Bachelorarbeit, 2020
75 Seiten, Note: 1,3
1. Menschen mit psychischen Störungen in Deutschland
1.1 Definition und Klassifikation psychischer Störungen
1.2 Prävalenz psychischer Störungen
1.3 Ätiologie psychischer Störungen
1.4 Therapie psychischer Störungen
2. Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Störungen
2.1 Terminologie: Stigma, Stigmatisierung, Diskriminierung
2.2 Stigma-Konzept
2.3 Stigma-Prozess
2.4 Arten von Stigmatisierung
2.4.1 Öffentliche Stigmatisierung
2.4.2 Selbststigmatisierung
2.5 Mediale Darstellung von psychischen Störungen
2.6 Auswirkungen von Stigmatisierung
3. Konzepte zur Überwindung von Stigmatisierung
3.1 Bekämpfung von Stigmatisierung auf öffentlicher Ebene
3.2 Bewältigung von Selbststigmatisierung auf individueller Ebene
4. Beurteilung der Konzepte aus Perspektive der Sozialen Arbeit
4.1 Definition Soziale Arbeit
4.2 Kriterien zur Beurteilung der Konzepte
4.3 Beurteilung der Konzepte
5. Diskussion
6. Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht, wie Stigmatisierung und Diskriminierung gegenüber Menschen mit psychischen Störungen effektiv bekämpft und bewältigt werden können. Das zentrale Ziel ist es, bestehende Antistigma-Konzepte aus der Perspektive der Sozialen Arbeit kritisch zu analysieren, zu bewerten und deren Potenzial sowie Schwachstellen im Hinblick auf sozialarbeiterische Handlungsprinzipien herauszuarbeiten.
1.1 Definition und Klassifikation psychischer Störungen
Einleitend befasst sich diese Bachelorthesis mit der Definition des Begriffs „psychischen Störung“ und der Klassifikation dieser. Dies ist zum Verständnis der Thematik von elementarer Bedeutung.
Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass keine einheitliche Definition für den Begriff der „psychischen Störung“ existiert. Es handelt sich bei psychischen Störungen um dem aktuellen Stand der Forschung entsprechende temporär genutzte Konstrukte. (Wittchen/Hoyer 2011: 8) Diese Konstruktionen sind nicht mehr als künstliche Begriffe für eine komplexitätsreduzierte Realität, also ein Versuch die enorme Vielfalt psychischer Störungen zusammenzufassen. (Bock et al. 2014: 41)
Von einer psychischen Störung oder Störung generell wird meist gesprochen, wenn Menschen aufgrund dieser nicht mehr in der Lage sind ihren alltäglichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese meist massiven Beeinträchtigungen hindern die Betroffenen dann persönliche, gesellschaftliche oder normative Ziele zu erfüllen und führen zum subjektiven Empfinden unter der Störung zu leiden. (Wittchen/Hoyer 2011: 8)
„Psychische Störungen und Krankheiten manifestieren sich in unterschiedlichen Graden von Leidensdruck und Funktionsstörungen und zwar in der Art und Weise, wie Gefühle erlebt und geäußert werden; wie gedacht, beurteilt und gelernt wird; wie man sich verhält und wie das körperliche Erleben und Empfinden beeinflusst werden“ (Bosshard et al. 2013: 24)
Diese Definition von Bosshard et al. spiegelt die Diversität von psychischen Störungen und den individuellen Einfluss, welchen diese auf ein Individuum und dessen Empfinden haben, wider. Wie bereits durch die Definition konstatiert, äußern sich psychische Störungen in Form von Symptomen, welche sowohl auf emotionaler, gedanklicher und wahrnehmender Ebene als auch in Verhalten, Körperlichkeit und dem individuellen Empfinden auftreten. (Bosshard et al. 2013: 24) Das bedeutet: Psychische Störungen können sich auf vielfältige Art und Weise, beispielsweise als Störungen der Kognition, der Regulation von Emotionen oder innerhalb des Verhaltens eines Individuums, äußern. (Falkai/Wittchen 2018: 26)
Menschen mit psychischen Störungen in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Definitionen, Häufigkeiten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten psychischer Störungen, um ein fundiertes Basiswissen für die Arbeit zu schaffen.
Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit psychischen Störungen: Der theoretische Rahmen für Stigmatisierungsprozesse wird hier definiert und in die verschiedenen Arten, wie mediale Darstellung und die Folgen für die Betroffenen, unterteilt.
Konzepte zur Überwindung von Stigmatisierung: Hier werden konkrete Antistigma-Konzepte vorgestellt, die entweder auf gesellschaftlicher Ebene (z.B. Open the doors) oder individueller Ebene der Selbstbewältigung (Empowerment) ansetzen.
Beurteilung der Konzepte aus Perspektive der Sozialen Arbeit: In diesem analytischen Teil werden Bewertungsparameter abgeleitet, um die zuvor vorgestellten Konzepte an den professionellen Grundsätzen und Methoden der Sozialen Arbeit zu messen.
Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse aus dem Bewertungsmodell und Einordnung der Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung der Sozialen Arbeit.
Fazit: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zur notwendigen Weiterentwicklung von Antistigma-Strategien und der Einbindung der Sozialen Arbeit.
Psychische Störung, Stigmatisierung, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Empowerment, Antistigma-Programm, Open the doors, Antistigma-Arbeit von unten, Bewertung, Evaluation, Psychiatrie, Gesellschaft, Vorurteile, Lebensweltorientierung, Menschenrechte.
Die Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Störungen und den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, diesen Prozessen durch gezielte Konzepte entgegenzuwirken.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Stigma-Begriffs, Erscheinungsformen wie öffentliche Stigmatisierung und Selbststigmatisierung sowie die mediale Darstellung und deren Auswirkungen.
Es soll bewertet werden, inwiefern bestehende Antistigma-Konzepte den professionellen Qualitätsanforderungen und Standards der Sozialen Arbeit entsprechen und wo Optimierungsbedarf besteht.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und entwickelt ein deduktives Bewertungsmodell, basierend auf den Prinzipien der Sozialen Arbeit, um ausgewählte Praxiskonzepte kritisch zu examinieren.
Nach der Herleitung theoretischer Konzepte zur Stigmatisierung analysiert die Arbeit zwei Hauptansätze – Open the doors und Antistigma-Arbeit von unten – und bewertet diese anhand selbst entwickelter Kriterien.
Stigmatisierung, Soziale Arbeit, Empowerment, Psychiatrie-Erfahrene, Diskriminierung und Evaluation sind die bestimmenden Begriffe dieser Untersuchung.
Das „zentrale Dilemma“ beschreibt die Situation, in der ein Wertesystem (z.B. innerhalb der Mehrheitsgesellschaft) gegen Menschen mit psychischen Störungen gerichtet ist, obwohl die Betroffenen selbst Teil dieser Kultur sind.
Während sich „Open the doors“ eher auf breit angelegte Antistigma-Programme und gesellschaftliche Aufklärung konzentriert, fokussiert sich die „Antistigma-Arbeit von unten“ stärker auf die individuelle Selbstbestimmung, Empowerment und den Trialog vor Ort.
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