Magisterarbeit, 2000
156 Seiten, Note: 1,0
Erich Kästner-Verfilmungen und ihre Remakes
0 Vorbemerkung
1 Allgemeiner Teil
1.1 Methodologische Vorüberlegungen
1.1.1 Das Remake – eine erste Annäherung
1.1.2 Das Wechselverhältnis von Literatur und Film
1.1.2 Theorie der Literaturadaption und Rückschlüsse auf das Remake
1.2 Erich Kästner und der Film - ein Überblick
2 Erich Kästner-Verfilmungen und ihre Remakes
2.1 Emil und die Detektive
2.1.1 Die Romanvorlage und die Geschichte ihrer Medialisierungen
2.1.2 Produktionsbedingungen von Original und Remake
2.1.2.1 Gerhard Lamprechts Emil und die Detektive von 1931
2.1.2.2 Robert A. Stemmles Emil und die Detektive von 1954
2.1.3 Rezeptionsgeschichte von Original und Remake
2.1.3.1 Gerhard Lamprechts Emil und die Detektive von 1931
2.1.3.2 Robert A. Stemmles Emil und die Detektive von 1954
2.1.4 Vergleichende Analyse von Original und Remake
2.1.4.1 Amplifikation und Attuentation von Aspekten der Handlungskonzeption
2.1.4.2 Oberflächliche und fehlende Aktualisierung
2.1.4.3 Formale Organisation
2.1.5 Abschließende Beurteilung: Von der Gesellschaftskritik zur Restauration
2.2 Das doppelte Lottchen
2.2.1 Die Genese des Kästner-Stoffes in seinen verschiedenen Medialisierungen
2.2.2 Produktionsbedingungen von Original und Remake
2.2.2.1 Josef von Bakys Das doppelte Lottchen von 1950
2.2.2.2 Joseph Vilsmaiers Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen von 1993
2.2.3 Rezeptionsgeschichte von Original und Remake
2.2.3.1 Josef von Bakys Das doppelte Lottchen von 1950
2.2.3.2 Joseph Vilsmaiers Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen von 1993
2.2.4 Vergleichende Analyse von Original und Remake
2.2.4.1 Topographische Transposition
2.2.4.2 Verbalisation
2.2.4.3 Änderungen beim Figureninventar und bei der Handlungskonzeption
2.2.4.4 Formale Organisation und Erzählstil
2.2.4.5 Happy Endings 1950 und 1993
2.2.5 Abschließende Beurteilung: Von der Ironie zum Klischee
2.3 Pünktchen und Anton
2.3.1 Die Romanvorlage und die Geschichte ihrer Medialisierungen
2.3.2 Produktionsbedingungen von Original und Remake
2.3.2.1 Thomas Engels Pünktchen und Anton von 1953
2.3.2.2 Caroline Links Pünktchen und Anton von 1998
2.3.3 Rezeptionsgeschichte von Original und Remake
2.3.3.1 Thomas Engels Pünktchen und Anton von 1953
2.3.3.2 Caroline Links Pünktchen und Anton von 1998
2.3.4 Vergleichende Analyse von Original und Remake
2.3.4.1 Parallelen in der Handlungskonzeption bei Engels und Links Pünktchen und Anton-Filmen im Vergleich zu Kästners Romanvorlage
2.3.4.2 Topographische Transposition
2.3.4.3 Änderungen und Schwerpunktverlagerungen in der Handlungskonzeption
2.3.4.4 Änderungen beim Figureninventar
2.3.4.5 Verbalisation
2.3.4.6 Erzählstil und Formale Organisation
2.3.5 Abschließende Beurteilung: Von der Chiffre zum Charakter
2.3.6 EXKURS: Kästner 2000 – geplante Kästner-Filme der Pünktchen und Anton-Produzenten Uschi Reich und Peter Zenk
3 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die filmgeschichtlichen und produktionsästhetischen Motivationen hinter der Neuverfilmung (Remake) von Erich Kästner-Stoffen für Kinder. Dabei liegt der Fokus auf einem vergleichenden Analyseansatz, bei dem die deutsche Erstverfilmung und das erste deutsche Remake der drei Werke "Emil und die Detektive", "Das doppelte Lottchen" sowie "Pünktchen und Anton" gegenübergestellt werden, um mediale Bearbeitungsprozesse sowie den Einfluss zeitgenössischer Produktionskontexte zu ergründen.
1.1.1 Das Remake – eine erste Annäherung
Jochen Manderbach stützt sich in seinen Ausführungen in erster Linie auf Michael B. Druxmans Buch „Play it again, Sam“ von 1975. Durchaus in kritischer Abgrenzung zu Definitionen von Druxman oder auch James Monaco kommt er zu folgender Definition des Begriffs Remake:
Remake. Die Neuverfilmung eines schon einmal verfilmten Stoffes. Als Remakes bezeichnet man nur solche Filme, die einen Vorläufer mehr oder weniger detailgetreu nachvollziehen – meist aktualisiert, bisweilen in andere Genres übertragen, gelegentlich auch in ganz andere Schauplätze und Zeiten versetzt.
Diese Definition erscheint besonders für die Diskussion von verschiedenen Filmversionen derselben literarischen Vorlage brauchbar, da sie eine klare Einordnung des jeweiligen Films als Remake der Erstverfilmung bzw. Nicht-Remake der Erstverfilmung möglich macht. Ob eine Neuverfilmung zum Beispiel eines Kästner-Romans als Remake der Erstverfilmung zu betrachten ist, hängt davon ab, ob sie den Vorläuferfilm „mehr oder weniger detailgetreu“ nachvollzieht. Entscheidend ist also der Bezug zum vorangegangenen Film und nicht so sehr die Frage, ob der Film sich auf dieselbe literarische Vorlage stützt.
1 Allgemeiner Teil: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretischen Grundlagen zum Remake und dem Wechselverhältnis von Literatur und Film sowie einen Überblick zu Kästners Filmarbeit.
2 Erich Kästner-Verfilmungen und ihre Remakes: Das Hauptkapitel analysiert die drei ausgewählten Kästner-Stoffe, ihre Produktionsbedingungen, Rezeption und die vergleichende Analyse der jeweiligen Erstverfilmungen und Remakes.
3 Schlussbemerkung: Hier werden die Ergebnisse der vergleichenden Analysen zusammengeführt und die Typologie der Remakes auf das Gesamtkorpus angewendet.
Erich Kästner, Remake, Literaturverfilmung, Filmgeschichte, Emil und die Detektive, Das doppelte Lottchen, Pünktchen und Anton, Medialisierung, Filmproduktionsbedingungen, Rezeptionsgeschichte, deutsche Filmindustrie, Literaturadaption, Transformation, Medienverbund, Filmkritik.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Remakes von Erich Kästner-Verfilmungen im deutschen Kino und untersucht, wie diese Bearbeitungen im Vergleich zu ihren Originalen strukturiert sind.
Die Untersuchung umfasst die Filmgeschichte, Remake-Theorien, die Theorie der Literaturverfilmung und die spezifische Bedeutung von Erich Kästners Werk in verschiedenen Medien.
Ziel ist es, die Motivationen für die Produktion von Remakes zu durchleuchten und durch vergleichende Analysen zu zeigen, wie sich Prozesse der Bearbeitung und Interpretation über verschiedene Jahrzehnte hinweg veränderten.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden, filmwissenschaftlichen Ansatz, der sich insbesondere auf die Kategorisierung von Remakes und Transformationsmodi stützt, wie sie etwa von Jochen Manderbach und Michael Schaudig definiert wurden.
Der Hauptteil widmet sich drei Kästner-Stoffen ("Emil und die Detektive", "Das doppelte Lottchen", "Pünktchen und Anton") und stellt jeweils Erstverfilmungen den ersten deutschen Remakes gegenüber.
Wichtige Begriffe sind Remake, Literaturverfilmung, Medialisierung, Kästner-Verfilmungen, Filmproduktionsbedingungen und Rezeptionsgeschichte.
Das Remake von 1954 wird als weniger ambitioniert und kommerziell motiviert beschrieben, wobei insbesondere die ästhetische Verflachung gegenüber der atmosphärischen Dichte des Originals von 1931 kritisiert wird.
Die Ironie wird als zentrales Element in der Erzählstruktur von Kästners Originalen und frühen Verfilmungen herausgearbeitet, während sie in späteren Remakes wie jenen von Vilsmaier durch einen sentimentalen Realismus ersetzt wird.
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