Magisterarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 3
1. EINLEITUNG
1.1 Kinderliteratur in Schweden
1.1.1 Zum Thema
1.1.2 Fragestellung und Zielsetzung
1.1.3 Aufbau der Arbeit
1.2 Das schwedische Kinderbuch bis 1945
1.3 Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen und reformpädagogischen Konzepten als Voraussetzung für die Entstehung des neuen Kinderbuches
1.3.1 Die Reformpädagogik der 30er und der 40er Jahre
1.3.2 Zur Verbindung von Pädagogik, Literatur und Politik
1.4 Die neue Schriftstellergeneration der 40er Jahre: Astrid Lindgren, Lennart Hellsing, Tove Jansson
1.4.1 Astrid Lindgren und das moderne schwedische Kinderbuch
1.4.2 Lennart Hellsings Debütbuch und das moderne schwedische Kinderbuch
1.4.3 Tove Janssons Debütbuch und das moderne schwedische Kinderbuch
1.4.4 Weitere Autoren
2. PIPPI LÅNGSTRUMP
2.1 Geschichte des Buches: wie es dazu kam
2.2 Pippi Långstrump, ein Mädchenbuch? Das Problem der geschlechtspezifischen Erziehungsmuster
2.3 Pippis Eigenwelt
2.3.1 Das Chaos
2.3.2. Verkehrte Werte
2.4 Antiautoritäre Züge in „Pippi Långstrump“: Pippis Souveränität
2.4.1 Der Bruch mit den Erziehungsnormen der Zeit
2.4.2 Die Souveränität der Figur
2.4.2.1 Die körperliche Souveränität
2.4.2.2 Die sprachliche Souveränität
2.4.2.3 Die finanzielle Souveränität
2.4.3 Das freie Spiel
2.5 Pippi Långstrump als komische Figur
2.6 Intertextuelle Andeutungen in „Pippi Långstrump“
2.7 Stilistische Innovation
2.8 Politische Anspielungen bei „Pippi Långstrump“
3. BRÖDERNA LEJONHJÄRTA
3.1 Geschichte des Buches: wie es dazu kam
3.2 Der Erzähler
3.3 Das Motiv des Phantastischen
3.4 Das Thema der Angst
3.5 Das Problem des Bösen
3.6 Todesmärchen oder Trostbuch?
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufbruch der schwedischen Kinderliteratur im Jahr 1945, initiiert durch das Dreifachdebüt von Astrid Lindgren, Tove Jansson und Lennart Hellsing, und analysiert, wie diese Autoren durch innovative Kindheitsentwürfe und den Bruch mit traditionellen Normen die Gattung grundlegend transformierten.
1.1 Kinderliteratur in Schweden
Seit den 40er Jahren hat das schwedische Kinderbuch in einem Maße Bedeutung erlangt, dass es gegenüber der Literatur für Erwachsene als gleichwertig einzuschätzen ist. Dafür spricht sowohl die Vielfalt der Titel als auch ihre künstlerische Qualität. Auf internationalem Niveau weist man der Kinderliteratur des Landes nach schwedischer Meinung sogar eine größere Bedeutung zu, als der Erwachsenliteratur. Heute stellt sich das schwedische Kinderbuch als eine Literatur dar, die gewissermaßen enttabuisiert ist: Nichts, was Menschen berührt, bleibt ihr verschlossen. Weder für Inhalte noch für Darstellungsweisen scheint es Grenzen zu geben. Vielmehr strebt die Literatur für die Jungen und Jüngsten danach, die Selbständigkeit, Hilfsbereitschaft, Solidarität und gegenseitige Achtung der Kinder zu fördern, aber auch ihr kritisches Denkvermögen in Bezug auf die gesellschaftlichen, sozialen und zwischenmenschlichen Verhälntise der Erwachsenwelt zu entwickeln. Letzteres führte in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre im Zusammenhang mit der so genannten „antiautoritären“ Erziehung zu Extremen, die infolge der Experimentierfreudigkeit jüngerer Autoren verhältnismäßig breiten Raum einnahmen.
Wo Erziehungsfragen im positiven wie im negativen Sinne des Wortes „fragwürdig“ geworden sind, ist auch ein Sturm der Entrüstung über ein Buch, das die Erziehungsnormen bricht, nur noch schwer vorstellbar. Allgemein kann man sagen, dass sich die schwedische Kinderliteratur durch ein frühes Aufgreifen gesellschaftlich und individuell relevanter Themen, durch einen fast vollständigen Verzicht auf die Idylle und durch eine realistische Darstellungsweise der Verhaltensnormen von Kindern in einem problembehafteten Alltagsleben charakterisiert.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der schwedischen Kinderliteratur und die Bedeutung der neuen Normen ab den 1940er Jahren.
2. PIPPI LÅNGSTRUMP: Analyse von Astrid Lindgrens Debütwerk als Normenbruch und Wegbereiter für ein autonomes Kindheitsbild.
3. BRÖDERNA LEJONHJÄRTA: Untersuchung des Märchenromans als psychologische Auseinandersetzung mit existentiellen Themen wie Tod, Freiheit und dem Kampf zwischen Gut und Böse.
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenfassende Bewertung der Innovationsleistungen und der nachhaltigen Transformation des Kinderbuches durch die Generation von 1945.
Schwedische Kinderliteratur, Astrid Lindgren, 1945, Pippi Långstrump, Bröderna Lejonhjärta, Reformpädagogik, Antiautoritäre Erziehung, Kindheitsbild, Innovation, Modernität, Literaturkritik, Tove Jansson, Lennart Hellsing, Normenbruch, Freiheit.
Die Arbeit analysiert den historischen Neubeginn der schwedischen Kinderliteratur im Jahr 1945 und den Einfluss zentraler Autoren wie Astrid Lindgren.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kinderbuchs, die Rolle reformpädagogischer Konzepte und die literarische Innovation durch Grenzüberschreitungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lindgren durch ihre Werke die Grenzen der traditionellen Kinderliteratur sprengte und das Kind als eigenständige, autonome Ausdrucksform etablierte.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit werkbezogenen Interpretationen verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Pippi Långstrump bezüglich ihrer antiautoritären Züge und Komik sowie eine Untersuchung von Bröderna Lejonhjärta hinsichtlich ihrer phantastischen und psychologischen Tiefe.
Die Begriffe Freiheit, Autonomie, Moderne, Pippi Långstrump, Kindheit und Normenbruch sind essenziell für das Verständnis der Arbeit.
Das Jahr markiert mit den Debüts von Lindgren, Jansson und Hellsing eine Zäsur, in der ein neues Kindheitsverständnis die bis dahin dominierende moralisierende Literatur ablöste.
Pippi fungiert als subversives Element, das gesellschaftliche Normen und Erziehungszwänge durch kindliche Logik und ein anarchisches Spielverhalten parodiert.
Das Werk nähert sich dem Tod nicht als Ende, sondern als Übergang in eine neue, phantastische Dimension, wobei die Erzählung als Trost für kranke Kinder dient.
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