Masterarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Information als Instrument der Verbraucherpolitik
2.1. Stellenwert in der deutschen Verbraucherpolitik
2.2. Eigenschaften und Bedeutung
2.2.1. Definition und Eigenschaften
2.2.2. Ziele, Aufgaben und Wirkungen
2.2.3. Informationsquellen
2.3. Einflüsse auf das Informationsverhalten der Konsumenten
2.3.1. Informationsbedarf
2.3.2. Psychische Grundlagen des Informationsverhaltens
2.3.2.1. Aktivierende Prozesse
2.3.2.2. Kognitive Prozesse
2.3.3. Einflüsse auf die Kaufentscheidung
2.4. Fazit
3. Methoden der Verbraucherinformation
3.1. Verbraucherpolitische Konzeptionen und Leitbilder
3.1.1. Verbraucherleitbilder
3.1.2. Verbraucherpolitische Konzeptionen
3.2. Instrumente und Strategien der Informationsvermittlung
3.2.1. Instrumente
3.2.2. Strategien
3.3. Fazit
4. Praxis der Verbraucherpolitik
4.1. EU-Kommissariat für Gesundheit und Verbraucherschutz
4.2. Staatlicher Verbraucherschutz in Deutschland
4.3. Private Organisationen
4.3.1. Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
4.3.2. Die Stiftung Warentest
4.3.3. Bundesverband Verbraucherinitiative e.V.
4.4. Fazit
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
6. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der Verbraucherschutzarbeit mit Fokus auf Informationsvermittlung in Deutschland und der EU, beleuchtet theoretische Konzepte und untersucht Strategien zur Informationsvermittlung unter Nutzung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse.
1.1. Problemstellung
Verbraucherpolitik als eine Förderung des Verbraucherinteresses wird in den USA seit etwa 100 Jahren und in Europa seit dem 2. Weltkrieg praktiziert. Genauso lange wird auch über ihre Existenz und Notwendigkeit diskutiert. Es gibt allerdings unbestreitbar verschiedene Elemente, welche einen negativen Einfluss auf die Markttransparenz haben. Diese rechtfertigen ein informationsorientiertes Eingreifen in das Marktgeschehen. Im Folgenden sollen diese verschiedenen Einflüsse kurz dargestellt werden. Seit der Zeit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts sind sowohl Produkte als auch Produktionsprozesse immer differenzierter geworden. Die Qualität der in Anspruch genommenen Güter und Dienstleistungen ist vom Verbraucher seitdem immer schwerer zu beurteilen. Hinzu kommen immer ausgefeiltere Marketingtechniken und neue Herausforderungen durch Internationalisierung und Globalisierung der Märkte.
Das Informationsgefälle zwischen Produzent und Konsument ist so stetig gewachsen. Asymmetrische Informationsverteilung zwischen Anbieter und Nachfrager wirkt sich negativ auf die angebotene Qualität aus und kann bis zum Marktversagen führen. Dies betrifft vor allem Vertrauenseigenschaften. Bei diesen Gütern lässt sich die Qualität vom Konsumenten kaum oder nur mit großem Aufwand selbst feststellen. Durch Unsicherheit über die Qualität von Gütern entstehen weiteren Problemen: Adverse Selektion führt zu einer systematische Verdrängung guter Qualitäten vom Markt, durch Moral Hazard entstehen Wohlfahrtsverluste, da Einzelne ihren Nutzen auf Kosten anderer maximieren.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Verbraucherpolitik seit der BSE-Krise ein und definiert die zentralen Begriffe sowie das Ziel der Arbeit.
2. Information als Instrument der Verbraucherpolitik: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung von Verbraucherinformation, deren theoretische Grundlagen sowie psychologische Faktoren des Informationsverhaltens.
3. Methoden der Verbraucherinformation: Das Kapitel erörtert verbraucherpolitische Leitbilder und Konzeptionen sowie spezifische Instrumente und Strategien zur Informationsvermittlung.
4. Praxis der Verbraucherpolitik: Hier wird die praktische Umsetzung des Verbraucherschutzes durch die EU-Kommission sowie staatliche und private Akteure in Deutschland dargestellt.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die theoretische Fundierung und die praktische Umsetzung der Verbraucherpolitik und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zur Bedeutung und Anwendung von Verbraucherinformation als verbraucherpolitisches Instrument zusammen.
Verbraucherpolitik, Verbraucherinformation, Markttransparenz, Informationsverhalten, Konsument, Involvement, Kaufentscheidung, Verbraucherleitbild, Verbraucherschutz, Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale, Informationsdefizit, Marktversagen, Verhaltenswissenschaften, Interventionspolitik
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit von Verbraucherinformation als zentrales Instrument der Verbraucherpolitik in Deutschland und der Europäischen Union.
Im Fokus stehen die Theorie der Verbraucherpolitik, verhaltenspsychologische Grundlagen des Informationsverhaltens, die Rolle staatlicher und privater Institutionen sowie aktuelle Strategien der Informationsvermittlung.
Das Ziel ist eine Statusanalyse der aktuellen Verbraucherschutzarbeit, insbesondere der Informationsvermittlung, sowie eine theoretische Einordnung neuer verhaltenswissenschaftlicher Ansätze.
Es wird eine Statusanalyse der Verbraucherschutzarbeit durchgeführt, ergänzt durch eine Analyse bestehender ökonomischer und verhaltenswissenschaftlicher Theorien zur Verbraucherpolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse von Informationsinstrumenten, die verbraucherpolitischen Konzeptionen und die praktische Arbeit von Akteuren wie der EU-Kommission, dem BMELV, dem vzbv und der Stiftung Warentest.
Die wichtigsten Schlagworte sind Verbraucherinformation, Markttransparenz, Konsumentensouveränität, Informationsverhalten, Involvement, Verbraucherschutz und verhaltenswissenschaftliche Ansätze.
Die Arbeit betont, dass das zugrunde liegende Bild des Verbrauchers maßgeblich darüber entscheidet, wie verbraucherpolitische Maßnahmen konzipiert und eingesetzt werden, wobei eine Verschiebung vom "homo oeconomicus" hin zu realistischeren verhaltenswissenschaftlichen Modellen beobachtet wird.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz eines gesteigerten theoretischen Interesses die praktische Umsetzung oft durch mangelnde Finanzierung und geringes politisches Gewicht der Verbraucherpolitik behindert wird.
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