Examensarbeit, 2008
225 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
I Theoretischer Teil
1 Sprache
1.1 Was ist Sprache?
1.2 Die Sprachstruktur
1.3 Unterscheidung zwischen Sprache und Sprechen
2 Kommunikation
2.1 Was ist Kommunikation?
2.2 Kommunikationsablauf
2.3 Stufen der Kommunikation
2.3.1 Körpersprache
2.3.2 Lautsprache
2.3.3 Schriftsprache
2.3.4 Rechnersprache
3 Erstspracherwerb
3.1 Theoretische Erklärungsversuche
3.1.1 Behaviorismus
3.1.2 Nativismus
3.1.3 Kognitivismus
3.1.4 Interaktionismus
3.2 Voraussetzungen des Erstspracherwerbs
3.2.1 Hörvermögen
3.2.2 Sprechwerkzeuge
3.2.3 Hirnreifung
3.2.4 Motivationale Faktoren
3.2.5 Familiäre Lebensbedingungen
3.3 Entwicklungsphasen
4 Zweitspracherwerb
4.1 Theorien zum Zweitspracherwerb
4.1.1 Identitätshypothese
4.1.2 Transfer-Hypothese
4.1.3 Interlanguage-Hypothese
4.1.4 Monitor-Hypothese
4.1.5 Pidgin-Hypothese
4.2 Bedingungen des Zweitspracherwerbs
4.2.1 Allgemeine Entwicklung des Kindes
4.2.2 Bisherige Erfahrungen
4.2.3 Eigenarten der deutschen Sprache
4.2.4 Fehlerschwerpunkte ausländischer Kinder
4.2.5 Erstsprache
5 Sprachförderung
5.1 Förderung der Erstsprache
5.1.1 Sprachförderkonzepte
5.1.2 Prinzipien der Förderung
5.2 Förderung beim Erwerb der Zweitsprache
5.2.1 Förderkonzepte
5.2.2 Förderschwerpunkte
6 Literalität
6.1 Was ist Literalität?
6.2 Wie entsteht Literalität?
6.3 Stufen der Literalität
6.4 Wie kann man Literalität fördern?
II Praktischer Teil
7 Vorstellung der Kindertagesstätte
7.1 Das letzte Jahr im Kindergarten
7.2 Elternarbeit
7.3 Kontaktaufnahme
7.4 Beschreibung des Förderraumes
8 Beschreibung der Fitnessprobe
8.1 Allgemeines
8.2 Beobachtungsaspekte und Aufgaben
8.2.1 Beobachtungsaspekt 1: Sprachgedächtnis
8.2.2 Beobachtungsaspekt 2: Auditive Wahrnehmung
8.2.3 Beobachtungsaspekt 3: Sprachverstehen
8.2.4 Beobachtungsaspekt 4: Malen/Schreiben
8.2.5 Beobachtungsaspekt 5: Aussprache einzelner Wörter
8.2.6 Beobachtungsaspekt 6: Konstruieren von Sätzen
8.2.7 Beobachtungsaspekt 7: Sprachbewusstsein und Phonologische Bewusstheit
8.3 Durchführung der Fitnessprobe
9 Beschreibung der Kinder und Ergebnisse des Eingangstestes
9.1 Beschreibung und Ergebnisse des Eingangstestes der Fördergruppe
9.1.1 Athieshan
9.1.2 Darius
9.1.3 Mert
9.1.4 Timon
9.1.5 Jathu
9.2 Beschreibung und Ergebnisse des Eingangstestes der Kontrollgruppe
9.2.1 Anna
9.2.2 Marcel
9.2.3 Sanchi
9.2.4 Lennart
9.2.5 Ansgar
9.3 Vergleich der Ergebnisse des Einganstestes der Fördergruppe und der Kontrollgruppe
10 Die Förderung
10.1 Fördertermine
10.2 Fördereinheiten
10.2.1 Erste Fördereinheit
10.2.2 Zweite Fördereinheit
10.2.3 Dritte Fördereinheit
10.2.4 Vierte Fördereinheit
10.2.5 Fünfte Fördereinheit
10.2.6 Sechste Fördereinheit
10.2.7 Siebte Fördereinheit
10.2.8 Achte Fördereinheit
10.2.9 Neunte Fördereinheit
10.2.10 Zehnte Fördereinheit
10.2.11 Elfte Fördereinheit
10.2.12 Zwölfte Fördereinheit
11 Ergebnisse des Abschlusstestes
11.1 Ergebnisse des Abschlusstestes der Fördergruppe
11.1.1 Athieshan
11.1.2 Darius
11.1.3 Mert
11.1.4 Timon
11.1.5 Jathu
11.2 Ergebnisse des Abschlusstestes der Kontrollgruppe
11.2.1 Anna
11.2.2 Marcel
11.2.3 Sanchi
11.2.4 Lennart
11.2.5 Ansgar
11.3 Vergleich der Ergebnisse des Abschlusstestes der Fördergruppe und der Kontrollgruppe
12 Auswertung
12.1 Auswertung der Ergebnisse der Fördergruppe
12.1.1 Athieshan
12.1.2 Darius
12.1.3 Mert
12.1.4 Timon
12.1.5 Jathu
12.2 Auswertung der Ergebnisse der Kontrollgruppe
12.3 Prozentualer Vergleich der Fördergruppe und der Kontrollgruppe
13 Elternnachmittag
Schlusswort
Literaturverzeichnis
Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit einer gezielten Sprachförderung bei Vorschulkindern, um deren Lernvoraussetzungen für den Schuleintritt zu optimieren und bestehende Entwicklungsschere-Effekte zu verringern. Basierend auf einer theoretischen Fundierung zum Sprach- und Zweitspracherwerb wird mittels einer empirischen Untersuchung („Fitness-Probe“) die Sprachkompetenz einer Fördergruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe analysiert.
1.1 Was ist Sprache?
Sprache wurde von Chomsky (1969) als „das wichtigste Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation, gleichzeitig aber auch als eine der kompliziertesten Fähigkeiten des Menschen“ bezeichnet (vgl. Günther 2004, S.16). Es handelt sich dabei um ein Zeichensystem, welches nach bestimmten Regeln abläuft und mit welchem Menschen miteinander kommunizieren. „Die Sprache dient der Kodierung, Fixierung und Überlieferung von menschlichen Ereignissen, Wissen, Werten, Normen und Erfahrungen.“ (Günther 2004, S.16).
Das Phänomen Sprache hat eine zweifache Natur. Erstens die soziale Natur, als der kollektive Besitz einer Sprachgemeinschaft und zweitens die individuelle Natur, als das vom Individuum erworbene System der Einzelsprache. Weder die soziale noch die individuelle Natur sind direkt beobachtbar. Nur die Zeichenfolgen schriftlicher und der Schallstrom mündlicher Äußerungen können beobachtet werden. Sprachgemeinschaft nennt man die Gruppe, die dieselbe Sprache spricht und das Individuum, welches sich diese Sprache im primären frühkindlichen Spracherwerb vollständig und sicher angeeignet hat, wird als „native speaker“ bezeichnet (vgl. Volmert 2000, S.13).
Ferdinand de Saussure verwendet drei Grundbegriffe um Sprache zu erfassen. Mit „langue“ bezeichnet er das sprachliche System, als gesellschaftliche Erscheinung und den kollektiven Besitz der sprachlichen Gemeinschaft. „Parole“ ist die Realisierung menschlicher Sprache und die beobachtbaren Produkte in gesprochener und geschriebener Form. Die angeborene menschliche Sprachfähigkeit wird bei Saussure als „faculté de langage“ bezeichnet. Es ist die menschliche Art sich durch Lautzeichen zu verständigen und das Vermögen jedes Kindes sich dieses System in wenigen Jahren anzueignen (vgl. Volmert 2000, S. 15f).
1 Sprache: Definition der Sprache als komplexes Zeichensystem und Erläuterung der linguistischen Grundbegriffe nach Saussure und Chomsky.
2 Kommunikation: Darstellung der Kommunikationsarten (verbal, paraverbal, nonverbal) und deren Bedeutung für den Austausch zwischen Individuen.
3 Erstspracherwerb: Übersicht über theoretische Modelle des Spracherwerbs (Behaviorismus, Nativismus, Kognitivismus, Interaktionismus) sowie dessen physiologische und soziale Voraussetzungen.
4 Zweitspracherwerb: Erörterung der Hypothesen zum Zweitspracherwerb und der spezifischen Lernbedingungen für Kinder aus Sprachminderheiten.
5 Sprachförderung: Reflexion historischer und aktueller Förderkonzepte zur Unterstützung der Erst- und Zweitsprache im Kindergarten.
6 Literalität: Definition und Stufen der Literalitätsentwicklung bei Kindern und Ansätze zur Förderung der Lese- und Schreibkompetenz.
7 Vorstellung der Kindertagesstätte: Beschreibung der pädagogischen Einrichtung und der besonderen Angebote für Vorschulkinder.
8 Beschreibung der Fitnessprobe: Detaillierte Vorstellung des präventionsdiagnostischen Instruments zur Erfassung des sprachlichen Entwicklungsstandes.
9 Beschreibung der Kinder und Ergebnisse des Eingangstestes: Darstellung der Probanden (Förder- und Kontrollgruppe) und der initialen Testergebnisse.
10 Die Förderung: Dokumentation und Reflexion der zwölf durchgeführten Fördereinheiten im „Kinderhaus am Nordring“.
11 Ergebnisse des Abschlusstestes: Analyse der Leistungsfortschritte der Kinder nach Abschluss des Förderprogramms.
12 Auswertung: Vergleich der Fortschritte zwischen Förder- und Kontrollgruppe zur Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahme.
13 Elternnachmittag: Bericht über die Rückmeldung an die Eltern und die Präsentation der erarbeiteten Fortschritte.
Sprachförderung, Literalität, Fitness-Probe, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Spracherwerbstheorien, Kommunikationsfähigkeit, Frühförderung, Bildungsbereich Sprache, Sprachbewusstsein, phonologische Bewusstheit, Schulfähigkeit, Sprachdiagnostik, pädagogische Intervention, Kleingruppenarbeit.
Die Arbeit untersucht, wie Sprachdefizite bei Vorschulkindern frühzeitig diagnostiziert und durch gezielte Fördermaßnahmen im Kindergartenalltag effektiv behoben werden können, um die Startchancen in der Grundschule zu verbessern.
Die Schwerpunkte liegen auf den Spracherwerbstheorien, der Förderung der Erst- und Zweitsprache, der Entwicklung der Literalität sowie der praktischen Umsetzung einer präventionsdiagnostischen Sprachförderung.
Das Hauptziel ist es, die Effekte eines speziellen Sprachförderprogramms („Fitness-Probe“) auf die sprachliche Entwicklung von Vorschulkindern empirisch nachzuweisen und zu dokumentieren.
Es handelt sich um eine empirische Studie mit einem Prä-Post-Test-Design, bei der eine Fördergruppe und eine Kontrollgruppe über einen Zeitraum von zwölf Einheiten beobachtet und verglichen werden.
Der praktische Teil dokumentiert die konkrete Durchführung von Sprachfördereinheiten in einer Kindertagesstätte sowie die Auswertung individueller Testergebnisse der Kinder vor und nach der Maßnahme.
Wichtige Fachbegriffe sind unter anderem Literalität, phonologische Bewusstheit, Sprachgedächtnis, Interlanguage-Hypothese und die Fitness-Probe als Diagnoseinstrument.
Sie ermöglicht eine systematische Erfassung spezifischer Kompetenzen wie Sprachgedächtnis, auditive Wahrnehmung und Sprachverstehen, um gezielte Förderbedarfe bei einzelnen Kindern zu identifizieren.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die gezielte Förderung zu signifikant größeren Leistungssteigerungen in sprachlichen Kernbereichen führt als die natürliche Entwicklung ohne zusätzliche pädagogische Intervention.
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