Bachelorarbeit, 2008
38 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Kritische Betrachtung der Theorie der effizienten Märkte
3 Arbitragelimitationen
3.1 Noise Trader Risko
3.1.1 Noise Trading am Anleihemarkt
3.1.2 Noise Trading am Aktienmarkt
3.1.3 Möglichkeiten zur Umgehung des Noise Trader Risikos
3.2 Transaktionskosten
3.2.1 Transaktionskosten im engeren Sinn
3.2.2 Zinsen
3.2.3 Idiosynkratisches Risiko
3.2.4 Dividende
4 Der Einfluss von Noise Trading im DAX
4.1 Untersuchung des Comovements des DAX
4.1.1 Der Modellrahmen von Morck / Yeung / Yu
4.1.2 Vorgehensweise und Datengrundlage
4.1.3 Ergebnisse der Untersuchung
4.2 Untersuchung des Noise Tradings im DAX
4.2.1 Vorgehensweise und Datengrundlage
4.2.2 Ergebnisse der Untersuchung
4.3 Interpretation der Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Noise Trading und verschiedenen Arbitragelimitationen auf die Kursbewegungen von Wertpapieren. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob und wie sich Noise Trading im DAX über einen Zeitraum von 20 Jahren entwickelt hat, insbesondere unter Berücksichtigung von Marktineffizienzen.
3.1.1 Noise Trading am Anleihemarkt
Man kann Noise Trading als einen der Grunde identifizieren, die zur Pleite des Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) im Herbst 1998 fuhrten. Die Trader von LTCM fanden heraus, dass neu emittierte US-Staatsanleihen eine geringere Rendite hatten als solche, die eine Periode zuvor emittiert wurden. Der Unterschied zwischen einer neuen (”on-the-run“), z. B. 30-jährigen Staatsanleihe und einer alten (”off-the-run“), z. B. einer mit nur noch 29,5 Jahren Restlaufzeit belief sich auf ca. sieben Basispunkte. Da beide Anleihen jedoch am Ende exakt dieselbe Ruckzahlung liefern mussten, musste theoretisch auch der Preis gleich sein. LTCM verkaufte also die teure, neuere Anleihe und kaufte die alte in der Erwartung, dass sich die Preise annähern wurden. Dies war einer der ersten Trades von LTCM und er funktionierte uber längere Zeit sehr gut.
Jedoch fuhrte die allgemeine Panik an den Märkten aufgrund des russischen Staatsbankrottes im September 1998 zu einem ”flight-to-quality“ in die liquideren, neueren Staatsanleihen und somit zur Ausweitung der Spreads. Obwohl die Investoren kein Geld abziehen konnten, da sie vertraglich dazu verpflichtet waren, dies mindestens drei Jahre lang nicht zu tun, erlitt LTCM hohe Verluste aufgrund von Margin Calls der Banken, die die Anleihen zum Leerverkauf zur Verfugung stellten.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Einflusses von Noise Trading auf Finanzmärkte und Vorstellung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2 Kritische Betrachtung der Theorie der effizienten Märkte: Theoretische Auseinandersetzung mit der EMH und Darstellung von Argumenten, die gegen eine vollkommene Markteffizienz sprechen.
3 Arbitragelimitationen: Detaillierte Untersuchung von Hindernissen für rationale Arbitrage, insbesondere Noise Trader Risiko und Transaktionskosten.
4 Der Einfluss von Noise Trading im DAX: Empirische Analyse des Comovements und des idiosynkratischen Risikos im DAX zur Messung von Noise Trading Aktivitäten.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Diskussion möglicher zukünftiger Forschungsansätze.
Noise Trading, Arbitragelimitationen, Asset Pricing, DAX, Effiziente Markthypothese, Comovement, Idiosynkratisches Risiko, Arbitrage, Finanzmärkte, Behavioral Finance, Long-Term Capital Management, Marktineffizienz, Kapitalmarktforschung, Rendite, Volatilität.
Die Arbeit untersucht, wie irrationales Anlegerverhalten, sogenanntes Noise Trading, und Begrenzungen der Arbitrage die Effizienz und Preisbildung auf Finanzmärkten beeinflussen.
Die zentralen Themen sind die Hypothese der effizienten Märkte (EMH), die Ursachen und Auswirkungen von Noise Trader Risiken sowie verschiedene Arten von Transaktionskosten, die Arbitrage erschweren.
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Noise Trading im DAX aufgetreten ist und wie sich dieses Phänomen über einen Zeitraum von 20 Jahren entwickelt hat.
Die Untersuchung nutzt zwei Methoden: Erstens die Analyse der Gleichlaufbewegung (Comovement) von Aktien nach Morck, Yeung und Yu und zweitens die Untersuchung des idiosynkratischen Risikos mittels OLS-Regression.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Arbitragelimitationen erläutert und anschließend die Entwicklung des Noise Tradings im DAX anhand der beiden empirischen Methoden analysiert.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Noise Trading, Arbitragelimitationen, DAX, Effiziente Markthypothese und Comovement charakterisieren.
LTCM dient als praktisches Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, wie Arbitrage-Strategien an Risiken scheitern können, wenn Marktteilnehmer sich nicht rational verhalten.
Der Boom des Neuen Marktes und das anschließende Platzen der Dotcom-Blase werden als Faktoren diskutiert, die das Verhalten von Kleinanlegern und damit auch das Comovement im DAX beeinflusst haben.
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