Bachelorarbeit, 2007
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Demagoge: Propagandaminister Dr. Paul Joseph Goebbels
3. Rhetorik als Teil des Propagandaapparates des faschistischen Regimes
4. Die Konzeption des „totalen Krieges“
5. Die Rede im Berliner Sportpalast am 18. Februar 1943
5.1. Vorbereitung und Inszenierung
5.2. Inhalt und Aufbau
6. Rhetorische Mittel der faschistischen Rede
6.1. Figuren des Ausdrucks
6.2. Figuren der Struktur
6.3. Gedankenfiguren
7. Tropen
7.1. Grenzverschiebungstropen
7.2. Sprungtropen
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die rhetorischen Stilmittel der faschistischen Rede am Beispiel der Sportpalastrede von Joseph Goebbels aus dem Jahr 1943, um deren Wirkungsweise, Intention und manipulative Kraft im Kontext der nationalsozialistischen Propaganda zu analysieren.
6.1. Figuren des Ausdrucks
Bei dem häufig verwendeten Stilmittel der Anapher werden am Satzanfang oder am Anfang einer Sinneinheit ein Wort oder eine Wortgruppe wiederholt. Auf diese Weise besitzt die Anapher eine starke emphatische, eindringliche Wirkung und hebt wichtige Worte und Inhalte hervor. Gerade in rhetorischen Fragen enthält so die Bestimmtheit einer Aussage einen gesteigerten Charakter.
„Es will jetzt nichts mehr hören von kriegsunwichtiger Betriebsamkeit und ähnlichen Wichtigtuereien, die nur Zeit und Aufwand erfordern.
Es will nichts mehr hören von einem überspannten umständlichen Fragenbogenunwesen für jeden Unsinn.
Es will sich nicht in tausend Kleinigkeiten verzetteln, die für den Frieden vielleicht wichtig waren.
Es braucht auch nicht unter dauernder Erinnerung an das schwere Opfer unserer Soldaten in Stalingrad an seine Pflicht gemahnt zu werden.
Es weiß, was es zu tun und was es zu lassen hat.
Es will eine spartanische Lebensführung für alle (...).“ (Z.537-543)
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung rhetorischer Analysen von NS-Propaganda ein und begründet die Untersuchung der Sportpalastrede im Kontext des Jahres 1943.
2. Der Demagoge: Propagandaminister Dr. Paul Joseph Goebbels: Dieses Kapitel skizziert die biographische Entwicklung Goebbels' und seine Rolle als Chefpropagandist des NS-Regimes.
3. Rhetorik als Teil des Propagandaapparates des faschistischen Regimes: Es wird dargelegt, wie die NS-Rhetorik gezielt als Mittel zur Manipulation, zur Vernichtung gegnerischer Meinungen und zur totalen Indoktrination eingesetzt wurde.
4. Die Konzeption des „totalen Krieges“: Das Kapitel definiert den Begriff des „totalen Krieges“ und beschreibt die strategische Notwendigkeit der totalen Mobilmachung aus Sicht der nationalsozialistischen Führung.
5. Die Rede im Berliner Sportpalast am 18. Februar 1943: Es werden der rednerische Kontext, die akribische Vorbereitung sowie der inhaltliche Aufbau der Sportpalastrede analysiert.
6. Rhetorische Mittel der faschistischen Rede: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung und Kategorisierung rhetorischer Figuren wie Anaphern, Parallelismen und Chiasmen anhand der Rede.
7. Tropen: Dieser Teil widmet sich der Analyse bildhafter Sprache, insbesondere von Euphemismen, Hyperbeln und Metaphern in der nationalsozialistischen Rhetorik.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der suggestiven und manipulativen Kraft der Goebbels-Rede.
Nationalsozialismus, Joseph Goebbels, Sportpalastrede, Rhetorik, Propaganda, totaler Krieg, Stilmittel, Anapher, Antithese, Manipulation, Massenpsychologie, politische Rede, NS-Regime, Rhetorische Figuren, Agitation.
Die Arbeit analysiert die rhetorischen Techniken, die Joseph Goebbels in seiner berühmten Sportpalastrede von 1943 einsetzte, um das Publikum zu manipulieren und die Unterstützung für den „totalen Krieg“ zu sichern.
Zentrale Themen sind die nationalsozialistische Propagandataktik, die Rolle des Redners, die psychologische Steuerung der Massen sowie die gezielte Anwendung sprachlicher Stilmittel zur Beeinflussung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, durch welche rhetorischen Stilmittel Goebbels versuchte, die Bevölkerung nach der Niederlage von Stalingrad zu motivieren und für eine radikale Kriegführung zu gewinnen.
Es wird eine rhetorische Stilanalyse angewandt, die Figuren (Ausdrucks-, Struktur-, Gedankenfiguren) und Tropen in den Kontext der Rede setzt und deren Funktion für die Propaganda untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Redners, die Einbettung der Rede in den Propagandaapparat, die Analyse der rhetorischen Stilmittel und die Untersuchung der bildhaften Sprache (Tropen).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie NS-Propaganda, Rhetorische Analyse, Manipulation, Totaler Krieg und Sprachstil charakterisieren.
Die Inszenierung war essentiell: Durch eine sorgfältige Auswahl des Publikums, die räumliche Anordnung und die Choreographie von Beifall und Zwischenrufen wurde der Anschein eines plebiszitären Konsenses fingiert.
Laut der Arbeit zielt die faschistische Rhetorik nicht auf einen sachlichen Diskurs, sondern ist militant-missionarisch und auf Verführung, Täuschung und die emotionale Überwältigung des Publikums ausgerichtet.
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