Masterarbeit, 2008
84 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Popmusik – Popularmusik – Populäre Musik
2.1. Bereiche der Popularmusikforschung
2.2. Bedeutungswandel des Begriffs „populär“
2.3. Pop – Popularmusik – Rock: Abgrenzung und terminologischer Überblick
3. Die Entwicklung der spanischen Popularmusik ab 1950
3.1. Das spanische Lied und die Ankunft des Rock’n’Roll
3.2. La edad de oro der spanischen Popularmusik
3.3. Nova canço catalana und progressiver Rock
3.4. Die spanische Movida
3.4.1. Transición und Entstehung der Movida
3.4.2. Zum Begriff der Movida
3.4.3. Sex, drugs and rock’n’roll
3.4.4. Musikalische Vielfalt
3.4.5. Themen und Sprache der Musik
3.4.5.1. Tabubruch und neue Freiheiten
3.4.5.2. Zukunftsängste und Mangel an Perspektiven
3.4.6. Madrid und andere Zentren der Movida
3.4.7. Kommerzialisierung und Niedergang
4. Die Entwicklung der deutschen Popularmusik ab 1950
4.1. Rock around the clock – Rock’n’Roll revolutioniert die Popularmusik
4.2. Der deutsche Schlager
4.3. Die Beatmusik der 1960er Jahre
4.4. Popularmusik in der DDR
4.5. Deutschrock – Emanzipation der deutschen Musikszene
4.6. Die Neue Deutsche Welle
4.6.1. Die Punkbewegung in England und Deutschland
4.6.2. Entstehung der Neuen Deutschen Welle
4.6.2.1. Trennung von Punk und Neuer Deutscher Welle
4.6.2.2. Das Konzept der unabhängigen Plattenfirmen
4.6.3. Musikszenen und deren spezifische Eigenschaften
4.6.3.1. Hamburg
4.6.3.2. Berlin
4.6.3.3. Düsseldorf
4.6.3.4. Hannover
4.6.3.5. Weitere Musikszenen
4.6.4. Themen und Sprache der Neuen Deutschen Welle
4.6.4.1. „Neue deutsche Ehrlichkeit“
4.6.4.2. Neue Schlagermusik
4.6.5. Kommerzialisierung und Niedergang
5. Movida und Neue Deutsche Welle – Ein Vergleich
5.1. Kontext des Entstehungsprozesses
5.2. Punktuelle Konzentration versus regionale Ausbreitung
5.3. Thematik und Sprache der Musik
5.4. Kommerzieller Ausverkauf
5.5. Abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die kulturellen Bewegungen der spanischen "Movida" und der "Neuen Deutschen Welle". Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Entwicklung, ihrer thematischen Ausrichtung sowie ihrer jeweiligen Einbettung in die nationale Musikgeschichte und Jugendkultur aufzuzeigen.
3.4.1. Transición und Entstehung der Movida
«Hablar de movida es dar entidad a algo que tiene mil cabezas y mil formas…», es hablar de un momento de euforia, de explosión cultural y de marasmo artístico que coincide con una la tardía conquista española de la «Bastilla democrática» después de la larga y oscura noche del Franquismo.
Durch den Tod Francos am 20. November 1975 verlor Spanien einen totalitären Führer, der über einen Zeitraum von 40 Jahren alle ideologischen und politischen Diskurse und Leitideen in seiner Person vereint hatte. Es entstand ein Machtvakuum, das erst gefüllt werden musste. Die Reaktion der Bevölkerung auf den Tod des Diktators waren Freude und Euphorie, denn 40 Jahre der Isolierung und des Stillstandes waren zu Ende. Die Menschen spürten, in einer historisch wichtigen Epoche zu leben und wollten diese aktiv mitgestalten: „satisfacer un deseo de historia que se manifiesta a través de una «necesidad vital de participar, de influir en los acontecimientos en la calle [y desde la calle]»” (Tango 2006: 60). Die Transición wurde zu einer historischen Epoche, die Spanien durch drei Ereignisse politisch, wirtschaftlich und soziokulturell näher an Europa rückte, wie uns Cristina Tango erklärt: zum Einen wurde im Dezember 1978 die Verfassung durch Volksabstimmung gebilligt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Popmusik als Forschungsgegenstand ein und skizziert die methodische Anlage des Vergleichs zwischen der spanischen Movida und der Neuen Deutschen Welle.
2. Popmusik – Popularmusik – Populäre Musik: Das Kapitel legt die begrifflichen Grundlagen dar, reflektiert den Bedeutungswandel des Begriffs "populär" und grenzt die unterschiedlichen Strömungen voneinander ab.
3. Die Entwicklung der spanischen Popularmusik ab 1950: Dieser Teil beleuchtet den Weg der spanischen Musik vom traditionellen Liedgut über die Ankunft des Rock’n’Roll und die Entstehung der Movida bis hin zu deren Niedergang.
4. Die Entwicklung der deutschen Popularmusik ab 1950: Das Kapitel analysiert die deutsche Popmusikgeschichte von der Nachkriegszeit über die Beatmusik und den Deutschrock bis hin zur Neuen Deutschen Welle und deren kommerzieller Sättigung.
5. Movida und Neue Deutsche Welle – Ein Vergleich: Der Schlussteil bringt die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammen, um die Bewegungen systematisch hinsichtlich Kontext, Struktur, Thematik und Kommerzialisierung gegenüberzustellen.
Movida, Neue Deutsche Welle, Populärmusik, Jugendkultur, Popmusik, Transición, Punk, Rock'n'Roll, Kommerzialisierung, Musikszene, spanische Musikgeschichte, deutsche Musikgeschichte, Subkultur, Identität, Liedtexte.
Die Arbeit untersucht vergleichend die beiden popkulturellen Phänomene "Movida" in Spanien und "Neue Deutsche Welle" in Deutschland.
Im Zentrum stehen die historische Entstehung, die soziokulturelle Bedeutung, die thematische Gestaltung der Musik und die Faktoren, die zum kommerziellen Aufstieg und Niedergang der Bewegungen führten.
Ziel ist es, Analogien und Differenzen zwischen den beiden nationalen Musikszenen systematisch zu erarbeiten und zu vergleichen.
Die Arbeit verfolgt einen vierteiligen methodischen Ansatz: begriffliche Klärung, getrennte Untersuchung der beiden nationalen Szenen und abschließende komparative Gegenüberstellung.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Entwicklung der spanischen Musik (besonders die Movida) und der deutschen Musik (vor allem die Neue Deutsche Welle) inklusive ihrer musikalischen Innovationen und textlichen Schwerpunkte.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Popularmusik, Jugendkultur, Subkultur, Kommerzialisierung, Identität und die spezifischen Bezeichnungen Movida und Neue Deutsche Welle.
Madrid fungierte als kreatives Zentrum der Bewegung, in dem die meisten Bands entstanden, die ein aktives Nachtleben prägten und die kulturellen Veränderungen der Transición am deutlichsten sichtbar machten.
Der Begriff "Neue Deutsche Ehrlichkeit" beschreibt den Trend der Zeit, gesellschaftliche Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Entfremdung in direkten, unverblümten deutschen Texten zu thematisieren, im Kontrast zur vermeintlich heilen Welt des traditionellen Schlagers.
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