Studienarbeit, 2006
29 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Dementielle Erkrankungen
2.1 Definition
2.2 Klassifikationen
2.2.1 Primäre Demenzen
2.2.2 Sekundäre Demenzen
2.3 Stadien der Demenz
2.4 Symptome der Demenzerkrankten
2.5 Die einfache Logik der Demenz
2.6 Gesetze der Demenz
2.6.1 Erstes Demenzgesetz: Gestörte Einprägung
2.6.2 Zweites Demenzgesetz: Der Gedächtnisabbau
2.7 Gesellschaftliche Aspekte zum Umgang mit dementiell erkrankten Menschen
2.8 Die Bedürfnispyramide nach Maslow im Bezug auf das Krankheitsbild Demenz
2.9 Die Bedürfnisblume für dementiell Erkrankte nach Kitwood
2.10 Das Erleben der Wirklichkeit bei Demenz
2.10.1 Allgemeine Betrachtungen zur Wirklichkeit
2.10.2 Der Krankheitsverlauf
2.10.3 Die Begleitungsbedürftigkeit
2.10.4 Die Versorgungsbedürftigkeit
2.10.5 Die Phase der Pflegebedürftigkeit
3. Professionelle Begleitung von Menschen mit Demenz
4. Kommunikation
5. Kritische Würdigung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Ansätze und Methoden aufzuzeigen, die an Demenz erkrankten Menschen ein Leben in weitestgehender Zufriedenheit ermöglichen, indem ein tieferer Einblick in ihre subjektive Erlebniswelt vermittelt wird.
2.6.2 Zweites Demenzgesetz: Der Gedächtnisabbau
Das Langzeitgedächtnis kann man mit einer großen Bibliothek voller Tagebücher vergleichen. Der Mensch mit einem voll funktionsfähigen Gehirn schreibt alles, was er für wichtig hält, hinein. Jeder schreibt so unbemerkt an seinem Gesamtwerk. Eine kleine Auswahl: die erste Begegnung mit dem Weihnachtsmann, der erste Partner, die Anstandsregeln, der erste Schultag, der Tod der Oma, Düfte, Gespräche oder Begegnungen, die einen stark beeindruckt haben. Zahllose Erfolgserlebnisse, aber auch die Misserfolge, stehen in den Tagebüchern. So entstehen wohl tausende von Einträgen, die später alle ordentlich nach Jahrgängen sortiert in der Bibliothek des Langzeitgedächtnisses archiviert werden.
Ein Achtzigjähriger, der seit drei Jahren dement ist, wird sich hingegen an die Ereignisse der letzten Jahre kaum noch erinnern. Durch seine gestörte Einprägung in den letzten Jahren war er nicht mehr in der Lage seine Tagebücher anzulegen. Die Bücher sind seit dem Ausbruch der Demenz leer und unbeschrieben. Dem Erkrankten fällt es sehr viel leichter, über den Zeitraum vor dem Ausbruch seiner Krankheit zu erzählen. Mit dem Fortschreiten der Demenz tritt jedoch eine Veränderung ein: Das zweite Demenzgesetz tritt in Kraft:
Auch das Langzeitgedächtnis fängt an Risse zu zeigen. Es löscht seine Daten auf eine ganz besondere Weise: Es wird wie ein Wollknäuel abgewickelt, vom Ende zum Anfang hin.
Zuerst verschwinden die Tagebücher des Jahrgangs vor dem Ausbruch der Krankheit, später die des Jahres davor usw. Als letztes bleiben die Tagebücher aus der Jugend und der Kindheit übrig. Im fortgeschrittenen Stadium stehen dem Demenzkranken also nur noch die Tagebücher der ersten fünf Lebensjahre zu Verfügung.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen in der professionellen Begleitung von demenzkranken Menschen und stellt den Bedarf für einen tieferen Einblick in deren subjektive Welt dar.
2. Dementielle Erkrankungen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Definitionen, Klassifikationen, Symptome sowie psychologische Erklärungsmodelle und Bedürfnisse demenzkranker Menschen.
3. Professionelle Begleitung von Menschen mit Demenz: Hier werden Anforderungen an das Pflegepersonal und die Bedeutung der personenzentrierten Pflege im Alltag einer Tagespflegeeinrichtung diskutiert.
4. Kommunikation: Dieser Abschnitt beschreibt die Bedeutung von Sprache, Mimik und Gestik sowie den bewussten Einsatz positiver Kommunikation zur Unterstützung des Wohlbefindens.
5. Kritische Würdigung: Der Autor reflektiert über die praktische Anwendung theoretischer Pflegetheorien und leitet daraus notwendige Konsequenzen für die Arbeit mit Angehörigen und Pflegenden ab.
Demenz, Alzheimer, Gedächtnisabbau, Pflegetheorie, Tom Kitwood, Huub Buijssen, personenzentrierte Pflege, Kommunikation, Bedürfnisse, Biographie, Tagespflege, Lebensqualität, Demenzgesetze, Empathie, Wirklichkeitserleben.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung und praktischen Betreuung von Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, mit besonderem Fokus auf deren subjektives Erleben.
Zu den zentralen Themen gehören die medizinischen Grundlagen, psychologische Erklärungsmodelle für Gedächtnisverluste sowie die Bedeutung von Bedürfnissen und Kommunikation in der Pflege.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Demenzkranken ein Leben in Zufriedenheit ermöglicht werden kann, indem Pflegende Zugang zu ihrer subjektiven Welt finden.
Der Autor stützt sich vor allem auf die "Gesetze der Demenz" nach Huub Buijssen sowie die Bedürfnismodelle von Abraham Maslow und die "Bedürfnisblume" von Tom Kitwood.
Der Hauptteil analysiert, wie Demenz die Wahrnehmung der Realität verändert und wie Pflegekräfte ihre Sprache und ihr Verhalten an die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen anpassen können.
Sie kombiniert theoretisches Fachwissen mit der langjährigen praktischen Erfahrung des Autors aus der Arbeit in einer Tagespflegeeinrichtung.
Es beschreibt den Gedächtnisabbau als einen Prozess, der wie ein "Wollknäuel" vom Ende zum Anfang abgewickelt wird, sodass nur frühe Erinnerungen länger erhalten bleiben.
Da Demenzkranke den Inhalt verbaler Gespräche oft nicht mehr erfassen können, gewinnen nonverbale Signale, Vertrauen und eine wertschätzende Haltung massiv an Bedeutung.
Die Biografiekenntnis ist essenziell, um die individuelle Identität des Erkrankten zu verstehen und ihm trotz Gedächtnisverlusts Sicherheit und Anerkennung zu vermitteln.
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