Diplomarbeit, 2008
106 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Teil I: Die Unternehmensbewertung – Theorie
2.1 Anlässe und Bedeutung einer Unternehmensbewertung
2.2 Methoden der Unternehmensbewertung mit Fokus auf DCF-Verfahren
2.2.1 Einzelbewertungsverfahren und Gesamtbewertungsverfahren
2.2.2 Bewertungsformen mit Blick in die Zukunft
2.2.2.1 WACC-Ansatz
2.2.2.2 APV-Ansatz
2.2.2.3 TCF-Ansatz
2.2.2.4 Equity-Ansatz
2.2.2.5 Würdigung des WACC-Verfahrens
2.3 Notwendige Daten für die Bewertung
2.3.1 Bestimmung des Diskontierungssatzes WACC
2.3.1.1 Eigenkapitalgewicht
2.3.1.2 Fremdkapitalgewicht
2.3.2 Ermittlung des Free Cash Flow
2.3.3 Informationen aus dem Segmentbericht
2.3.4 Bedeutung des Anhangs
2.4 Betrachtung des Unternehmensumfeldes und dessen Einflussfaktoren
3. Teil II: Erfolgsdarstellung nach IFRS als Basis für die Ermittlung von Zukunftserfolgen
3.1 Erfolgsdarstellung nach IFRS
3.2 Anforderungen an die Erfolgsdarstellung nach IFRS
3.3 Nachhaltigkeit – Ermittlung des „richtigen“ Erfolges nach IFRS
3.3.1 Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Bewertung
3.3.2 Darstellung des Erfolges nach IAS 1
3.3.3 Feststellung von nachhaltigen Erfolgen durch Aushebeln bilanzpolitischer Kalküle
3.3.3.1 Betriebszugehöriges Ergebnis
3.3.3.2 Betriebsfremdes Ergebnis
3.3.3.3 Außerordentliches Ergebnis
3.4 Forderung nach einem besseren und übersichtlicheren Erfolgsausweis
3.5 Aktuelle Ansätze zur Verbesserung der Informationslage
3.5.1 Management Commentary
3.5.2 Financial Statement Presentation
4. Teil III: Erfolg als Basis für verschiedene Bewertungsmethoden
4.1 Bestimmung und Prognose der Zukunftserfolge
4.1.1 Schritte der Prognose
4.1.2 Vergangenheitsanalyse
4.1.2.1 Betrachtung des Unternehmens
4.1.2.2 Einordnung des Unternehmens in seine Umwelt
4.1.3 Planung und Prognose – Bestimmung des Zukunftserfolges
4.1.3.1 Detailprognosezeitraum
4.1.3.2 Terminal Value
4.2 Erfolgsrechnung als Basis für die Multiplikatormethode
4.2.1 Methodik
4.2.2 Earnings-Per-Share
4.2.3 Kurs-Gewinn-Verhältnis
4.2.4 Kurs-Cash Flow-Verhältnis
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Eignung der Erfolgsberichterstattung nach IFRS als Grundlage für die Ermittlung von Zukunftserfolgen im Kontext der Unternehmensbewertung kritisch zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit die bestehenden Rechnungslegungsvorschriften des IASB ausreichend sind, um für Analysten eine verlässliche Datenbasis zur Prognose nachhaltiger Erträge und zur Durchführung gängiger Bewertungsverfahren, wie dem Discounted Cash Flow (DCF)-Modell oder Multiplikatoren, bereitzustellen.
2.2.1 Einzelbewertungsverfahren und Gesamtbewertungsverfahren
Die Einzelbewertungsverfahren sehen – wie der Name bereits erahnen lässt – eine Bewertung einzelner Gegenstände, wie sie in der Bilanz aufgeführt sind, vor. So wird quasi der Wert der „greifbaren“ Substanz des Unternehmens taxiert. In der Literatur werden dabei Liquidationswert und Rekonstruktionswert voneinander abgegrenzt. Die Gesamtbewertungsverfahren dagegen spalten das Unternehmen nicht in seine Einzelteile auf, sondern betrachten es als Ganzes und ermitteln den Wert für die komplette Einheit.
Dazu stehen die verschiedenen Verfahrenstechniken Zukunftserfolgswert, strategisches Verfahren und Vergleichsverfahren (auch: Multiplikatorverfahren) zur Verfügung. Anmerkend sei gesagt, dass weder die jeweiligen Einzelbewertungsverfahren noch die Multiplikatorverfahren im Bereich der Gesamtbewertungsmethoden für eine detaillierte und aussagekräftige Bewertung geeignet sind. Dies liegt darin begründet, dass beim Substanzwertverfahren wichtige Werttreiber, wie immaterielle Vermögensgegenstände oder qualitative Faktoren wie Know-how der Mitarbeiter in der Bewertung außen vor gelassen werden. „So ist ein Unternehmen i.d.R. mehr wert als die Summe seiner Teile.“
Daher ist von einem Anwenden dieser Methode abzusehen. Zu einem ähnlichen Schluss gelangt man bei den Multiplikatorverfahren. Vergleichswerte wie zum Beispiel der Gewinn je Aktie oder der Cash Flow je Aktie werden ins Verhältnis zum Kurs der Aktie selbst gesetzt (KGV bzw. KCV). Die errechnete Kennzahl stellt so ein Vielfaches der Basisgröße dar und wird auf die Bezugsgröße des zu bewertenden Unternehmens übertragen. Dazu ist es jedoch notwendig, zwei oder mehrere ähnliche Unternehmen (gleiche Branche, gleiches Risiko, etc.) oder zeitnahe Transaktionen für eine Analyse heranzuziehen. Ansonsten verleitet diese Methode leicht zu Fehlinterpretationen, da Annahmen nur auf dem Vergleichsunternehmen basieren und damit der errechneten Kennzahl inhärent sind. Ein entsprechend vergleichbares Unternehmen mit äquivalenten Parametern zu finden, ist in der Realität ein schwieriges Unterfangen, so dass ein trivialer Übertrag des Multiplikators nicht so ohne weiteres möglich ist.
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Komplexität der Unternehmensbewertung und führt in die zentrale Bedeutung der Zukunftserfolgsprognose sowie der IFRS-Rechnungslegung für Bewertungszwecke ein.
2. Teil I: Die Unternehmensbewertung – Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, inklusive verschiedener DCF-Verfahren und der für eine Bewertung notwendigen Datenquellen aus dem Jahresabschluss.
3. Teil II: Erfolgsdarstellung nach IFRS als Basis für die Ermittlung von Zukunftserfolgen: Der zweite Teil untersucht kritisch die Erfolgsdarstellung nach IFRS, insbesondere die Problematik der Nachhaltigkeitsbestimmung und die Notwendigkeit zur Korrektur bilanzpolitischer Einflüsse.
4. Teil III: Erfolg als Basis für verschiedene Bewertungsmethoden: Das letzte Hauptkapitel verbindet die Ergebnisse der Erfolgsanalyse mit der praktischen Durchführung von Bewertungsmethoden, wobei der Schwerpunkt auf Prognoseschritten und der Anwendung von Multiplikatoren liegt.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass eine strukturierte Erfolgsanalyse für eine fundierte Bewertung unerlässlich ist und zukünftige Standardisierungen des IASB weiter zur Transparenz beitragen müssen.
Unternehmensbewertung, IFRS, Discounted Cash Flow, WACC, Zukunftserfolg, Jahresabschluss, Erfolgsspaltung, Nachhaltigkeit, Multiplikatorverfahren, Segmentbericht, Bilanzpolitik, Kapitalkosten, Gewinn je Aktie, Finanzanalyse, IASB.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie die Erfolgsberichterstattung nach IFRS als Informationsgrundlage für die Unternehmensbewertung genutzt werden kann.
Im Zentrum stehen die DCF-Methoden zur Unternehmensbewertung, die Identifikation nachhaltiger Erfolgsbestandteile in IFRS-Abschlüssen sowie die Anwendung von Multiplikatorverfahren.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die aktuelle Rechnungslegung nach IFRS ausreichend transparente Informationen liefert, um verlässliche Zukunftserfolge für eine fundierte Unternehmensbewertung zu prognostizieren.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse der theoretischen Bewertungsliteratur und eine kritische Auseinandersetzung mit den IFRS-Standards zur Erfolgsdarstellung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Bewertung, die Analyse der Erfolgsdarstellung im IFRS-Abschluss sowie die praktische Verknüpfung der Erfolge mit verschiedenen Bewertungsmethoden.
Die zentralen Begriffe sind Unternehmensbewertung, IFRS, Zukunftserfolge, DCF-Verfahren, Multiplikatoren, Erfolgsspaltung und Nachhaltigkeit.
Es ist relevant, weil der WACC zur Bestimmung des Marktwertes des Eigenkapitals benötigt wird, dieser Marktwert aber gleichzeitig die Basis für die Eigenkapitalgewichtung innerhalb des WACC darstellt.
Bilanzpolitische Maßnahmen können das ausgewiesene Ergebnis verzerren, weshalb eine Bereinigung um nicht nachhaltige Sondereffekte durch den Analysten für eine korrekte Prognose zwingend erforderlich ist.
Der Anhang dient als entscheidende Informationsquelle, um bilanzpolitische Spielräume zu identifizieren und qualitative Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu erhalten.
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