Magisterarbeit, 2008
108 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsklärung: Was ist Prekarität
2.1 Definition nach Zahlen und Fakten
2.2 Beschreibung von Prekarität als Prozess und Phänomen
2.3 Beschreibung von Prekarität anhand sozialer und emotionaler Effekte
3 Ökonomische und politische Grundlagen für Prekarität
3.1 Finanzmarktkapitalismus
3.2 Das nachfordistische Produktionsmodell
3.3 Politischer Rahmen: Neoliberalismus und aktivierende Arbeitsmarktpolitik
4 Forschungsansätze, Lösungsangebote und Zukunftsmodelle
4.1 Statistische Betrachtungen und konkrete Untersuchungen
4.2 Lösungsvorschläge und Zukunftsmodelle
5 Exkurs: Prekarität und Öffentlichkeit
6 Die Folgen von Prekarität
6.1 Gesellschaftliche Auswirkungen
6.2 Individuelle Folgen
7 Subjektives Erleben und Verarbeitung von Prekarität
7.1 Erforschung mit Hilfe des narrativen Interviews
7.2 Einleitung Interview I
7.3 Analyse Interview I
7.4 Einleitung Interview II
7.5 Analyse Interview II
8 Vergleich beider Interviews
9 Fazit: Vergleich der theoretischen Betrachtung mit dem subjektiven Erleben
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Prozesse und Auswirkungen von Prekarität auf Wirtschaft, Gesellschaft und das Individuum, wobei der Fokus insbesondere auf der subjektiven Erfahrung und Verarbeitung prekärer Lebensverhältnisse liegt.
3.1 Finanzmarktkapitalismus
Um die besondere Dynamik des Finanzmarktkapitalismus zu beschreiben, wurde der Begriff der neuen „Landnahme“ geprägt. Diese integriert nach außen hin ganze Subkontinente in den Weltmarkt und konzentriert sich nach innen hin auf eine weit umfassendere Nutzung des menschlichen Arbeitsvermögens und geht ebenfalls mit einer Einschränkung, Beschneidung oder auch gar der Beseitigung von Sozialeigentum einher: „Unter dem Druck finanzmarktgetriebener Konkurrenzen sorgen kapitalmarktorientierte Steuerungsformen von Konzernen, die Führung dezentraler Einheiten mittels Gewinnvorgaben und ständiges Benchmarking für eine Verstetigung von Wettbewerbssituationen im Inneren der Unternehmen. Sämtliche Schutzmechanismen von der tariflichen Begrenzung der Wochenarbeitszeiten bis hin zum arbeitsrechtlich garantierten Kündigungsschutz, also Kernbestände von „Sozialeigentum“, werden tendenziell zum Zielobjekt entgrenzender Verwertungsstrategien.“17
Der Unterschied zwischen dem früheren Kapitalismus und dem Finanzmarktkapitalismus von heute ist, dass man von einer Machtverschiebung zugunsten der Finanzmärkte sprechen kann. Mit der Spekulation auf Aktien wird viel Geld verdient, und da Aktien Beteiligungen an einem Unternehmen sind, wächst so stetig der Einfluss der Finanzmärkte auf die Strategien und Strukturen der Unternehmen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Prekarität ein, beleuchtet die Motivation der Autorin und steckt den Rahmen der Untersuchung ab.
2 Begriffsklärung: Was ist Prekarität: Dieses Kapitel definiert Prekarität sowohl über statistische Fakten als auch als soziologischen Prozess mit emotionalen Folgen.
3 Ökonomische und politische Grundlagen für Prekarität: Es werden die systemischen Ursachen beleuchtet, insbesondere der Finanzmarktkapitalismus und der neoliberale politische Rahmen.
4 Forschungsansätze, Lösungsangebote und Zukunftsmodelle: Das Kapitel vergleicht verschiedene wissenschaftliche Ansätze und stellt politische Lösungsstrategien wie den Mindestlohn gegenüber.
5 Exkurs: Prekarität und Öffentlichkeit: Hier wird die Rolle der Medien bei der Stigmatisierung prekär lebender Menschen kritisch hinterfragt.
6 Die Folgen von Prekarität: Es werden die gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen des Prekarisierungsprozesses analysiert.
7 Subjektives Erleben und Verarbeitung von Prekarität: Den Kern des zweiten Teils bilden die Analyse und Einordnung zweier narrativer Interviews zur subjektiven Verarbeitung von Prekarität.
8 Vergleich beider Interviews: Die Ergebnisse der beiden Interviews werden gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung der eigenen Lage herauszuarbeiten.
9 Fazit: Vergleich der theoretischen Betrachtung mit dem subjektiven Erleben: Das Fazit führt Theorie und empirische Befunde zusammen und bewertet die Passfähigkeit existierender Typologien.
Prekarität, Finanzmarktkapitalismus, Neoliberalismus, Arbeitsmarktpolitik, Flexicurity, soziale Sicherheit, Stigmatisierung, narrative Interviews, Erwerbsarbeit, Flexibilisierung, prekäre Beschäftigung, soziale Ausgrenzung, Hartz IV, Entkopplung, Wohlfahrtsstaat
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Prekarität als Ausdruck eines gewandelten Wirtschafts- und Gesellschaftssystems und analysiert, wie diese Entwicklung von Betroffenen erlebt wird.
Zentrale Felder sind die ökonomischen Ursachen der Prekarität, die Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik, die Rolle der Medien bei der Stigmatisierung sowie die subjektive Bewältigung prekärer Lebenslagen.
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild von Prekarität zu zeichnen, das sowohl theoretische Strukturen als auch die subjektiven, individuellen Erfahrungen der Betroffenen umfasst und kritisch gegenüberstellt.
Die Autorin nutzt einen zweigeteilten Ansatz: Zunächst eine theoretische Aufarbeitung der Thematik und anschließend eine qualitative empirische Untersuchung mittels narrativer Interviews.
Der Hauptteil erstreckt sich über zwei Teile: Zuerst werden die Grundlagen (Theorie, Politik, Folgen) dargelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse individueller Lebensgeschichten durch Interviews.
Begriffe wie Flexibilisierung, Prekarität und sozialer Abstieg kennzeichnen den Wandel der modernen Arbeitsgesellschaft und die damit einhergehende Unsicherheit für den Einzelnen.
Das Alter wird als zentrales Handicap identifiziert; ab 40 bis 50 Jahren erschwert sich der Zugang zum Arbeitsmarkt massiv, was bei den Interviewten zu Zukunftsängsten und Resignation führt.
Während einer der Befragten sich als "Freiwild" im prekären Sektor sieht, verfügt die andere Interviewpartnerin trotz ihrer Verbindung zu einem prekär lebenden Partner über ein stabiles Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst.
Die Autorin kritisiert, dass der aktuelle Sozialstaat und die neoliberale Politik den Menschen nur noch als Kostenfaktor betrachten und das soziale Auffangnetz zugunsten einer ökonomischen Flexibilisierung abbauen.
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