Bachelorarbeit, 2006
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Filmgeschichte
2.1 Die Geschichte des mexikanischen Films
2.2 Die Zensur im mexikanischen Film
3. Erläuterung zur gewählten Methode der Filmanalyse und Interpretation
4. Filme
4.1 ‚Y tu mamá también – Lust for Life’, 2001
4.1.1 Produktionsdaten und kurze Inhaltsangabe
4.1.2 Sequenzanalyse
4.1.3 Inhaltsanalyse
4.1.4 Marxistische Interpretation
4.1.5 Cineastische Ebene
4.2 ‚Die Versuchung des Padre Amaro’, 2002
4.2.1 Produktionsdaten und kurze Inhaltsangabe
4.2.2 Sequenzanalyse
4.2.3 Inhaltsanalyse
4.2.4 Marxistische Interpretation
4.2.5 Cineastische Ebene
5. Schlussbetrachtung/Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die filmische Darstellung des modernen, zeitgenössischen Mexikos um die Jahrtausendwende anhand der beiden prominenten Filme „Y tu mamá también“ und „Die Versuchung des Padre Amaro“. Ziel ist es aufzuzeigen, dass mexikanische Filmemacher in dieser Phase in der Lage waren, trotz staatlicher Zensurvorgaben und finanzieller Abhängigkeiten, ein Kino zu etablieren, das sich kritisch mit der eigenen gesellschaftlichen Realität auseinandersetzt, anstatt lediglich westliche Klischees zu bedienen.
4.2.4 Marxistische Interpretation
Mexiko ist ein katholisches Land mit einer ausgeprägten Volksreligiosität. Dennoch waren die Beziehungen zwischen säkularer und geistlicher Macht im Laufe der Geschichte immer wieder starken Belastungen ausgesetzt. Bereits die Verfassung von 1857 legte die Trennung von Staat und Kirche und die Verstaatlichung aller Kirchengüter fest. Nach den Revolutionsjahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgte 1917 eine Verfassung mit scharfem antiklerikalen Akzent: dem Klerus war jeglicher Landbesitz verboten, das gesamte Schulwesen wurde verstaatlicht und Priestern das aktive wie passive Wahlrecht entzogen.
Die Kirche als juristische Person existierte nicht mehr, war somit von gesellschaftspolitischer Mitwirkung ausgeschlossen. Erst 1992, nach einer heftig diskutierten Verfassungsreform, wurde die Kirche erstmals wieder als juristische Person anerkannt. In der Folge wurde die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zum Vatikan möglich und die Beziehungen zum Staat entspannten sich. Der Wahlsieg 2000 von Vicente Fox, Mitglied einer konservativ-katholischen Partei, weckte bei der Kirche neuen Optimismus.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas und erläutert den Anspruch, das moderne Mexiko durch eine kritische Filmanalyse zu erfassen.
2. Filmgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des mexikanischen Films von den Anfängen bis zur Jahrtausendwende nach und beleuchtet die wechselhafte Beziehung zwischen staatlicher Förderung, Zensur und künstlerischem Anspruch.
3. Erläuterung zur gewählten Methode der Filmanalyse und Interpretation: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen und Vorgehensweisen, wie Sequenzprotokolle und soziologische Schwerpunkte, für die Analyse der Filme definiert.
4. Filme: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Untersuchung der beiden ausgewählten Filme, unterteilt in Produktionsdaten, Sequenzanalyse, Inhaltsanalyse, marxistische Interpretation und cineastische Einordnung.
5. Schlussbetrachtung/Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Filme das Potenzial des mexikanischen Kinos belegen, eine realistische und kritische Reflexion gesellschaftlicher Zustände in einem demokratischeren Kontext zu leisten.
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Die Arbeit analysiert, wie zwei ausgewählte mexikanische Filme das moderne Mexiko um die Jahrtausendwende darstellen und welche gesellschaftlichen Prozesse dabei sichtbar werden.
Im Zentrum stehen die soziale Klassenstruktur, die Rolle der katholischen Kirche, die politische Situation Mexikos sowie die Identitätsfindung der Protagonisten.
Die Arbeit möchte zeigen, dass es mexikanischen Filmemachern gelungen ist, trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen ein eigenständiges und gesellschaftskritisches Kino zu produzieren.
Es wird eine Filmanalyse angewandt, die auf Sequenzprotokollen, inhaltlicher Differenzierung und einer marxistischen Interpretation sozialer und politischer Konflikte basiert.
Der Hauptteil widmet sich intensiv der Sequenz- und Inhaltsanalyse der beiden Filme „Y tu mamá también“ und „Die Versuchung des Padre Amaro“.
Die zentralen Schlagworte sind Filmgeschichte, gesellschaftliche Realität, staatliche Zensur, Kirche, Identität, Macht und soziale Konflikte.
Die Zensur diente über Jahrzehnte als staatliches Instrument, um die Macht der Regierung zu sichern und unbequeme soziale oder politische Themen im Film zu unterdrücken.
Die Kirche fungiert in beiden Filmen als Institution, deren interne Korruption und Doppelmoral kritisch hinterfragt wird, wobei sie den Kontrast zur sozialen Realität der armen Bevölkerung darstellt.
Der Film verdeutlicht diese Unterschiede räumlich und durch die offene Darstellung von Privilegien und Exklusionsmechanismen, wie etwa den Zugang zu Exklusivbereichen oder Bildung.
Sie endet aufgrund der Konfrontation mit ihrer eigenen Sexualität und dem Zerbrechen ihrer pubertär geprägten Männlichkeitsbilder (Machismo) nach dem gemeinsamen sexuellen Erlebnis.
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