Magisterarbeit, 2007
181 Seiten
Beweggründe für die Themenauswahl
1. Einleitung
2. Spracherwerb
2.1 Erstspracherwerb
2.2 Zweitspracherwerb
2.3 Bilingualismus/ Additiver Bilingualismus
2.3.1 Der frühe Bilingualismus
2.3.2 Dominante Sprache, nichtdominante Sprache – starke Sprache, schwache Sprache
2.3.3 Sprachmischungen (Codeswitching)
2.3.4 Semilingualismus - doppelte Halbsprachigkeit
3. Interferenz
3.1 Interferenz auf phonologischer Basis
3.2 Grammatikalische Interferenzen
3.3 Lexikalische Interferenzen
4. Abriss der arabischen Linguistik
4.1. Warum wird die arabische Sprache als eine schwer zu erwerbende Sprache angesehen?
4.2 Die arabische Schrift
4.3 Zur Phonetik und Phonologie des Arabischen
4.4 Phonetischer Sprachvergleich zwischen artikulatorisch verwandten arabischen und englischen Phonemen
4.5. Zur Morphologie und Syntax des Arabischen
4.5.1 Das Nomen
4.5.2 Der bestimmte Artikel
4.5.3 Die Kopula „sein“
4.5.4 Das Verb
4.5.5 Das Pronomen
4.5.6 Die suffigierten Personalpronomen
4.5.7 Die feminine Endung „tå² marbýta“
4.5.8 Die Demonstrativpronomen
4.5.9 Die Relativpronomen
4.5.10 Die Präpositionen
4.5.11 Der Satz
5. Die Untersuchungen
5.1 Die Probanden des Aussprachetests
5.1.1 Auswertung der Aussprachetests mit den bilingualen Probanden
5.1.2 Auswertung der Aussprachetests mit den monolingualen Probanden
5.1.3 Zusammenfassung der Ergebnisse der Aussprachetests und Schlussfolgerungen
5.2 Einleitung und Vorgehensweise zum Morphologie- und Syntax-Test
5.2.1 Die Processability Theory
5.2.2 Die Probanden des Morphologie- und Syntax-Tests
5.3 Die Interviews
5.3.1 Die Situation der Familie
5.3.1.1 Die Mütter der Probanden des Morphologie- und Syntax-Tests
5.3.1.2 Die Väter der Probanden des Morphologie- und Syntax-Tests
6. Die Untersuchungsmethode
6.1 Zur Transkriptionsmethode
6.1.1 Das Testmaterial
6.1.2 Testvorbereitungen
6.2 Auswertung des Morphologie- und Syntax-Tests (Datenerhebungsverfahren) und Vorgehensweise
7. Ergebnisse der Untersuchung
7.1 Ergebnisse für Arabisch
7.1.1 Beispiele zu den einzelnen Stufen
7.1.2 Erläuterungen zu den Abkürzungen
7.1.3 Beispiele für das NP agreement der Stufe drei aus den Äußerungen der Probanden
7.1.4. Erläuterungen zu den Abkürzungen
7.2 Ergebnisse für Deutsch
7.2.1 Beispiele für die Verb-End-Stellung der Stufe sechs aus den Äußerungen der Probanden
7.3 Ergebnisse für Englisch
7.4 Beispiele aus den Äußerungen der Probanden zum Possessive Pronoun
7.5 Beispiele aus den Äußerungen der Probanden zur Satzstellung gemäß SVO im Englischen
7.6 Beispiele für die Anwendung der Plural-s Endung bei Nomen
7.7 Beispiele für die Anwendung der Endung –ing des Present Tense Continous
7.8 Erläuterungen der Ergebnisse
7.9 Schlussfolgerungen
7.9.1 Analysen und Kommentare zu einzelnen Äußerungen der Probanden im Morphologie- und Syntax-Test
7.9.2 Sprachmischungen/Kodewechsel (Codeswitching und Codemixing) in den Äußerungen der Probanden
7.9.3 Äußerungen mit dem Einsatz von Körpersprache
7.10 Interferenz
8. Der muttersprachliche Unterricht; eine Möglichkeit zur Erweiterung der Erstsprache/Muttersprache von Lernern mit Migrationshintergrund
8.1 Der muttersprachliche Hocharabisch Unterricht (Interviewergebnisse des Lehrers Herr D. und den Eltern der Probanden)
8.2 Der muttersprachliche Hocharabisch Unterricht aus Sicht der Eltern der Probanden der fünften Klasse
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Erwerb des Englischen als dritte Sprache bei Kindern mit einem bilingualen arabisch-deutschen Hintergrund. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob die Zweisprachigkeit und der Erwerb einer Erstsprache (Arabisch), die als schwierig gilt, den Lernprozess einer weiteren Fremdsprache (Englisch) behindern oder fördern. Dabei wird insbesondere der Einfluss von Sprachmischungen (Codeswitching) und Interferenzen sowie die Rolle des muttersprachlichen Unterrichts beleuchtet.
2.3.1 Der frühe Bilingualismus
Die Formen des simultanen, sukzessiven und additiven Bilingualismus werden von den folgenden Faktoren gelenkt:
• einer vom Alter und der bzw. den bereits erworbenen Sprach(en) abhängigen neuronalen Vernetzung,
• den altersspezifischen kognitiven Fähigkeiten,
• dem entsprechenden Sprachtyp,
• umweltspezifischen Faktoren (Art, Intensität und Dauer des Kontakts) und schließlich
• persönlichen Eigenschaften wie Motivation und sozialer Integration des Lerners (vgl. Peltzer-Karpf A./Zangl R. 1998, S. 18).
Diese soeben genannten Faktoren treten entweder zeitgleich oder nebeneinander auf. Sie sind jedoch abhängig voneinander. Bilinguale Kinder verfügen über Sprachsysteme, die in verschiedenen und für jede Sprache einzeln, in unterschiedlichen Zeitspannen aufgebaut werden. Der Aufbau ist folglich sprachbedingt und das Erwerbstempo ist abhängig von der Komplexität der zu erwerbenden Sprache. Wichtig für den Aufbau der Sprachsysteme von bilingualen Kindern ist die Selektion von Daten und die Differenzierung der Sprachsysteme über die das bilinguale Kind verfügt. In Abhängigkeit jeder Erwerbssituation hat es dadurch seine zwei, drei oder manchmal auch mehr Sprachsysteme entweder simultan oder sukzessiv erworben. Folglich findet bei diesen Kindern im Gehirn das Selektieren, Differenzieren und Reorganisieren von Sprache nebeneinander und nacheinander statt (ebenda 1998, S. 19). Auf die spezielle Situation von bilingualen und multilingualen Kindern angewandt, sollte die Wechselwirkung zwischen Gehirn und der sprachlichen Umwelt die folgenden Prozesse beinhalten:
1. die Selektion von Inputdaten aus zwei oder mehreren Sprachsystemen, die in Abhängigkeit von der Ähnlichkeit und der Komplexität simultan oder sukzessiv erfolgen können und dementsprechend den zeitlichen Verlauf des Erwerbs bestimmen.
2. Die Differenzierung von Systemen, nicht nur innerhalb einer Sprache, sondern parallel dazu auch zwischen den Sprachen.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen des Spracherwerbs in einer globalisierten Welt und definiert das Forschungsinteresse an bilingualen Kindern mit arabisch-deutschem Hintergrund.
2. Spracherwerb: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen zum Erst-, Zweit- und additiven Bilingualismus sowie Phänomene wie Semilingualismus und Codeswitching.
3. Interferenz: Hier wird der negative Transfer zwischen Sprachen erläutert, wobei phonologische, grammatikalische und lexikalische Ebenen unterschieden werden.
4. Abriss der arabischen Linguistik: Das Kapitel bietet einen linguistischen Überblick des Arabischen, einschließlich der Schrift, Phonetik, Morphologie und Syntax, um die Grundlage für die Fehleranalyse zu schaffen.
5. Die Untersuchungen: Detaillierte Vorstellung der Zielgruppe und der angewandten Testmethoden zur Überprüfung der Aussprache- sowie der morphologischen und syntaktischen Kompetenzen.
6. Die Untersuchungsmethode: Beschreibung des methodischen Vorgehens, einschließlich der Transkriptionsmethode und der Testmaterialien, die für die Datenerhebung genutzt wurden.
7. Ergebnisse der Untersuchung: Präsentation und detaillierte Auswertung der erhobenen Testergebnisse in den Sprachen Arabisch, Deutsch und Englisch.
8. Der muttersprachliche Unterricht; eine Möglichkeit zur Erweiterung der Erstsprache/Muttersprache von Lernern mit Migrationshintergrund: Untersuchung des Stellenwerts und der Organisation des muttersprachlichen Hocharabisch-Unterrichts in Deutschland.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Implikationen für den schulischen Sprachunterricht.
Bilingualismus, Spracherwerb, Interferenz, Arabisch, Deutsch, Englisch, Migration, Codeswitching, Processability Theory, Phonetik, Morphologie, Syntax, Muttersprachenunterricht, Semilingualismus, Fremdsprachenerwerb.
Die Magisterarbeit untersucht den Prozess des Englischerwerbs als dritte Sprache bei bilingualen Kindern, die mit Arabisch als Erstsprache und Deutsch als Zweitsprache aufwachsen.
Die Arbeit fokussiert sich auf Sprachmischungen, Interferenzphänomene zwischen den drei Sprachen sowie die kognitiven und sozialen Bedingungen des Spracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund.
Es soll geklärt werden, ob bilinguale Kinder durch ihre Mehrsprachigkeit Schwierigkeiten beim Erlernen einer dritten Sprache (Englisch) haben oder ob sie von ihren bereits vorhandenen Sprachkompetenzen profitieren.
Die Autorin kombiniert theoretische Analysen zur Sprachwissenschaft mit einer empirischen Studie, in der sie Aussprachetests sowie Morphologie- und Syntaxtests mit Probanden durchführt und die Ergebnisse mittels der "Processability Theory" auswertet.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung des Zweitspracherwerbs, einen linguistischen Abriss des Arabischen, die detaillierte Darstellung der empirischen Untersuchungen sowie die Analyse von Sprachproben der Probanden.
Zu den Kernbegriffen gehören Bilingualismus, Interferenz, Sprachmischung (Codeswitching), Spracherwerb, Erstsprache, Migrationshintergrund und die Processability Theory.
Die Studie zeigt, dass trotz unterschiedlicher familiärer Hintergründe alle Kinder Schwierigkeiten bei der strikten Trennung der Sprachkodes aufweisen, aber grundsätzlich erfolgreich eine dritte Sprache in der Schule erwerben können.
Die Arbeit argumentiert, dass der muttersprachliche Unterricht entscheidend zur Stärkung der Erstsprache beitragen kann, jedoch häufig unter mangelnder Akzeptanz oder organisatorischen Defiziten leidet.
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