Forschungsarbeit, 2005
27 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
I. ZT Hollandia und ihre Inszenierung von Euripides „Bakchen“
I.1. Zur Theaterensemble ZT Hollandia
I.2. Musik als Element der Arbeit von ZT Hollandia
I.3. Bisherige Produktionen Antiker Dramatik durch ZT Hollandia
I.4. Die Zusammenarbeit mit Nouri Iskandar
II. Theorie und Geschichte der altgriechischen und der syrisch orthodoxen Musik
II.1. Musik der griechischen Antike im Zusammenhang mit dem Theater
II.1.1 Instrumente und Gesang des griechischen Altertums
II.1.2 Aufkommen der dramatische Dichtung
II.1.3 Der Kult des Dionysos
II.2 Die orthodoxen Liturgien und die volkstümliche Musik Syriens
III. Die Inszenierung der „Bakchen“ 2002 unter dem besonderen Gesichtpunkt der Einbeziehung von Musik
III.1. Formaler Aufbau der Inszenierung
III.2 Inhaltliche und szenische Beschreibung und der Inszenierung
III.2.1 Prolog und Einzugslied
III.2.2. Erste Szene
III.2.3. Zweite Szene
III.2.4 Dritte Szene
III.2.5 Vierte Szene
III.2.6. Schlussszene
IV. Resumee
Die Forschungsarbeit untersucht den Einsatz von Musik in der Inszenierung von Euripides’ „Die Bakchen“ durch das niederländische Theaterensemble ZT Hollandia. Dabei liegt der Fokus auf der Verbindung zwischen antiker dramatischer Tradition und der spezifischen Klangästhetik syrisch-orthodoxer Kirchenmusik, die als Mittel zur Schaffung einer Katharsis und als eigenständiges dramatisches Element analysiert wird.
Die Bedeutung der Musik für das Drama
Die Bedeutung der Musik für den Griechen ist vielfach belegt. „Sie ist ihm mehr als Zeitvertreib, Vergnügen, Unterhaltung, sie ist ein Mittel, den menschlichen Chrakter im Individuum wie in der Masse zu beeinflussen und zu formen.“ Nirgends konnte Musik mehr Menschen erreichen als in den Theatern. Und im Bereich des Dramas erfuhr die Musik nun ihre bedeutendste Entfaltung.
Für Aristoteles gehört die Musik zu jenen sechs Teilen, die jede Tragödie haben muss: „Demzufolge enthält jede Tragödie notwendigerweise sechs Teile, die sie so oder so beschaffen sein lassen. Diese Teile sind: Mythos, Charaktere, Sprache, Erkenntnisfähigkeit, Inszenierung und Melodik.“ Melodik und Sprache zählt er zu den Mitteln, mit denen nachgeahmt wird und hebt die Bedeutung der Melodik dann wie folgt heraus: „Von den restlichen Teilen trägt die Melodik am meisten zur anziehenden Formung bei.“ Aristoteles beschreibt die Melodik als Teil der Aufführungspraxis. Er geht jedoch nicht näher auf sie ein, da er sich in erster Linie dem dichterischen Aufbau der Tragödie widmet und nicht der Inszenierung. Unter Melodik ist hier möglicherweise in erster Linie der Vortragsstil, die Art des Sprechens, gemeint. Der Vortrag wiederum wurde von Instrumenten begleitet, und deren Musik unterstützte, begleitete und gab den Sprechrhythmus und die Sprachmelodie vor.
Und noch ein Hinweis verweist auf die musikalische Komponente der Tragödien. Wir finden in ihr vielfach den Begriff des Liedes. Es handelt sich um Lieder, die den Aufbau der Tragödie maßgeblich bestimmen: Einzugslied des Chores (Parados), Standeslied (Stasimon), das Klagelied (Komos) und Auszugslied (Exodos) bei Aischylos, bei Euripides gibt es noch den Lob- und Preisgesang (Hymnus), das ekstatische Lied des Außersichseins (Mania), das Danklied (Päan) und die Totenklage (Threnos).
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Musik im antiken griechischen Theater und stellt das Ziel vor, die Inszenierung der „Bakchen“ durch ZT Hollandia anhand musikalischer Ansätze zu analysieren.
I. ZT Hollandia und ihre Inszenierung von Euripides „Bakchen“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Theaterensemble, seine experimentelle Arbeitsweise als Site-Specific-Theatre und die Hintergründe der Zusammenarbeit mit Nouri Iskandar.
II. Theorie und Geschichte der altgriechischen und der syrisch orthodoxen Musik: Es werden die theoretischen Grundlagen zur antiken Musik, zum Dionysoskult sowie die historischen Wurzeln der syrisch-orthodoxen Kirchenmusik dargelegt.
III. Die Inszenierung der „Bakchen“ 2002 unter dem besonderen Gesichtpunkt der Einbeziehung von Musik: Das Kapitel bietet eine detaillierte formale sowie szenische Analyse der Inszenierung von Prolog bis Schlussszene unter Fokus auf die musikalische Gestaltung.
IV. Resumee: Das Fazit fasst zusammen, dass die Inszenierung keine historische Rekonstruktion anstrebt, sondern eine zeitgenössische Klangsprache nutzt, um das antike Drama als Musiktheater zu interpretieren.
ZT Hollandia, Euripides, Die Bakchen, Musiktheater, Syrisch-orthodoxe Musik, Nouri Iskandar, Griechische Antike, Dionysoskult, Katharsis, Bühneninszenierung, Musikdramaturgie, Musikethnologie, Antikes Drama, Aufführungspraxis, Experimentelles Theater.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Funktion von Musik in der Inszenierung der Tragödie „Die Bakchen“ von Euripides durch das niederländische Ensemble ZT Hollandia.
Die Arbeit verknüpft die experimentelle Theaterpraxis von ZT Hollandia mit der musikalischen Tradition der syrisch-orthodoxen Kirche und der theoretischen Rekonstruktion antiker griechischer Musik.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Verwendung syrisch-orthodoxer Musik eine neue Erzählebene geschaffen wird, die das antike Drama für das moderne Publikum erfahrbar macht.
Die Arbeit kombiniert theaterwissenschaftliche Analysen der Inszenierung mit musik- und kulturgeschichtlichen Recherchen zur Antike und zum syrischen Musikraum.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theatergruppe, den historischen Abriss zur Musik in der Antike und Syrien sowie eine detaillierte szenische Analyse der „Bakchen“-Aufführung.
Zentrale Begriffe sind Musiktheater, ZT Hollandia, Nouri Iskandar, Katharsis, Dionysoskult und das Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident.
Der Komponist Nouri Iskandar und die Regisseure wählten diese Musik, da sie als eine der ältesten bekannten Musiktraditionen gilt und eine große Ähnlichkeit zur klassischen altgriechischen Musik vermuten lässt.
Die Musik wird hier nicht nur als begleitendes Element eingesetzt, sondern fungiert als gleichwertiger Partner zum gesprochenen Wort, wodurch das Stück zu einem intensiven Musiktheatererlebnis wird.
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