Diplomarbeit, 2006
137 Seiten, Note: 1,0
1 Die Autonomie des Patienten
1.1 Autonomie bei einwilligungsfähigen Patienten
1.1.1 Voraussetzungen der Autonomie
1.1.2 Die Wichtigkeit einer autonomen Entscheidung
1.1.3 Elementare Rechte der Patientenautonomie
1.1.4 Sicherung der Patientenautonomie durch die informierte Zustimmung
1.1.5 Patientenautonomie und Pflege
1.2 Autonomie bei einwilligungsunfähigen Patienten
1.2.1 Der wirkliche Wille des Patienten
1.2.2 Der mutmaßliche Wille des Patienten
1.2.3 Entscheidungen nach allgemeinen Wertvorstellungen
2 Die Patientenverfügung
2.1 Inhaltliche Darstellung von Patientenverfügungen
2.2 Historische Entwicklung der Patientenverfügung
2.3 Rechtliche Grundlagen der Patientenverfügung
2.3.1 Gesetzliche Grundlagen und ausgewählte Gerichtsurteile
2.3.2 Entwicklung der Verbindlichkeit von Patientenverfügungen
2.3.3 Anforderungen an eine verbindliche Patientenverfügung
2.4 Ethische Gesichtspunkte der Patientenverfügung
2.4.1 Die Patientenverfügung in Bezug auf Diskussionen zur Sterbehilfe
2.4.2 Problem der begrenzten Fähigkeit zur Antizipation
2.4.3 Das Recht zu Sterben und die Pflicht zu töten
3 Anforderungen an schriftliche Beratungsmaterialien
3.1 Die Problematik schwer verständlicher Beratungsmaterialien
3.2 Eigenschaften guter Beratungsmaterialien
3.2.1 Inhalt, Formatierung und Layout von Beratungsmaterialien
3.2.2 Erhöhung der Lesbarkeit durch die richtige Schreibweise
4 Darstellung der Untersuchungsmethoden
4.1 Darstellung der untersuchten Patientenverfügungen
4.1.1 Die Christliche Patientenverfügung
4.1.2 Die Persönliche Patientenverfügung
4.1.3 Die Patientenverfügung der Bayerischen Justiz
4.2 Lesbarkeitsskalen
4.3 Das SAM-Schema
4.4 Aufbau der schriftlichen Befragung
4.4.1 Darstellung des Anschreibens
4.4.2 Darstellung des Fragebogens
5 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
5.1 Ergebnisse der Lesbarkeitsskalen
5.2 Ergebnisse des modifizierten SAM-Schemas
5.3 Allgemeine Ergebnisse der schriftlichen Befragung
5.3.1 Rücklauf des Fragebogens
5.3.2 Sozialstatistische Daten und Vorwissen über Patientenverfügungen
5.4 Ergebnisse der schriftlichen Befragung
5.4.1 Allgemeine Verständlichkeit der Patientenverfügungen
5.4.2 Aufbau und Verständlichkeit des Inhalts
5.4.3 Ausfüllen der Patientenverfügung
5.4.4 Allgemeine Qualität der Patientenverfügungen
5.4.5 Fazit zur schriftlichen Befragung
6 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Patientenverfügungen sprachlich und inhaltlich so verständlich gestaltet sind, dass sie Patienten am Lebensende eine informierte und autonome Entscheidung über ihre medizinische Behandlung ermöglichen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Sind Patientenverfügungen verständlich genug, um eine autonome Entscheidung des Patienten durch die dargebotenen Informationen zu gewährleisten?
Die Wichtigkeit einer autonomen Entscheidung
Die unbeschränkte Dominanz der Autonomie des Patienten hat auch Kritiker. Es stellt sich die Frage, ob die „… Selbstbestimmung am Lebensende für jedes Wohl des Patienten die beste Wahl ist“39. Eibach fordert die Einbettung einer auf der Autonomie des Patienten aufbauenden Ethik in eine vorrangige Ethik der Fürsorge: „Einerseits ist es unethisch, Menschen in schweren Krisen Entscheidungen abzuverlangen, zu denen sie nicht fähig oder auch nicht willens sind, andererseits kann ein solches Nichtentscheiden aber auch keine Rechtfertigung dafür sein, dass andere einen Menschen nach ihrem Belieben behandeln […].“40
Dies wird durch Personenbefragungen bestätigt, aus denen hervorgeht, dass die meisten Menschen in Krisen- und Grenzsituationen des Lebens auf eigenständige Entscheidungen bezüglich ihrer Behandlung verzichten, und diese lieber dem Arzt oder den Angehörigen überlassen würden. In diesen Situationen ist ihnen ihr Wohlergehen wichtiger als ihre Autonomie und sie halten andere in der Beurteilung ihres Wohlergehens für kompetenter als sich selbst.41
Es stellt sich die Frage, warum die Autonomie des Patienten so wichtig ist, wenn der Arzt nach dieser paternalistischen Vorstellung besser weiß, was für den Patienten gut ist.42 Eine autonome Entscheidung zu treffen heißt, nach seinen eigenen Wertvorstellungen zu handeln. Für jeden Menschen bedeutet die Vorstellung und das Erleben von Angst, Schmerzen oder körperlicher Einschränkung etwas anderes. Jeder darf nach seinen wert- und erlebnisbezogenen Interessen eine persönliche Abwägung vornehmen. Es ist demnach wichtig, diese Entscheidungen zu ermöglichen, ohne sie dem Patienten abzuverlangen. Die Akzeptanz der persönlichen Wünsche des Patienten ermöglicht ihm nicht nur ein Leben nach seinen persönlichen Wertvorstellungen, sie bedeutet auch eine Steigerung seines Wohlergehens, da man ihn respektiert und dadurch ein Fundament der Selbstachtung bei dem Patienten herstellt. Wichtig hierbei ist, dass Autonomieschutz immer neutral gegenüber den Entscheidungsgründen sein muss, egal ob diese zum Beispiel Angst vor Schmerzen oder einfach persönliche Ideale sind. Von Bedeutung ist lediglich, dass Entscheidungen freiwillig, mit hinreichender Kenntnis des Sachverhaltes und vorhandener Einwilligungsfähigkeit zustande kommen.43
Die Autonomie des Patienten: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Autonomie und beleuchtet die Voraussetzungen für einwilligungsfähige und einwilligungsunfähige Patienten.
Die Patientenverfügung: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung, rechtliche Einordnung und ethischen Dilemmata von Patientenverfügungen bei Entscheidungen am Lebensende.
Anforderungen an schriftliche Beratungsmaterialien: Es werden Kriterien für die Gestaltung verständlicher Informationsmedien erarbeitet und auf Patientenverfügungen übertragen.
Darstellung der Untersuchungsmethoden: Vorstellung der Analyse von drei Patientenverfügungen mittels Lesbarkeitsskalen und einem modifizierten SAM-Schema sowie einer postalischen Befragung.
Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Präsentation und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich Lesbarkeit, Layout und Nutzerverständlichkeit der drei untersuchten Formulare.
Schlussfolgerungen: Fazit zur Arbeit mit Empfehlungen für die Gestaltung zukünftiger Patientenverfügungen und dem Bedarf an Aufklärung durch das Pflegepersonal.
Patientenautonomie, Patientenverfügung, informierte Zustimmung, Pflegeethik, Lesbarkeit, Verständlichkeit, Beratungsmaterialien, SAM-Schema, Patientenrechte, Lebensende, Selbstbestimmung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Befragung, Patientenwunsch.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Verständlichkeit von Patientenverfügungen und der Frage, ob diese Patienten in die Lage versetzen, am Lebensende eine informierte und autonome Entscheidung zu treffen.
Zentral sind das Konzept der Patientenautonomie, die rechtliche und ethische Bedeutung von Patientenverfügungen sowie Anforderungen an die Gestaltung von Beratungsmaterialien.
Das Ziel ist zu evaluieren, ob die Formulierungen in bestehenden Patientenverfügungen ausreichend verständlich sind, um eine autonome Entscheidung des Verfassers sicherzustellen.
Der Autor nutzt eine Kombination aus Inhaltsanalyse mittels Lesbarkeitsskalen, einem modifizierten Suitability Assessment of Materials (SAM-Schema) und einer empirischen, postalischen Befragung der Zielgruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Patientenautonomie, die Analyse von Patientenverfügungen als Instrument und die methodische Aufarbeitung der Verständlichkeit sowie deren praktische Überprüfung.
Wichtige Begriffe sind Patientenautonomie, Patientenverfügung, informierte Zustimmung, Lesbarkeit und Verständlichkeit.
Sie wird der Gruppe der "Ja/Nein-Musterformulare" zugeordnet, die wenig individuellen Spielraum bieten, aber eine einfache Handhabung mit einem religiösen Wertesystem verbinden.
Alle untersuchten Dokumente weisen Schwächen in der Lesbarkeit auf, sind jedoch als "bedingt geeignet" einzustufen; eine Überarbeitung der Formulierungen und eine bessere optische Strukturierung könnten die Verständlichkeit weiter steigern.
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