Examensarbeit, 2007
71 Seiten, Note: 1,0
0 VORWORT
1 EINFÜHRUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND EINGRENZUNGEN
2.1 Motorik
2.2 Motorisches Lernen
2.3 Neurowissenschaft
3 SYNERGETIK UND KONNEKTIONISMUS
4 SYNERGETIK NEURONALER STRUKTUREN
4.1 Motorischer Kortex
4.2 Basalganglien
4.3 Kleinhirn
5 KONNEKTIONISMUS NEURONALER INFORMATIONSEINHEITEN
5.1 Grundlagen neuronaler Netze
5.2 Netztypen
5.2.1 Das Perceptron
5.2.2 Multilayer Perceptrons
5.2.3 Kohonen-Netz
5.2.4 Hopfield-Netz
5.2.5 Elman-Netz
5.3 Lernverfahren
5.3.1 Überwachtes Lernen
5.3.2 Unüberwachtes Lernen
5.3.3 Verstärkendes Lernen
5.4 Lernregeln
5.4.1 Hebbsches Lernen und Langzeitpotenzierung
5.4.2 Delta-Regel und Backpropagation
5.4.3 Center-Surround-Prinzip
6 ZUSAMMENFASSUNG
7 AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess des motorischen Lernens ausschließlich aus einer neurowissenschaftlichen Perspektive. Dabei wird das Ziel verfolgt, ein interdisziplinäres Verständnis zu schaffen, indem neurophysiologische, systemtheoretische und konnektionistische Ansätze vereint werden, um zu klären, wie Bewegungen gesteuert und durch Lernprozesse nachhaltig verändert werden.
4.1 Motorischer Kortex
Der motorische Kortex ist im Frontallappen des Kortex angesiedelt. Er ist verantwortlich für die Entstehung höherrangiger, willkürlicher Bewegungen. Zur Planung und Gestaltung von Bewegungen werden sowohl Informationen des somatosensorischen Kortex als auch Emotions- und Motivationsaspekte aus dem Assoziationskortex integriert. Eine weitere entscheidende Rolle zur Abstimmung der Motorik spielen die Basalganglien und das Kleinhirn in zwei subkortikalen Funktionsschleifen.
Die Neuronen der motorischen Areale sind reziprok miteinander verbunden. Die Anzahl und Größe der Neuronen bilden sechs typische Schichten. Dickere Schichten sind zum Beispiel die Schicht V des primär motorischen Kortex, da dort sehr viele und zugleich besonders große sogenannte Pyramidenzellen sitzen. Ähnlich verhält es sich mit der Schicht VI des angrenzenden somatosensorischen Kortex, wo Afferenzen des peripheren Nervensystems verarbeitet werden. Mit Hilfe dieser sensorischen Informationen werden die Stellung des Körpers und Aspekte der Umwelt in den motorischen Prozess mit einbezogen.
Mit Angabe des nach Brodmann benannten histologischen Feinbaus kann der motorische Kortex in vier Areale mit speziellen Funktionen unterteilt werden (vgl. Zilles & Rehkämper, 1998, S. 262ff.). Sie sind in Abbildung 7 dargestellt und heißen:
- Primär motorischer Kortex (Area 4 nach Brodmann)
- Prämotorische Kortex (lateraler Teil der Area 6 nach Brodmann)
- Supplementär motorische Kortex (medialer Teil der Area 6 nach Brodmann)
- Cingulär motorische Kortex (Area 24)
0 VORWORT: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors und die interdisziplinäre Herangehensweise an die Thematik.
1 EINFÜHRUNG: Es werden die zentralen Begriffe Motorik und motorisches Lernen definiert und die Struktur der Arbeit als Verbindung von Synergetik und Konnektionismus dargelegt.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN UND EINGRENZUNGEN: Dieser Abschnitt differenziert zwischen Reflexen, automatischen Bewegungen und Willkürbewegungen und führt den Begriff der Neuroplastizität ein.
3 SYNERGETIK UND KONNEKTIONISMUS: Die Arbeit stellt diese zwei Systemtheorien vor, um das Gehirn sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch als Informationsnetzwerk zu betrachten.
4 SYNERGETIK NEURONALER STRUKTUREN: Dieses Kapitel analysiert das Zusammenwirken von motorischem Kortex, Basalganglien und Kleinhirn bei der motorischen Kontrolle.
5 KONNEKTIONISMUS NEURONALER INFORMATIONSEINHEITEN: Hier werden künstliche neuronale Netze als Modellvorstellungen genutzt, um Lernverfahren und Lernregeln wie das Hebbsche Lernen zu erklären.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Erkenntnisse über die synaptische Plastizität und die Modellierung von Lernvorgängen werden hier gebündelt.
7 AUSBLICK: Das Kapitel reflektiert die zunehmende Bedeutung neurowissenschaftlicher Ansätze für die Sportwissenschaft und zukünftige Forschungsperspektiven.
Motorisches Lernen, Neurowissenschaft, Synergetik, Konnektionismus, Neuroplastizität, Motorischer Kortex, Basalganglien, Kleinhirn, Neuronale Netze, Hebbsches Lernen, Backpropagation, Sensomotorik, Synapse, Repräsentation, Handlungsgedächtnis
Die Arbeit untersucht motorische Lernprozesse unter dem Fokus aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und verbindet dabei biologische Funktionsweisen mit systemtheoretischen Modellen.
Die zentralen Felder sind die neuronale Steuerung und Regelung von Bewegungen, die Plastizität des Gehirns sowie die Modellierung von Lernprozessen mittels künstlicher neuronaler Netze.
Ziel ist es, die komplexen, interdisziplinären Mechanismen zu entschlüsseln, die es dem Menschen ermöglichen, Bewegungen durch Training zu erlernen und zu verfeinern.
Die Arbeit verfolgt einen hermeneutischen Ansatz, bei dem Erkenntnisse aus der Neurophysiologie, Systemtheorie und Kognitionspsychologie zusammengeführt und auf Basis konnektionistischer Modelle analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine synergetische Betrachtung makroskopischer Gehirnstrukturen und eine konnektionistische Analyse der mikroskopischen Vernetzung von Neuronen.
Wichtige Begriffe sind Motorisches Lernen, Neuroplastizität, Synergetik, Konnektionismus sowie spezifische Lernregeln wie das Hebbsche Lernen.
Sie fungieren als eine Art Handlungsgedächtnis, in dem erfolgreich ausgeführte Bewegungsabläufe gespeichert und bei Bedarf freigegeben oder gehemmt werden.
Es bietet die fundamentale Erklärung dafür, wie die simultane Aktivität verbundener Neuronen deren Synapsenstärke erhöht, was die biologische Basis für das Abspeichern von gelernten Inhalten darstellt.
Sie dienen als vereinfachte Modellvorstellungen, um die komplexen, biologisch schwer beobachtbaren Lernprozesse mathematisch beschreibbar und somit verständlicher zu machen.
Es zeichnet sich durch die Fähigkeit zur Selbstorganisation topographischer Karten aus, was eine direkte Analogie zum Aufbau der kortikalen Areale im menschlichen Gehirn darstellt.
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