Magisterarbeit, 2003
129 Seiten, Note: 1,8
1. Identitätssuche und –verlust in der New York-Trilogie
2. Was ist Identität?
2.1 Die soziale Identität
2.2 Die soziale Rolle
2.3 Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
2.4 Sozialisation
2.4.1 Primärsozialisation
2.4.2 Sekundärsozialisation
2.5 Die Bedeutung der signifikanten und generalisierten Anderen
2.6 Bedeutung der Sprache
2.7 Veränderbarkeit subjektiver Wirklichkeit
2.8 Identitätspluralismus
2.9 Identität in der Moderne
2.10 Identität in der Postmoderne und Darstellung des Problems in der New York-Trilogie
3. Identitätssuche und Identitätsverlust in Stadt aus Glas
3.1 Kapitel 1
3.1.1 Was ist Wirklichkeit? – Ein Bündel zufälliger Ereignisse
3.1.2 Protagonist ohne Identität: völlige Außengerichtetheit
3.1.3 Detektiv und Schriftsteller: Ikonen der Sinnsuche in kontingenter Umwelt
3.2 Kapitel 2
3.2.1 Begegnung mit Peter Stillman junior: Grenzläufer zwischen Ordnung und Chaos
3.2.2 Sprache als Kategorisierungsmittel und Wirklichkeitsvehikel
3.3 Kapitel 3
3.3.1 Systematische detektivische Ermittlungen: die Hintergründe des Falls Stillman
3.4 Kapitel 4: Historische Fälle isolierter Kinder
3.5 Kapitel 5
3.5.1 Alltagswahrnehmung und Alltagsinteraktion
3.5.2 Das rote Notizbuch: Versuch, über fremde und eigene Identitäten Herr zu werden
3.6 Kapitel 6: Stillmans Buch über das Auseinanderfallen von Bezeichnung und Gegenstand
3.7 Kapitel 7
3.7.1 Stetiger Verlust der eigenen Identität
3.7.2 Begriffe als relativierte Hilfsmittel zur Kategorisierung der Umwelt
3.7.3 Schriftsteller, Text, Leser: Vollendung des Kunstwerkes durch den Rezipienten
3.7.4 Identitätsauflösung: Stillmans Doppelgänger
3.8 Kapitel 8
3.8.1 Quinn kettet sich an Stillman
3.8.2 Die Suche nach Zeichen: Wer ist Stillman?
3.8.3 Erste Spuren: Wahrheit oder Fiktion?
3.9 Kapitel 9
3.9.1 Erste Begegnung mit Spracherfinder Stillman
3.9.2 Zweite Begegnung: das zerbrochene Ei Humpty Dumpty
3.9.3 Dritte Begegnung: von Vater zu Sohn – der Abschied Stillmans
3.9.4 Das Ende des Falls Stillman
3.10 Kapitel 10
3.10.1 Schriftsteller Paul Auster: Quinns positives Spiegelbild
3.10.2 Die Urheberproblematik des Don Quijote
3.10.3 Parallelen zu Stadt aus Glas: „Alle sind Daniel“ – die undefinierbare Identität Quinns
3.10.4 Fiktionalität aller Figuren
3.10.5 Vom ersten Roman bis zum postmodernen Helden
3.11 Kapitel 11
3.11.1 Eindrücke über Gesellschafts-Entfremdete
3.11.2 Abhängigkeit vom Fall trotz Kontaktabbruch zur signifikanten Anderen Virginia
3.12 Kapitel 12
3.12.1 Gesellschaftliche Ausgrenzung: völliger Verlust der sozialen Identität
3.12.2 Die Rückkehr in einen sozialen Bezugsrahmen misslingt
3.13 Kapitel 13
3.13.1 Quinns völlige Selbstverneinung und transzendentalistische Sinnsuche
3.13.2 Die Transparenz der Stadt aus Glas: konstruierte Wirklichkeit
4. Erzähltheorie
4.1 Ausnutzung der Fiktionalität
4.2 Erzählform
4.3 Erzählerstandort
4.4 Erzählverhalten
4.5 Erzählhaltung
4.6 Arten der Darbietung
4.7 Sprachstile
4.8 Reliefbildung
5. Fazit: Dimensionen der Identitätsproblematik in Austers Stadt aus Glas
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert Paul Austers Erzählung Stadt aus Glas vor dem Hintergrund postmoderner Identitäts- und Erzähltheorien. Das primäre Ziel ist es, die Identitätssuche und den Identitätsverlust des Protagonisten Daniel Quinn soziologisch zu fundieren und aufzuzeigen, wie Auster klassische Kriminalelemente dekonstruiert, um die Fragmentierung des modernen Subjekts darzustellen.
3.1.2 Protagonist ohne Identität: völlige Außengerichtetheit
Der Protagonist Daniel Quinn besitzt, außer der Tatsache, dass er nicht die Person ist, die am Telefon verlangt wurde, keine eigene Identität. Der Leser erfährt lediglich rudimentäre Daten, die kaum etwas über die Persönlichkeit Quinns aussagen. „Wir wissen“ (Glas: 9), dass er fünfunddreißig ist, dass er verheiratet war, aber Sohn und Frau gestorben sind. Der Verlust dieser für ihn signifikanten Personen bedeutet auch einen scharfen Bruch in seiner Biographie, einen Wandel seiner Identität. Quinn schreibt Detektivromane, allerdings – hier kommt die erste Maske ins Spiel – unter dem Pseudonym William Wilson. Interessant sind an diesem Namen zwei Dinge: Er ist ein Allerweltsname, den Tausende von Amerikanern tragen. Und er verweist auf eine gleichnamige Kurzgeschichte Edgar Allan Poes. Deren Titelheld wird von einem unheimlichen, dunklen Doppelgänger verfolgt, der ihm als körpergewordenes Gewissen auf Schritt und Tritt folgt und schließlich sein ganzes Leben aus der Bahn wirft, bis Wilson diesen Doppelgänger – und damit sich selbst – tötet. Auster dreht gegen Ende seiner Erzählung genüsslich die Bedeutung des Namens um.
1. Identitätssuche und –verlust in der New York-Trilogie: Das Kapitel führt in das übergeordnete Thema der Dekonstruktion von Identität in Austers Werken ein und beleuchtet die Erosion vermeintlicher Sicherheiten innerhalb der Kriminalerzählungen.
2. Was ist Identität?: Hier werden die soziologischen Grundlagen von Identität, insbesondere die soziale Identität und die Konstruktion von Wirklichkeit durch Sozialisation, theoretisch erarbeitet.
3. Identitätssuche und Identitätsverlust in Stadt aus Glas: Dieser Hauptteil widmet sich der textnahen Analyse der Erzählung Stadt aus Glas, wobei die Identitätsauflösung des Protagonisten Daniel Quinn und die Bedeutung seiner Begegnungen mit den verschiedenen Stillman-Figuren zentral stehen.
4. Erzähltheorie: Das Kapitel untersucht die Erzählstrukturen des Romans, wie die Erzählform, das Erzählverhalten und die verschiedenen Darbietungsformen, die zur Vermittlung der Identitätsproblematik eingesetzt werden.
5. Fazit: Dimensionen der Identitätsproblematik in Austers Stadt aus Glas: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kontextualisiert die Identitätskrise als notwendige Folge einer Welt, die sich zwischen individueller Subjektivität und gesellschaftlicher Konstruktion bewegt.
Paul Auster, Stadt aus Glas, Identität, Identitätsverlust, Postmoderne, Wirklichkeitskonstruktion, Sozialisation, Dekonstruktion, Erzähltheorie, Kriminalroman, Subjektivität, Sinnstiftung, Sprachkritik, Rollentheorie, New York-Trilogie.
Die Arbeit untersucht die postmoderne Identitätsproblematik in Paul Austers Werk Stadt aus Glas unter Einbeziehung soziologischer und erzähltheoretischer Ansätze.
Die zentralen Felder umfassen Identitätssuche, Identitätsverlust, gesellschaftliche Wirklichkeitskonstruktion nach Berger und Luckmann sowie die Analyse von Erzählstrukturen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Auster die Identitätsauflösung seines Protagonisten narrativ gestaltet und diese auf ein soziologisches Fundament stellt.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus soziologischer Identitätstheorie, Wissenssoziologie und literaturwissenschaftlicher Erzähltheorie (insbesondere nach Jürgen H. Petersen).
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte textnahe Analyse von Stadt aus Glas, inklusive der Untersuchung der Protagonisten-Identität, der Stillman-Figuren und des Erzählreliefs.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Identitätspluralismus, Dekonstruktion, Sozialisation, Fiktionalität und die Bedeutung der Erzählung als Identitätsstütze.
Die Arbeit argumentiert, dass Sprache das entscheidende Instrument zur Wirklichkeitskonstruktion und Identitätswahrung ist; ihr Scheitern oder Zerfallen führt zur Auflösung der Subjektivität.
Die Figur dient als fiktives Spiegelbild und „positiver“ Gegenentwurf zu Quinn, um die Unschärfe zwischen Autor, Erzähler und Protagonist sowie die Fiktionalität der Identität zu verdeutlichen.
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