Magisterarbeit, 2008
126 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Dystopie im Kontext der utopischen Tradition
2.1. Die Quintessenz der Utopie
2.2. Die Fortschrittsskepsis als Motiv der Dystopie
2.3. Die Science Fiction als technologiebetonte Abenteuergeschichte
3. Herbert George Wells: The Time Machine (1895)
3.1. Synopsis von The Time Machine
3.2. Der Forschungsstand zu Kontrolle und Sexualität in The Time Machine
3.3. Kontrolle und Überwachung der Eloi durch die Morlocks
3.3.1. Konträre Hegemonie – Die Rache der Morlocks
3.3.2. Die Sphinx und die Antinomien als Überwachungssymbole
3.4. Liebe und Sexualität als Abbild der Kontrollstrategien in The Time Machine
4. Aldous Huxley: Brave New World (1932)
4.1. Synopsis von Brave New World
4.2. Der Forschungsstand zu Kontrolle und Sexualität in Brave New World
4.2.1. Der Forschungsstand zu Hypnopädie in Brave New World
4.2.2. Der Forschungsstand zu Liebe und Sexualität in Brave New World
4.3. Kontrolle und Überwachung durch Hypnopädie in Brave New World
4.3.1. Die Hypnopädie als Kontrollinstrumentarium – Leben nach Slogans
4.3.2. Manipulation mittels Hypnopädie am Beispiel von Lenina Crowne und Bernard Marx
4.3.3. John und die gescheiterte Rebellion
4.4. Liebe und Sexualität in Brave New World
4.4.1. Lieblose Promiskuität als Instrumentarium diktatorischer Macht
4.4.2. Lenina Crowne und Bernard Marx’ Verstöße gegen das Promiskuitätspostulat
4.4.3. John und Lenina Crownes missglückte Liebe
5. George Orwell: Nineteen Eighty-Four (1949)
5.1. Synopsis von Nineteen Eighty-Four
5.2. Der Forschungsstand zu Überwachung und Sexualität in Nineteen Eighty-Four
5.3. Kontrolle und Überwachung in Nineteen Eighty-Four - Leben im totalitären Überwachungsstaat
5.3.1. Big Brother als Symbol totalitärer Überwachung
5.3.2. Totalüberwachung mittels Telescreens – Leben ohne Privatsphäre
5.3.3. Totalitäre Kontrolle durch die Thought Police – Leben in ständiger Angst
5.4. Liebe und Sexualität in Nineteen Eighty-Four
5.4.1. Puritanische Sexualität – Lieben im totalitären Überwachungsstaat
5.4.2. Winston und Julias Liebesaffäre als erfolglose Revolte gegen das Regime
6. Synopse
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Strategien der Kontrolle und Überwachung in drei wegweisenden Werken der englischen dystopischen Literatur. Dabei liegt der Fokus primär auf der Forschungsfrage, wie die jeweiligen Regime technologische, soziale und psychologische Instrumente nutzen, um die Autonomie des Individuums zu untergraben und staatliche Stabilität zu sichern.
3.3.2. Die Sphinx und die Antinomien als Überwachungssymbole
Den Morlocks ist die Überwachung der Eloi durch das umgekehrte Machtverhältniss in die Wiege gelegt. Doch insbesondere die Sphinx, die in TM eine zentrale Symbolik einnimmt, kann als Überwachungssymbol der Morlocks gedeutet werden. Vor allem nutzen die Morlocks die Antinomien aus, welche es ihnen ermöglichen, die Eloi zu kontrollieren. Bergonzi und Hamblock definieren Antinomien als eklatante Gegensätze, welche das Wechselverhältnis zwischen den Eloi und Morlocks diktieren. Demnach determinieren Oppositionen wie Pastoralität und Technologie, sowie Licht und Dunkelheit die Relation zwischen den Eloi und Morlocks. Kontrolle findet insbesondere durch das Ausnutzen der Morlocks der Sphinx und der Nacht statt.
Die Sphinx, “a white or silvery figure in the waste garden of the earth” (TM 34; Kap. 4), drückt die Überwachung, Omnipräsenz und Superiorität der Morlocks aus. Dies wird daran deutlich, dass die Sphinx den Zeitreisenden beobachtet, wodurch vor allem evident wird, dass sie ein Überwachungsinstrumentarium der Morlocks darstellt: “[…] the face was towards me; the sightless eyes seemed to watch me; there was the faint shadow of a smile on the lips” (eigene Emphase, 23; Kap. 3). Ähnlich wird dies wie folgt einprägsam: “[…] and so I was led past the sphinx of white marble, which had seemed to watch me all the while with a smile at my astonishment […]” (eigene Emphase, 28; Kap. 4). So wie das Lächeln der Sphinx die Gerissenheit und Dominanz der Morlocks expliziert, spielen die “sightless eyes” auf die Blindheit der Morlocks an. Obwohl diese blind sind, überwachen sie die Eloi nahezu perfekt, wodurch die Intensität der Überwachung akzentuiert wird. Gleichsam könnten die “sightless eyes” auf den latenten Charakter der Macht der Morlocks hindeuten, da diese im Schutze der Nacht jagen.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsfeld und die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der Kontrollstrategien in den drei gewählten Dystopien.
2. Die Dystopie im Kontext der utopischen Tradition: Dieses Kapitel verortet die Dystopie als gattungsspezifische Abgrenzung zur utopischen Tradition und führt in die Unterscheidung zur Science Fiction ein.
3. Herbert George Wells: The Time Machine (1895): Es werden die evolutionären und sozialen Machtverhältnisse zwischen den Eloi und Morlocks sowie die Symbolik der Sphinx analysiert.
4. Aldous Huxley: Brave New World (1932): Das Kapitel untersucht die Effizienz von Hypnopädie und behavioristischer Konditionierung als Mittel zur Schaffung einer stabilen, aber manipulierten Gesellschaft.
5. George Orwell: Nineteen Eighty-Four (1949): Diese Analyse fokussiert auf die totale Überwachung durch den Staat mittels Telescreens und der Thought Police als Instrumente der Angst.
6. Synopse: Hier werden die Ergebnisse der Einzelanalysen kontrastiert und die zentralen Unterschiede der Kontrollmechanismen gegenübergestellt.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Relevanz der dystopischen Literatur für die heutige Zeit.
Dystopie, Überwachung, Kontrolle, Science Fiction, H. G. Wells, Aldous Huxley, George Orwell, Totalitarismus, Hypnopädie, Sexualität, Machtstrukturen, Evolution, Privatsphäre, Widerstand, Gesellschaftsmodell.
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene dystopische Romane literarische Szenarien entwerfen, in denen staatliche oder gesellschaftliche Instanzen die totale Kontrolle über das Individuum ausüben.
Der Fokus liegt auf "The Time Machine" von H. G. Wells, "Brave New World" von Aldous Huxley und "Nineteen Eighty-Four" von George Orwell.
Das Ziel ist es zu ergründen, welche spezifischen Strategien – von technologischer Überwachung bis zur psychologischen Konditionierung – in diesen Werken eingesetzt werden, um die Stabilität der jeweiligen Dystopien zu gewährleisten.
Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, um die verschiedenen Kontrollmechanismen der Autoren zu vergleichen und in ihren theoretischen Kontext einzuordnen.
Die Arbeit zeigt auf, dass Sexualität in diesen Dystopien selten ein Ausdruck von Freiheit ist, sondern oft als Instrument der Macht oder als kompensatorisches Mittel zur Stabilisierung des Staates umgedeutet wird.
Zentrale Begriffe sind Totalitarismus, Konditionierung, Überwachung, Entartung, Klassenstruktur und der Verlust der Privatsphäre.
Während Huxley eine "sublime" und interne Kontrolle durch Vergnügen und Hypnopädie beschreibt, fokussiert Orwell auf eine sichtbare, terroristische Kontrolle durch Angst und staatliche Polizeigewalt.
Wells radikalisiert Darwins Theorien, indem er die menschliche Entwicklung nicht als stetigen Fortschritt, sondern als rückläufige Spaltung in zwei degenerierte Rassen darstellt.
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