Diplomarbeit, 2006
128 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1 Entstehung der Cidade de Deus: Realer und fiktiver Ort
2 Filmgeschichte in Brasilien
2.1 Entstehung des brasilianischen Films
2.2 Realitätsfilm in Brasilien: Eine Geschichte der Gattung
2.2.1 Realität im Film: Ein kurzer Überblick
2.2.2 Realität im brasilianischen Film: Eine Tradition?
2.2.3 Allegorie der Realität: Das Cinema Novo
2.2.4 Die letzten Jahrzehnte: Ein kurzer Überblick
2.3 Estética vs. Cosmética da Fome
2.3.1 Estética da Fome
2.3.2 Cosmética da Fome
2.3.2.1 Debatte über den heutigen brasilianischen Film und die Cosmética da Fome: Cidade de Deus als Vorreiter
2.4 Cidade de Deus: Zwischen Fiktion und Realität
2.4.1 Gewalt im brasilianischen Film
2.4.2 Gewalt in Cidade de Deus
2.4.3 Realitätseffekt in Cidade de Deus: Dokumentarische Fiktion und fiktive Dokumentation
3 Kosmetik des Hungers durch die Übersetzung des Films?
3.1 Ein kurzer Überblick über die Filmübersetzung
3.1.1 Untertitelung
3.1.2 Synchronisation
3.2 City of God: Ein mittelalterlich theologischer Titel oder Die Kirche lässt grüßen
3.3 Eigennamen: Eine Sache für sich
3.4 Die Synchronisation und Untertitelung im Film Cidade de Deus
3.4.1 Die Synchronisation in Cidade de Deus
3.4.2 Die Untertitelung in Cidade de Deus
3.5 Ausgewählte Beispielszenen für die Übersetzungsanalyse
3.5.1 Szene 1: Die Entstehung der Stadt Gottes (00:01:59 bis 00:07:52)
3.5.2 Szene 2: Der Überfall auf das Motel (00:10:21 bis 00:11:27)
3.5.3 Szene 3: Die Cocotas am Strand (00:32:53 bis 00:34:22)
4 Rezeption des Films Cidade de Deus in Deutschland: Eine Fehlrezeption?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des brasilianischen Films Cidade de Deus in Deutschland mit einem Fokus auf die Rolle der Filmübersetzung (Synchronisation und Untertitelung). Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die spezifische Art der Übersetzung sowie eine mangelnde Kontextualisierung zu einer Fehlrezeption beim deutschen Publikum beigetragen haben und inwiefern die theoretische Debatte um die "Kosmetik des Hungers" in diesem Kontext eine Rolle spielt.
3.5.1 Szene 1: Die Entstehung der Stadt Gottes (00:01:59 bis 00:07:52)
Man muss sich auch im Klaren darüber sein, dass durch wirtschaftliche Zwänge die Filme in Rekordzeiten fertig gestellt werden müssen. Daher bleibt meist keine Zeit für das Korrektur lesen und die Revision übrig, ganz abgesehen von der Zusammenarbeit mit Übersetzungs- bzw. Medienübersetzungsexperten.
Einige problematische Stellen in den ausgewählten Szenen sowohl im Bereich der Untertitelung als auch im Bereich der Synchronisation werde ich nun näher analysieren. Die zu besprechenden Stellen werden mit Zahlen im Original und in der entsprechenden Übersetzung versehen und punktuell abgehandelt. Im vierten Kapitel werde ich dann auf mögliche Rezeptionsfehler auch anhand der deutschen Version eingehen.
Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich einer potenziellen Fehlrezeption von Cidade de Deus in Deutschland durch unzureichende Titelübernahme und fehlende Kontextualisierung.
1 Entstehung der Cidade de Deus: Realer und fiktiver Ort: Überblick über die Ursprünge des Begriffs Favela, den Roman von Paulo Lins und die Entstehung des Films von Fernando Meirelles.
2 Filmgeschichte in Brasilien: Chronologische Darstellung des brasilianischen Kinos mit Fokus auf die Entwicklung zum Realitätsfilm und die theoretischen Debatten über Ästhetik und Gewalt.
3 Kosmetik des Hungers durch die Übersetzung des Films?: Analyse der Übersetzungsstrategien des Films, der Problematik der Titelwahl sowie der Auswirkung von Synchronisation und Untertitelung auf die Wahrnehmung der Originalatmosphäre.
4 Rezeption des Films Cidade de Deus in Deutschland: Eine Fehlrezeption?: Untersuchung der deutschen Rezeption anhand von Pressekritiken und Zusammenführung der Erkenntnisse zur Frage, ob ein interkultureller Transfer des Films geglückt ist.
Cidade de Deus, City of God, Brasilianischer Film, Filmübersetzung, Synchronisation, Untertitelung, Fehlrezeption, Ästhetik des Hungers, Kosmetik des Hungers, Ivana Bentes, Glauber Rocha, Cinema Novo, Gewalt, Interkultureller Transfer, Retomada.
Die Diplomarbeit untersucht die deutsche Rezeption des Films Cidade de Deus und analysiert, wie die gewählte Filmübersetzung (Titel, Synchronisation, Untertitelung) das Verständnis des Films beim deutschen Publikum beeinflusst hat.
Die Arbeit verknüpft brasilianische Filmgeschichte und theoretische Debatten über Armut und Gewalt im Film mit übersetzungswissenschaftlichen Ansätzen.
Es soll geprüft werden, ob die deutsche Synchronfassung und Untertitelung zu einer Fehlrezeption beigetragen haben, insbesondere im Hinblick auf die Debatte um die "Kosmetik des Hungers".
Die Autorin kombiniert eine filmhistorische Einordnung mit einer vergleichenden Übersetzungsanalyse (Original vs. deutsche Version) und stützt sich auf Rezensionen und kritische Fachliteratur.
Neben der Filmgeschichte Brasiliens analysiert die Arbeit die Debatte zwischen der "Ästhetik des Hungers" (Glauber Rocha) und der kritischen Sichtweise der "Kosmetik des Hungers" (Ivana Bentes) sowie konkrete Beispielszenen aus dem Film.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Cidade de Deus, Filmübersetzung, interkultureller Transfer, Fehlrezeption und Ästhetik des Hungers.
Die Autorin argumentiert, dass der englische Titel keine Verbindung zur brasilianischen Realität herstellt und beim deutschen Publikum falsche Erwartungen weckt, die den Zugang zur tatsächlichen Problematik des Films erschweren.
Gewalt wird im Film als zentrales Element der Favela-Realität begriffen; die Kritik entzündet sich daran, ob diese Gewalt pädagogisch sinnvoll dargestellt wird oder lediglich zur Unterhaltung ("Kosmetik") dient.
Sie bewertet die Synchronisation als problematisch, da durch die Anpassung der Sprache und Stimmen (z. B. Xavier Naidoo als Sprecher für einen Jugendlichen) die authentische Atmosphäre und der soziolinguistische Kontext des Originals verloren gehen.
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