Studien (z.B. des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen) und aktueller sozialpädagogischer Fachdiskussionen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problemanalyse (Hellfeld/Dunkelfeld, Erklärungsmodelle) und eine Darstellung sowie Kritik von Interventionsmaßnahmen, insbesondere der konfrontativen Pädagogik.
Die zentralen Begriffe sind Jugendkriminalität, Migration, Konfrontative Pädagogik, Anti-Aggressivitäts-Training, Prävention und Soziale Arbeit.
Das AAT steht in der Kritik, da es teilweise als autoritär oder rein kontrollorientiert wahrgenommen wird, anstatt die tieferliegenden biografischen oder sozialen Ursachen delinquenten Verhaltens ganzheitlich zu adressieren.
Interkulturelle Kompetenz ist notwendig, um abweichende Männlichkeits- und Ehrenkonzepte zu verstehen und den Jugendlichen einen respektvollen, sensiblen Zugang zu ermöglichen, der Ressourcen statt nur Defizite in den Fokus rückt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass härtere strafrechtliche Sanktionen empirisch nicht zur Reduzierung von Kriminalität beitragen und dass stattdessen präventive sowie pädagogische Maßnahmen effektiver sind.
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