Magisterarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 1,7
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit
2 Identität und die Einflüsse auf ihre Entstehung
2.1 Der Begriff Identität – Herkunft, Entwicklung und heutige Verwendung
2.2 Elemente der persönlichen Identität: Erinnerung, Selbstbewusstsein, Namen
2.3 Sprache als Einflussfaktor für die Identitätskonstruktion
2.4 Exkurs: Heimat und Identität
2.5 Auswirkungen von Heimat- und Sprachverlust im Exil auf die Identität
3 Identitätskonstruktion bei Elias Canetti
3.1 Einleitung und biografischer Überblick
3.2 Sprache und Sprachen als identitätsstiftende Faktoren
3.2.1 Die Bedeutung von Sprache im Allgemeinen
3.2.2 Die Bedeutung der deutschen Sprache
3.2.3 Die Bedeutung anderer Sprachen: Spanisch, Englisch, Französisch
3.3 Literatur als identitätsstiftender Faktor
3.3.1 Die Bedeutung des Gelesenen
3.3.2 Die Bedeutung des Geschriebenen – Identitätskonstruktion in der Autobiografie
3.4 Auswirkungen der Migrationen auf die Identität
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätskonstruktion des Schriftstellers Elias Canetti, wobei ein besonderer Fokus auf dem prägenden Einfluss von Sprache und Literatur liegt. Die Forschungsfrage widmet sich der Bedeutung von Sprachwechseln, Migration und literarischer Sozialisation für die Entstehung seiner persönlichen Identität.
3.2.1 Die Bedeutung von Sprache im Allgemeinen
Sigurd Paul Scheichl ordnet Canettis Bezüge zur Sprache in drei Kategorien, die sich an die Einteilung Ferdinand de Saussures in parole, langue und langage anlehnen. Im Folgenden möchte ich die wichtigsten Punkte von Canettis sprachlicher Identitätsbildung im Rahmen dieser Einteilung erläutern und dabei Scheichls Ausführungen um einige Aspekte erweitern.
In der Kategorie der parole, der individuellen Realisierung eines regelhaften Sprachsystems nach Saussure, sieht Scheichl Canettis Interesse an der Art, wie die Menschen in seiner Umgebung sprechen. Große Teile der Autobiografie, vor allem Das Augenspiel, bestehen aus der Wiedergabe einzelner Gespräche in direkter Rede, wodurch diejenigen Personen, mit denen Canetti spricht, in besonderer Weise charakterisiert werden bzw. ihre 'verschriftlichte Identität' innerhalb des Werkes erhalten.
Die Betrachtung der individuellen Sprechweise einer Person ist ein zentrales Thema in Canettis Leben und Werk. Das von ihm entworfene Konzept der „akustischen Maske“ bezeichnet das sprachliche Erscheinungsbild einer Person, die Worte, die sie gebraucht, und die Art und Weise, in der sie sich ausdrückt, ihre „ganz eigentümliche Art des Sprechens“.
1 Einleitung: Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Biografie, Sprache und Literatur die Identitätsbildung von Elias Canetti maßgeblich beeinflusst haben.
2 Identität und die Einflüsse auf ihre Entstehung: Dieses Kapitel diskutiert theoretische Grundlagen des Identitätsbegriffs sowie die zentrale Rolle von Sprache, Erinnerung und Heimat für die persönliche Identitätsfindung.
3 Identitätskonstruktion bei Elias Canetti: Das Kapitel analysiert den speziellen Fall Canettis, wobei seine Mehrsprachigkeit, sein Zugang zu Literatur und die Auswirkungen seiner Flucht- und Exilgeschichte im Zentrum stehen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Canettis Identität untrennbar mit seiner Sprachbiografie und seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit Literatur verwoben ist.
Elias Canetti, Identitätskonstruktion, Sprache, Literatur, Autobiografie, Exil, Heimat, Mehrsprachigkeit, akustische Maske, Identitätsbildung, Migrationserfahrung, Sprachverlust, Kommunikation, Erinnerung, Identitätsbalance
Die Arbeit untersucht, wie Elias Canettis persönliche Identität durch seine sprachliche Vielfalt, seine literarische Bildung und die wiederholten Wechsel seines Lebensmittelpunktes geprägt wurde.
Die Arbeit fokussiert auf Identitätstheorie, den Einfluss von Sprache auf die Persönlichkeitsentwicklung, die Bedeutung von Literatur im Leben Canettis sowie die Auswirkungen von Exil und Migration.
Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Sprache und Literatur als Werkzeuge der Identitätskonstruktion in Canettis Lebensgeschichte fungieren und wie sie seine Persönlichkeitsbildung beeinflussen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die stark auf sozialpsychologischen Identitätstheorien (u.a. Erikson, Mead, Luckmann) basiert und Canettis eigene autobiografische Werke sowie Aufzeichnungen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Identitätsbegriff und eine detaillierte Fallstudie zu Canettis Leben, wobei besonders seine Beziehung zur deutschen Sprache und seine „akustische Maske“ analysiert werden.
Die zentralen Begriffe sind Identitätskonstruktion, Mehrsprachigkeit, Exil, Heimatverlust, Autobiografie, akustische Maske und das Verhältnis von Sprache und Identität.
Die akustische Maske bezeichnet für Canetti das unverwechselbare sprachliche Erscheinungsbild einer Person, das für ihn eine essenzielle und identitätsstiftende Komponente menschlicher Individualität darstellt.
Trotz der Trennung vom deutschsprachigen Raum blieb die deutsche Sprache für Canetti eine Konstante, da er sie als seine Sprache des Schreibens betrachtete und sich im Exil bewusst als deren Bewahrer definierte.
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