Masterarbeit, 2022
64 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
1.3 Überblick über den Stand der Forschung
2. Grundlagen der Prognoseberichterstattung börsennotierter Konzerne
2.1 Definition und Merkmale von Prognosen
2.2 Prognoseberichterstattung nach HGB
2.3 Aktuelle Regulierung der Prognoseberichterstattung gemäß DRS 20
2.3.1 Prognosegegenstand
2.3.2 Prognosehorizont und Prognosepräzision
2.3.3 Prognosetransparenz
2.3.4 Prognosen bei außergewöhnlich hoher Unsicherheit
3 Finanzanalysten
3.1 Definition und Aufgabenbereich
3.2 Managementprognosen und Analystenschätzungen
4 Grundlagen der empirischen Untersuchung
4.1 Datengrundlage
4.2 Untersuchungsmethodik
4.2.1 Güte der Prognoseberichte
4.2.2 Finanzanalystenschätzungen
4.2.3 Kontrollvariablen
4.2.4 Multivariate Analyse
5 Ergebnisse der empirischen Analyse
5.1 Deskriptive Statistik
5.1.1 Gesamtauswertung
5.1.2 Auswertung nach Indizes
5.1.3 Auswertung nach Branchen
5.2 Multivariate Analyse
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Normenkonformität von Prognoseberichten börsennotierter Konzerne (gemäß DRS 20) und der Genauigkeit der Schätzungen von Finanzanalysten, um die Entscheidungsrelevanz solcher Berichte für den Kapitalmarkt zu evaluieren.
2.3.2 Prognosehorizont und Prognosepräzision
Der Prognosehorizont beschreibt in zeitlicher Hinsicht die Geltungsdauer der Prognose. Investoren sehen sich in einem Zielkonflikt zwischen dem Horizont und der Treffgenauigkeit einer Prognose – mit steigendem Horizont erhöht sich auch die Unsicherheit über den Eintritt der Prognose. Nach DRS 20.127 muss der Prognosezeitraum mindestens ein Jahr betragen – Referenzpunkt ist dabei jeweils der letzte Konzernabschlussstichtag.
Die Prognosepräzision konkretisiert die Genauigkeit der Prognose. Die Genauigkeit unterscheidet sich nach quantitativen oder qualitativen Angaben. Quantitative Prognosen äußern sich in konkreten Zahlenwerten, während qualitative Angaben die Zukunft nur wörtlich umschreiben. Bei qualitativen Prognosen besteht die Gefahr inhaltsleerer Formulierungen und die Aussagen sind nur eingeschränkt nachprüfbar. Qualitativen Prognosen wird daher der geringste Informationsgehalt zugeschrieben. Bezüglich der Prognosepräzision besteht ein Zielkonflikt zwischen dem Informationsgehalt und der Eintrittswahrscheinlichkeit der Prognose. Quantitative Informationen haben einen höheren Informationsgehalt bei geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, qualitative Informationen vice versa.
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung der Informationsasymmetrie zwischen Management und Anlegern und erläutert das Ziel der Untersuchung.
2. Grundlagen der Prognoseberichterstattung börsennotierter Konzerne: Erläutert die regulatorischen Anforderungen des DRS 20, insbesondere hinsichtlich Prognosegegenstand, Horizont, Präzision und Transparenz.
3 Finanzanalysten: Definiert die Rolle von Finanzanalysten als Informationsintermediäre und deren Abhängigkeit von Managementprognosen.
4 Grundlagen der empirischen Untersuchung: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Datengrundlage (HDAX 2017-2020) und die Konstruktion des Disclosure Index zur Messung der Prognosegüte.
5 Ergebnisse der empirischen Analyse: Präsentiert die deskriptiven Statistiken sowie die Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalyse zur Bestimmung des Einflusses der Prognosegüte auf Analystenschätzungen.
6 Schlussbetrachtung: Fasst die Kernergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der Untersuchung und leitet die wissenschaftliche Relevanz der normenkonformen Berichterstattung ab.
Prognosebericht, DRS 20, Analystenschätzungen, Schätzfehler, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Prognosegüte, Disclosure Index, HDAX, Managementprognosen, Regressionsanalyse, Unternehmensberichterstattung, Konzernlagebericht, Prognosepräzision, Entscheidungsnützlichkeit.
Die Arbeit untersucht, inwiefern eine normenkonforme Berichterstattung nach DRS 20 dazu beiträgt, die Prognosequalität eines Unternehmens zu erhöhen und damit den Schätzfehler von Finanzanalysten zu reduzieren.
Zentrale Themen sind die Regulierung durch den DRS 20, die Rolle von Finanzanalysten als Nutzer dieser Informationen und die empirische Messung von Prognosegüte anhand eines Disclosure Index.
Das primäre Ziel ist es, den Schätzfehler von Analystenschätzungen mit der Normenkonformität des Prognoseberichts zu erklären, um die Bedeutung normenkonformer Berichterstattung für den Kapitalmarkt zu erforschen.
Es wird eine multiple lineare Regressionsanalyse verwendet, um den Einfluss von Güteindizes (für Prognoseannahmen und -aussagen) auf den Schätzfehler von Analysten zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Prognosen und Analysten, die Herleitung der empirischen Untersuchungsmethodik und die anschließende Auswertung der HDAX-Berichte (2017-2020).
Die Arbeit fokussiert sich primär auf die Begriffe Prognoseberichterstattung, Schätzfehler, Analysten, DRS 20 und Entscheidungsnützlichkeit.
Die Untersuchung zeigt, dass DAX-Konzerne tendenziell umfangreichere Prognoseberichte erstellen und bei Prognosegegenständen und -annahmen höhere Werte erzielen als Unternehmen im MDAX.
Die Branche "Transportation & Public Utilities" weist durch Subskriptions- und Festmengenmodelle oft eine höhere Planbarkeit und damit eine bessere Prognosequalität auf als Fertigungsunternehmen.
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