Diplomarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Vorgehensweise
1.2. Forschungsstand und Quellenkritik
2. Grundlegende Informationen
2.1. Historische Hintergrundinformationen
2.1.1. Kurze Geschichte der Falklandinseln
2.1.2. Abriss der britisch-argentinischen Beziehungen bis 1982
2.2. Innenpolitische Situation
2.2.1. Argentinien
2.2.2. Großbritannien
2.3. Außenpolitische Situation
2.3.1. Argentinien
2.3.2. Großbritannien
3. Theoretischer Teil
3.1. Begriffliche Klärung
3.2. Die Rolle der (Print-)Medien für die öffentliche Meinung
3.3. Öffentliche Meinung als Restriktion für außenpolitisches Handeln
3.4. Interessen und Handlungszwänge der einzelnen Akteure
3.4.1. Medien
3.4.2. Regierung/Militär
3.5. Propaganda
3.5.1. Zensur
3.5.2. Agenda-setting
4. Fallstudien
4.1. Argentinien
4.1.1. Strukturelle Aspekte
4.1.2. Inhaltliche Grundlinien
4.1.3. Mediendaten La Nación
4.1.4. Fallstudie: La Nación im Falklandkrieg
4.1.5. Beispiele für Desinformation
4.2. Großbritannien
4.2.1. Strukturelle Aspekte
4.2.2. Inhaltliche Grundlinien
4.2.3. Mediendaten The Times
4.2.4. Fallstudie: Die Times im Falklandkrieg
4.2.5. Beispiele für Desinformation
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit analysiert vergleichend die mediale Berichterstattung über den Falkland-/Malwinenkonflikt von 1982. Ziel ist es, die strukturellen Bedingungen der Nachrichtenproduktion in einem autoritären System (Argentinien) und einem liberalen System (Großbritannien) gegenüberzustellen und den Einfluss dieser Berichterstattung auf den jeweiligen außenpolitischen Entscheidungsprozess zu untersuchen.
3.2. Die Rolle der (Print-)Medien für die öffentliche Meinung
Eine ausufernde Diskussion darüber, ob und in welcher Weise genau Medien ein Instrument sozialer Machtausübung sind, soll hier entfallen. Grundsätzlich lässt sich in Bezug auf Medieneffekte folgender Minimalkonsens festhalten: "[S]ome kinds of communication on some kinds of issues, brought to the attention of some kinds of people under some kinds of conditions, have some kinds of effects".
Diese Effekte, d.h. Veränderungen der öffentlichen Meinung (ö.M.), lassen sich „nicht unabhängig von der in den Medien veröffentlichten Meinung [...] erfassen“, die ö.M. ist aber auch nicht mit der veröffentlichten Meinung identisch. Eine allgemein akzeptierte Definition von ö.M. steht noch aus, und sie geht womöglich über die „aggregierten individuellen Meinungen und Einstellungen zu Gegenständen der politischen Agenda“ hinaus. Erstens kann sich ö.M. auch auf Nicht-Politisches beziehen, zweitens fehlt hier der Hinweis auf das weitgehend zwischen den Individuen Konsentierte. Dem wird in folgender Definition Abhilfe geschaffen: ö.M. ist „ein kollektives Produkt von Kommunikation, das sich zwischen den Sprechern als ,herrschende' [sic!] Meinung darstellt.“ ö.M. ist u. a. „gegründet auf das unbewusste Bestreben von in einem Verband lebenden Menschen, zu einem gemeinsamen Urteil zu gelangen, zu einer Übereinstimmung, wie sie erforderlich ist, um handeln und wenn notwendig entscheiden zu können“. Ein Mensch tendiert dazu, sich nicht mit seiner Meinung zu isolieren. Die Meinung der anderen ermittelt er einerseits durch direkte Beobachtung, andererseits durch die Massenmedien.
1. Einleitung: Darstellung der Vorgehensweise und Einordnung der Arbeit in den aktuellen Forschungsstand zur Medienberichterstattung in Konfliktzeiten.
2. Grundlegende Informationen: Überblick über die historische Entwicklung des Falklandkonflikts sowie die innen- und außenpolitische Lage der beiden beteiligten Staaten vor 1982.
3. Theoretischer Teil: Erarbeitung des theoretischen Rahmens zur Rolle von Medien, öffentlicher Meinung, Propaganda und Zensur in internationalen Konflikten.
4. Fallstudien: Detaillierte Analyse der Berichterstattung von La Nación und The Times, inklusive der strukturellen Bedingungen und Beispiele für staatlich gelenkte Desinformation.
5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die Medieneffekte sowie die Rolle des "Falkland-Faktors" für die Regierungen der beiden Staaten.
Falklandkrieg, Malwinenkonflikt, Medienberichterstattung, Information Warfare, La Nación, The Times, Propaganda, Zensur, Öffentliche Meinung, Agenda-Setting, Margaret Thatcher, Militärjunta, Pressefreiheit, Desinformation, Politische Kommunikation.
Die Arbeit untersucht vergleichend, wie die argentinische Tageszeitung La Nación und die britische The Times über den Falkland-/Malwinenkonflikt 1982 berichtet haben und welche Rolle diese Medien im Rahmen der jeweiligen Kriegführung spielten.
Zentrale Themen sind die Mediensysteme in autoritären versus liberalen Gesellschaften, die Methoden der staatlichen Informationskontrolle (Zensur, Propaganda) und der Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinung.
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Medienberichterstattung als Instrument der jeweiligen Kriegführung fungierte und wie stark sie den außenpolitischen Entscheidungsprozess in beiden Ländern beeinflusste.
Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, der die strukturellen Rahmenbedingungen der Medien in den jeweiligen Staaten analysiert und durch Fallstudien der Printberichterstattung konkretisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Medieneffekte und staatliches Informationsmanagement sowie in zwei umfangreiche Fallstudien, die die spezifische Berichterstattung von La Nación und The Times untersuchen.
Wichtige Begriffe sind Information Warfare, Falklandkrieg, Propaganda, Mediensysteme, Zensur und politischer Entscheidungsprozess.
In Argentinien waren die Medien stark staatlich gelenkt und operierten unter einem Klima der Angst und massiver Zensur, während die britische Presse zwar ebenfalls durch Regierungsstellen (MoD) unter Druck gesetzt wurde, jedoch ein höheres Maß an Unabhängigkeit bewahren konnte.
Der Konflikt hatte erhebliche Auswirkungen auf die Innenpolitik beider Staaten; er stärkte Margaret Thatcher innenpolitisch massiv ("Rally-Effekt"), während er in Argentinien zum Sturz der Militärjunta beitrug.
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