Bachelorarbeit, 2008
101 Seiten, Note: 1,3
1.0 Einleitung
2.0 Das politische System Russlands
2.1 Die Verfassung
2.2 Der Präsident
2.3 Die Regierung
2.4 Das Parlament
2.4.1 Die Staatsduma
2.4.2 Der Föderationsrat
2.5 Das Parteiensystem
3.0 Das russische Mediensystem
3.1 historische Entwicklung
3.2 Struktur, Akteure und deren Selbstverständnis
4.0 Medien und deren Verhältnis zum Staat
4.1 Medien als vierte Gewalt im Staat
4.2 Medien als Propagandamaschine
4.3 Typisierung politischer Kommunikationskultur
4.4 Strukturelle Einflussfaktoren nach Hallin und Mancini
5.0 Beziehung zwischen Medien und Staat in Russland
5.1 Analyse der Beziehungen
5.1.1 Typisierung der Kommunikationskultur
5.1.2 Analyse der strukturellen Einflussfaktoren
5.2 Macht russischer Medien
5.3 Ohnmacht russischer Medien
6.0 Fazit
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen den Medien und dem Staat in der Russischen Föderation unter Präsident Putin, mit dem Ziel, die Dynamik von Macht und Ohnmacht der Medien innerhalb dieses politischen Rahmens zu analysieren.
3.1 historische Entwicklung
Bereits unter Stalin gab es in Russland eine gewisse Medienkontrolle durch das System, aber erst gegen Ende der 1960er Jahre, mit der weiten Verbreitung des Fernsehens, wurden die Medien regelrecht als Propagandamaschinerie benutzt, wobei wohl das größte Augenmerk auf dem noch recht neuen Sendeformat lag. Dies wird daran gelegen haben, dass bereits Ende der 1960er Jahre rund die Hälfte und Mitte der 1970er Jahre zwei-Drittel der Bevölkerung durch das Medium Fernsehen erreicht werden konnten. Jedoch war es natürlich schwieriger Bild und Ton zu kontrollieren, so dass es nicht verwundert, dass es zu Sowjetzeiten nur sehr wenige Live-Sendungen gab. Die äußerst beliebte nächtliche Nachrichten-Sendung „Vremya“ stellte eine dieser Ausnahmen dar, doch auch hier wurden sämtliche Texte vorab überprüft und redigiert.
Die Zensur der Massenmedien wurde zum Einen durch die offizielle sowjetische Doktrin über die Massenmedien, zum Anderen durch zentral gesteuerte Kontrollsysteme vorbereitet und gewährleistet. Die Doktrin über die Massenmedien basierte auf Lenins Verständnis, dass Zeitungen „kollektive Propagandisten, Agitatoren und Organisatoren“ (nach Koltsova 2006: 24; von mir übersetzt, V.S.) sein müssten. Insgesamt wurde von den Medien verlangt, das sowjetische System zu unterstützen. Dennoch war von Meinungsfreiheit die Rede, wobei hier Freiheit von Kapital und Oppositionspolitikern gemeint war, so dass man von einer parteitreuen Meinungsfreiheit sprechen könnte.
1.0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Massenmedien für eine Demokratie und führt in die Fragestellung zur Macht und Ohnmacht der Medien im Russland unter Putin ein.
2.0 Das politische System Russlands: Dieses Kapitel stellt das Machtgefüge in Russland dar, insbesondere die zentrale Rolle des Präsidenten und die Struktur von Regierung und Parlament.
3.0 Das russische Mediensystem: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung sowie die aktuellen Akteure und das Selbstverständnis des russischen Mediensystems.
4.0 Medien und deren Verhältnis zum Staat: Es werden theoretische Rollen von Medien als vierte Gewalt oder Propagandamaschine sowie Analyseschemata zur Typisierung politischer Kommunikationskultur eingeführt.
5.0 Beziehung zwischen Medien und Staat in Russland: Die Anwendung der theoretischen Schemata auf die russische Realität offenbart die Dominanz staatlicher Strukturen und die Machtverhältnisse im Mediensystem.
6.0 Fazit: Das Fazit resümiert, dass das russische Mediensystem weitgehend staatlich dominiert ist, wenngleich vereinzelte kritische Stimmen existieren.
Russland, Medien, Staat, Präsident Putin, Gelenkte Demokratie, Meinungsfreiheit, Zensur, Propaganda, Vierte Gewalt, Mediensystem, Kommunikation, Politische Macht, Journalismus, Oligarchen, Autonomie
Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen den Medien und dem Staat in der Russischen Föderation während der Präsidentschaft von Wladimir Putin.
Im Fokus stehen das politische System Russlands, die historische und aktuelle Entwicklung des russischen Mediensystems sowie die theoretische Einordnung politischer Kommunikationskulturen.
Die Arbeit untersucht, wie sich das Verhältnis zwischen Medien und Staat gestaltet hat und inwiefern man von Macht oder Ohnmacht der Medien gegenüber dem russischen Staat unter Putin sprechen kann.
Die Autorin nutzt Literaturanalysen und wendet etablierte theoretische Modelle, wie die Typisierung politischer Kommunikationskultur von Barbara Pfetsch und das Analyseraster von Hallin und Mancini, auf den russischen Kontext an.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Systemanalyse von Politik und Medien, eine theoretische Definition von Medienrollen und die anschließende empirische Anwendung dieser Theorien auf die russische Situation.
Zentrale Begriffe sind unter anderem "Gelenkte Demokratie", Medienautonomie, Politisierung, staatliche Kontrolle, Zensur und Propaganda.
Laut der Arbeit zeichnet sich das russische System durch eine hohe Politisierung und Instrumentalisierung aus, bei der staatliche Interessen und die Machtfestigung Vorrang vor einer kritischen Kontrollfunktion haben.
Das Fernsehen wird als das wichtigste und zugleich am stärksten kontrollierte Medium identifiziert, das als Propagandamaschine fungiert und die Mehrheit der russischen Bevölkerung erreicht.
Die Autorin nennt die "Nowaja Gaseta" als ein seltenes Beispiel für kritischen Journalismus, weist jedoch darauf hin, dass deren Reichweite und Einfluss auf die Gesamtbevölkerung im Vergleich zu staatlich gelenkten Medien begrenzt sind.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Pressefreiheit in Russland eher ein niedergeschriebener Rechtsanspruch als gelebte Praxis ist und durch Repressionen, Selbstzensur und ökonomischen Druck stark eingeschränkt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

