Diplomarbeit, 2007
60 Seiten, Note: 1,3
ZUM GELEIT: EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK DER ARBEIT
I. DAS NEUTESTAMENTLICH BEGRÜNDETE HILFSETHOS BEI GERD THEIßEN
1.1 Die Rede vom Weltgericht (Mt 25, 31-46)
1.2 Der barmherzige Samariter (Lk 10, 25-37)
1.3 Die Grenzen des universalen Hilfsethos
1.3.1 Das psychologische Problem der Selbstschädigung
1.3.2 Das soziologische Problem der kaschierten Machtausübung
1.3.3 Altruismus und genetischer Egoismus
1.4 Das universale Hilfsethos
1.5 Um die Ecke gedacht: die Motivation der Leser / Zuhörer
II. WEITUNG DER PERSPEKTIVE: MÖGLICHE SOZIALPSYCHOLOGISCHE ANTWORTEN AUF DIE FRAGE NACH DEM ZUSTANDEKOMMEN VON ALTRUISTISCHEM VERHALTEN
2.1 Das prosoziale Motivsystem
2.2 Die Empathie-Altruismus-Hypothese
2.3 Die Negative-state-relief-Hypothese
2.4 Extrinsisch motivierte Hilfe
2.5 Die Norm der sozialen Verantwortung
2.6 Das kognitive Motivationsmodell
2.7 Moral und Altruismus
2.8 Der Erwerb altruistischer Verhaltensweisen
2.8.1 Nachahmung altruistischer Modelle
2.8.2 Diakonisch-soziales Lernen
2.8.2.1 Die Entwicklung des Selbst
2.9 Sozialpsychologische Synopse
III. EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE DEUTSCHLANDS
3.1 Gründe für ehrenamtliches Engagement in der EKD
3.2 Teilnahmemotive Jugendlicher aus den evangelischen Jugendverbänden
3.3 Motive altruistischen Handelns in den Biographien verbandlich organisierter Jugendlicher der EKD
3.3.1 Lucia (15 Jahre alt, Gymnasiastin)
3.3.2 Markus (24 Jahre alt, Student)
3.3.3 Rebecca (21 Jahre alt, Studentin)
3.3.4 Ruben (19 Jahre alt, Gymnasiast)
3.3.5 Die Motivbündel der vier Beispielbiographien
IV. DIE BEDEUTUNG EHRENAMTLICHEN ENGAGEMENTS FÜR DIE KIRCHE DER ZUKUNFT
4.1 Herausforderungen an eine Kirche der Zukunft
4.2 Mögliche Zukunftsmodelle der EKD
Exkurs: Das Priestertum aller Getauften
4.2.1 Kirchliche Orte
4.2.2 Vom Pfarrteam zum regionalgemeindlichen Team
4.3 Die Kirche der Ehrenamtlichen
4.4 Ehrenamtliche Mitarbeit auf dem Weg zu einer größeren Kontinuität
4.4.1 Die Dankeschön-Kultur
4.4.2 Aufstiegsmöglichkeiten, Fort- und Weiterbildung
4.4.3 Begleitende spirituelle Angebote
4.4.4 Klare Kompetenzbereiche, eigenverantwortliche Arbeitsfelder
4.4.5 Kompetenzprofile
4.5 Der Gemeindepädagoge als mögliche Schlüsselfigur zukunftsfähiger Begleitung von Ehrenamtlichen
Die Arbeit untersucht das neutestamentlich begründete Hilfsethos bei Gerd Theißen und setzt es in Bezug zur sozialpsychologischen Motivationsforschung, um daraus Anforderungen an eine zukunftsfähige Gestaltung ehrenamtlichen Engagements in der evangelischen Kirche abzuleiten.
1.1 Die Rede vom Weltgericht (Mt 25, 31-46)
„Alle Menschen - gleichgültig ob sie Juden, Christen oder Heiden sind - werden nach demselben Maßstab im Gericht gemessen: daran, ob sie notleidenden Menschen geholfen haben - gleichgültig ob diese Juden, Heiden oder Christen sind.“
Diesen Satz sieht Gerd Theißen als Grundgedanken der Rede vom Weltgericht (Mt 25, 31-46), in dem das christliche Hilfsethos des Neuen Testamentes deutlich zutage tritt. Jesus spricht von Gerechten und Ungerechten, die vor dem Weltenrichter stehen und zuerst kein Bewusstsein darüber haben, zu welcher der beiden Gruppen sie gehören. Und der Weltenrichter nimmt als Maßstab für gerechtes Handeln die sechs Werke der Barmherzigkeit (Hungernde speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde aufnehmen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen). Als die Gerechten darauf angesprochen werden, dass sie durch ihr Handeln zu „Gesegneten des Vaters“ (Mt 25, 34) geworden sind, stellen sie erstaunt die Frage, wann sie dem Menschensohn all diese guten Werke getan haben. Und dieser antwortet: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40). Die Ungerechten hingegen sind sich keiner Schuld bewusst und wenden sich ebenfalls an den Weltenrichter. Dieser antwortet ihnen, dass sie ihrem Nächsten keines dieser guten Werke getan haben. „Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.“ (Mt 25, 45). Am Ende erhalten die Ungerechten eine ewige Strafe und die Gerechten das ewige Leben (Mt 25, 46).
I. DAS NEUTESTAMENTLICH BEGRÜNDETE HILFSETHOS BEI GERD THEIßEN: Untersuchung der Definition eines universalen Hilfsethos basierend auf neutestamentlichen Gleichnissen und deren Grenzen.
II. WEITUNG DER PERSPEKTIVE: MÖGLICHE SOZIALPSYCHOLOGISCHE ANTWORTEN AUF DIE FRAGE NACH DEM ZUSTANDEKOMMEN VON ALTRUISTISCHEM VERHALTEN: Darstellung sozialpsychologischer Modelle zur Erklärung prosozialen Verhaltens und deren Integration in eine Synopse.
III. EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT IN DER EVANGELISCHEN KIRCHE DEUTSCHLANDS: Analyse der Beweggründe für ehrenamtliches Engagement durch EKD-Studien und biographische Interviews mit Jugendlichen.
IV. DIE BEDEUTUNG EHRENAMTLICHEN ENGAGEMENTS FÜR DIE KIRCHE DER ZUKUNFT: Ableitung von Anforderungen an eine zukunftsfähige Ehrenamtlichenarbeit unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Gemeindepädagogen.
Hilfsethos, Gerd Theißen, Ehrenamt, Evangelische Kirche, Altruismus, Sozialpsychologie, prosoziales Handeln, Motivation, Diakonisch-soziales Lernen, Motivbündel, Priestertum aller Getauften, Gemeindepädagoge, EKD, Ehrenamtlichenarbeit, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit verknüpft biblisch-theologische Grundlagen des Helfens mit sozialpsychologischen Erkenntnissen über Motivation, um das Ehrenamt in der evangelischen Kirche besser zu verstehen.
Im Zentrum stehen das universale Hilfsethos, psychologische Motivationsfaktoren für prosoziales Verhalten, biographische Motivanalysen Jugendlicher sowie Zukunftsperspektiven der kirchlichen Arbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass ehrenamtliches Engagement stets von einer Mischung aus altruistischen und egoistischen Motiven getragen wird und die Kirche ihre Strukturen entsprechend anpassen muss.
Der Autor verbindet eine exegetische Analyse neutestamentlicher Texte mit der theoretischen Aufarbeitung sozialpsychologischer Modelle sowie der Auswertung empirischer Studiendaten und biographischer Interviews.
Es werden verschiedene sozialpsychologische Hypothesen zum Helfen erläutert und die Motive ehrenamtlich tätiger Jugendlicher im Kontext der evangelischen Jugendarbeit analysiert.
Zentrale Begriffe sind Hilfsethos, Altruismus, ehrenamtliches Engagement, Motivbündel, Sozialpsychologie und zukunftsfähige Gemeindeentwicklung.
Es dient als theologisches Fundament für die Zukunftsmodelle der Kirche, da es die aktive Verantwortungsübernahme durch Ehrenamtliche legitimiert.
Sie belegen empirisch, dass egoistische Bedürfnisse wie Spaß, Anerkennung oder Identitätsbildung untrennbar mit altruistischem Engagement verbunden sind.
Er fungiert als Integrationsfigur, die Ressourcen der Ehrenamtlichen aktiviert und durch seine Arbeit Kirche alltagsnah erfahrbar macht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

