Diplomarbeit, 2008
72 Seiten, Note: 2
IV. RISIKOADJUSTIERTE BEPREISUNG VON KREDITEN
Management Summary
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit
1.3 Begriffsbestimmungen
1.3.1 Kreditbegriff
1.3.2 Kreditrisiko
1.3.3 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
1.3.4 Value at Risk
2. Die Notwendigkeit einer Risikoadjustierten Bepreisung von Krediten
2.1 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten auf Grund Basel II und MaRisk
2.2 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten aus eigenem Interesse der Banken heraus
2.2.1 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten aus ökonomischer Sicht
2.2.2 Risikoadjustierte Bepreisung als Instrument zur Leistungsorientierten Vergütung (LOV)
3. Umsetzung und Möglichkeiten der Risikoadjustierten Bepreisung von Krediten
3.1 Faktoren zur Bestimmung der Risikoprämie
3.2 Erwarte Verluste - Standardrisikokosten
3.2.1 Kredithöhe bei Ausfall (EAD)
3.2.1.1 Laufzeit der Kredite
3.2.1.2 Tilgungsmodalitäten
3.2.2 Ausfallquote (LGD)
3.2.2.1 Sicherheiten
3.2.2.2 Erlösquote
3.2.2.3 Einbringungsquote
3.2.2.4 Optionspreismodell
3.2.3 PD
3.2.3.1 Rating
3.2.3.2 Ausfallwahrscheinlichkeiten
3.3 Unerwartete Verluste - Eigenkapitalunterlegungskosten
3.3.1 Aufsichtsrechtliche Ansätze für die Eigenkapitalunterlegung
3.3.1.1 Standardansatz
3.3.1.2 Einfacher IRB-Ansatz
3.3.1.3 Fortgeschrittener IRB-Ansatz
3.3.2 Ökonomische Ansätze für die Eigenkapitalunterlegung
3.4 Ermittlung der Risikoprämie
3.4.1 Ermittlung der Standardrisikokosten
3.4.2 Ermittlung der Eigenkapitalunterlegungskosten
3.4.3 Beispiel zur Ermittlung der Risikoprämie
3.4.3.1 Beispiel zu Standardrisikokosten
3.4.3.2 Beispiel zu Eigenkapitalunterlegungskosten
3.4.3.3 Zusammenfassung der Komponenten Standardrisikokosten und Eigenkapitalunterlegungskosten
3.5 Financial Covenants
3.6 Kreditportfoliomodelle
3.6.1 Modellierung auf Basis des Ausfallrisikos
3.6.2 Modellierung auf Basis des Bonitätsrisiko
3.6.3 Portfoliomodelle im Überblick
4. Problemfelder
4.1 Aussagekraft der ermittelten Werte
4.2 Durchsetzbarkeit am Markt
4.3 Kosten versus Nutzen
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die risikoadjustierte Bepreisung von Krediten in Kreditinstituten zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die methodische Herleitung der notwendigen Komponenten zur Risikokostenbestimmung, um Kredite verursachungsgerecht und ökonomisch sinnvoll zu bepreisen, wobei sowohl aufsichtsrechtliche Vorgaben (Basel II/MaRisk) als auch betriebswirtschaftliche Anreizsysteme berücksichtigt werden.
1.3.2 Kreditrisiko
Eine Bank geht durch ihr Agieren am Markt verschiedene Risiken ein. Eines dieser Risiken ist das Kreditrisiko. Dieses gilt es zu managen. Zusätzlich gibt es weitere Risiken wie zum Beispiel das Marktpreisrisiko oder operationelle Risiken. Das Kreditrisikomanagement umfasst die Elemente Kreditentscheidung, Kreditorganisation, Kreditrevision und die Problemkreditbetreuung, sowie in neueren Ansätzen das Management des Kreditportfolios. Das Risiko steht hierbei für die Unsicherheit, ob der Kreditnehmer zahlungsfähig ist und seinen Kredit zurück bezahlen kann und ob sich seine Bonität verschlechtert. Kann der Kreditnehmer seinen Kredit nicht zurückzahlen, spricht man von einem Kreditausfallrisiko, im Falle der Verschlechterung der Bonität vom Bonitätsrisiko. Kreditrisiken können in verschiedenen Ausprägungen vorkommen. Zum einen gibt es erwartete Verluste und zum anderen unerwartete Verluste. Auf beide Ausprägungen der Verlustarten wird im Laufe der Arbeit noch eingegangen, da sie entscheidend für die Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten sind.
Zur Verdeutlichung soll nochmals auf den Unterschied zwischen Kreditausfall und Bonitätsrisiko eingegangen werden. Beim Kreditausfallrisiko wird nur betrachtet ob ein Kredit zurück bezahlt wird oder nicht. Es wird hierbei der teilweise oder vollständige Ausfall als Risiko betrachtet. Kreditausfallrisiken werden oft anhand vergangenheitsbezogener Werte ermittelt. Es werden also Ausfälle in der Vergangenheit betrachtet und auf Grund dieser Daten auf die Zukunft geschlossen. Im Gegensatz hierzu wird beim Bonitätsrisiko auf die mögliche Gefahren der Verschlechterung des Kreditnehmers im Zeitverlauf eingegangen. Im letzteren Fall ist im speziellen die Gefahr des Ausfalls gemeint. Der Kreditausfall ist dabei der Extremfall der Bonitätsverschlechterung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, erläutert die Problemstellung und Zielsetzung und definiert zentrale Fachbegriffe wie Kreditrisiko und Value at Risk.
2. Die Notwendigkeit einer Risikoadjustierten Bepreisung von Krediten: Hier werden die regulatorischen Gründe (Basel II, MaRisk) und die ökonomischen Motive für die risikoadjustierte Kreditbepreisung sowie deren Rolle als Instrument der leistungsorientierten Vergütung beleuchtet.
3. Umsetzung und Möglichkeiten der Risikoadjustierten Bepreisung von Krediten: Dieses Hauptkapitel beschreibt detailliert die Berechnung von Risikoprämien, einschließlich der Ermittlung von erwarteten und unerwarteten Verlusten, der Bewertung von Sicherheiten, des Ratings, sowie der Nutzung von Kreditportfoliomodellen.
4. Problemfelder: Dieses Kapitel kritisiert die praktische Anwendbarkeit und Aussagekraft der berechneten Werte, die Durchsetzbarkeit am Markt sowie das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen der Implementierung.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung der Notwendigkeit einer präzisen risikoadjustierten Kreditbepreisung für den dauerhaften Markterfolg von Banken ab.
Risikoadjustierte Bepreisung, Kreditrisiko, Basel II, MaRisk, Eigenkapitalunterlegung, Standardrisikokosten, Bonitätsrisiko, Value at Risk, Kreditsicherheiten, Risikoprämie, Kreditportfoliomodelle, Expected Loss, Ausfallwahrscheinlichkeit, Financial Covenants, Bankenregulierung.
Die Arbeit behandelt die Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten und stellt dar, wie Banken das Ausfall- und Bonitätsrisiko von Unternehmenskrediten quantifizieren und in die Preisgestaltung einfließen lassen können.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Berechnung von Risikokosten, die regulatorischen Anforderungen aus Basel II und MaRisk, die Einbindung von Sicherheiten und die Anwendung stochastischer Modelle wie des Value at Risk zur Eigenkapitalsteuerung.
Ziel ist es, den Prozess der Risikokostenermittlung transparent zu machen und aufzuzeigen, wie Banken durch eine präzise risikoadjustierte Bepreisung ihre Kreditportfolios steuern und eine verursachungsgerechte Preisstellung erreichen können.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu bankbetrieblichen Managementansätzen, ökonomische Kalkulationsverfahren (wie das CAPM oder Ansätze zur Ausfallwahrscheinlichkeitsberechnung) sowie stochastische Modellierungen und statistische Ansätze zur Risikomessung.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Zerlegung der Risikokosten in erwartete und unerwartete Verluste, der methodischen Ermittlung von Rating- und Sicherheitenwerten sowie der Implementierung von Kreditportfoliomodellen wie CreditMetrics oder CreditPortfolioView.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Risikoprämie, Eigenkapitalunterlegung, Basel II, Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlustquote (LGD) und Risikomanagement.
Sicherheiten mindern das Kreditrisiko und somit die notwendige Risikokostenkomponente, da sie im Fall des Ausfalls den potenziellen Verlust reduzieren, was die Eigenkapitalanforderungen der Bank verringert.
Neben hohen Implementierungskosten für Personal und IT-Systeme besteht das Problem der Marktdurchsetzbarkeit; wenn Banken ihre Preise risikoadjustiert erhöhen, riskieren sie den Verlust von Kunden an Wettbewerber, die ihre Risiken noch nicht (oder anders) bepreisen.
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