Diplomarbeit, 2009
135 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Zentrale Fragestellung
1.2 Kurzfassung
2 Die US Subprime Krise
2.1 Ursachen, Verlauf und Ausbreitung der Subprime Krise
2.2 Die Effekte der Finanzkrise auf die Realwirtschaft der Industrieländer
2.3 Die Ausbreitung der Finanzkrise nach Europa
3 Die MOE Volkswirtschaften und die Finanzkrise
3.1 Die wirtschaftlichen Bedingungen in der MOE Region vor der Finanzkrise
3.2 Die Effekte der Finanzkrise auf die Volkswirtschaften der MOE Region
3.3 Fazit und Ausblick
4 Die Wohnungsmärkte in den MOE Staaten
4.1 Historische Entwicklung der Wohnungsmärkte in der MOE Region
4.2 Der aktuelle Entwicklungsstand der Wohnungsmärkte in der MOE Region
4.3 Die Wohnungsmärkte in der MOE Region und die Finanzkrise
5 Das relative Risiko auf den Wohnungsmärkten der MOE Staaten
5.1 Das Scoringmodell zur Messung des relativen Risikos
5.2 Die Ergebnisse des Scoringmodells
6 Schlussbemerkungen
6.1 Gesamtfazit
6.2 Allgemeiner Ausblick für die MOE Volkswirtschaften und Wohnungsmärkte
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der US-Subprime-Krise auf die mittel- und osteuropäischen (MOE) Volkswirtschaften sowie deren Wohnungsmärkte. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern diese Länder einem Risiko von Immobilienmarktzusammenbrüchen ausgesetzt sind und wie sich solche Einbrüche auf das gesamte Wirtschaftswachstum auswirken könnten.
2.1.1. Der Weg zur Krise
Der Name der Krise stammt von den Hypothekendarlehen an Kreditnehmern mit suboptimaler Bonität, Hauskredite die „subprime“ genannt werden. Zu den Charakteristika der Subprime-Kredite zählen:
• ein Kreditscore „FICO“ (Fair Isaac Corp.) unter 620 Punkten, auf einer Skala von 400 bis 900 Punkten,
• eine Beleihungsquote von 85% des Hauswertes (im Vergleich zu 70% in Deutschland), was einen ursprünglichen Eigenkapitalanteil von nur 15% an der Finanzierung des Hauskaufes impliziert,
• eine unvollständige Dokumentierung der Einkommens- und Vermögenssituation der Kreditnehmer,
• eine lückenhafte oder schlechte Kredithistorie und
• eine hohe Verschuldungsquote, d.h. ein Anteil von ca. 55% oder höher der monatlichen Darlehensrate (Zins- plus Tilgungszahlung) vom verfügbaren Einkommen.
Seit dem Platzen der letzten Häusermarktblase im Jahre 1993 verzeichnete man in den USA bis zum Ausbruch der Subprime Krise eine Verdoppelung der Hauspreise. Gleichzeitig erreichten die Zinsen infolge der expansiven Geldpolitik der „Federal Reserve“ nach der IT Blase von 2001 ein sehr niedriges Niveau, was sich implizit auch in dem Zinsniveau der Hypothekendarlehen widerspiegelte, das laut der „Mortgage Bankers Association“ im Zeitraum 2001 bis 2004 um ganze 4 Prozentpunkte sank.
Diese Entwicklungen, zusammen mit einer aggressiven Kreditvergabestrategie der Hypothekenbroker und -banken, führten zu einer Vervierfachung des Anteils der Subprime Hausdarlehen von 5% des gesamten jährlichen US Hypothekendarlehensvolumens im Jahre 2001 auf 20% im Jahre 2006 (siehe Abbildung 1). Dabei wurden nicht allein Erstwohnungen finanziert, wie dies eventuell aus sozialethischen Gründen bei Kreditnehmern mit schlechter Bonität zu vermuten wäre, sondern es wurden auch Hypotheken für Subprime-Kreditnehmer mit Investitions- oder Spekulationsabsichten generiert.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die drei zentralen Forschungsfragen der Diplomarbeit, die sich auf die wirtschaftliche Ausgangslage der MOE-Staaten, den Entwicklungsstand ihrer Wohnungsmärkte und das Risiko von Marktzusammenbrüchen konzentrieren.
2 Die US Subprime Krise: Dieses Kapitel erläutert detailliert die Entstehung der Subprime-Krise in den USA, die Rolle der Verbriefungsprozesse und die Ausbreitung der Krise auf die globale Realwirtschaft sowie auf Europa.
3 Die MOE Volkswirtschaften und die Finanzkrise: Hier wird der Konvergenzprozess der MOE-Region analysiert und aufgezeigt, welche makroökonomischen Anfälligkeiten die Region im Vorfeld der Krise aufwies.
4 Die Wohnungsmärkte in den MOE Staaten: Dieses Kapitel beschreibt die spezifische historische und aktuelle Entwicklung der Wohnungsmärkte in den neun MOE-Staaten und analysiert die Treiber von Nachfrage und Angebot.
5 Das relative Risiko auf den Wohnungsmärkten der MOE Staaten: In diesem zentralen methodischen Kapitel wird ein Scoringmodell angewendet, um das relative Einbruchrisiko der einzelnen Wohnungsmärkte quantitativ zu bewerten.
6 Schlussbemerkungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Auswirkungen der Krise und gibt einen Ausblick auf die langfristige Entwicklung der untersuchten Volkswirtschaften.
US Subprime Krise, MOE-Staaten, Finanzkrise, Wohnungsmärkte, Scoringmodell, Immobilienblase, Konvergenzprozess, Leistungsbilanzdefizite, Kreditwachstum, Risikomanagement, Hypothekendarlehen, Verbriefung, Wirtschaftswachstum, Kapitalzuflüsse, Euroisierung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der US-Subprime-Finanzkrise auf die mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften und speziell deren Immobilienmärkte.
Die Analyse umfasst die Ursachen der globalen Finanzkrise, die ökonomischen Anfälligkeiten der MOE-Region sowie eine quantitative Risikobewertung der jeweiligen Wohnungsmärkte.
Das Ziel ist es, das Risiko eines Zusammenbruchs der Wohnungsmärkte in neun MOE-Staaten einzuschätzen und mit früheren Krisenfällen (wie in Spanien oder Irland) in Relation zu setzen.
Die Arbeit nutzt ein Scoringmodell, das elf verschiedene Risikofaktoren aggregiert, um ein relatives Risikomaß für die Stabilität der Wohnungsmärkte in der Region zu berechnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Krisenursachen, die makroökonomische Untersuchung der MOE-Region und die detaillierte Bewertung der Immobilienmarktindikatoren wie Eigenheimquoten und Kreditvolumina.
Zentrale Begriffe sind Subprime-Krise, Konvergenz, Scoringmodell, Leistungsbilanzdefizit und Immobilienmarkt-Risiko.
Der Vergleich dient dazu, die strukturellen Ähnlichkeiten in den makroökonomischen Anfälligkeiten der damaligen Tigerstaaten mit denen der heutigen MOE-Staaten aufzuzeigen, um Rückschlüsse auf die Krisenfestigkeit zu ziehen.
Diese besicherten Anleihen gelten in der Region als sicherere Alternative zu klassischen Mortgage Backed Securities (MBS), da die Hypothekenforderungen in der Bilanz der Originator-Banken verbleiben.
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