Masterarbeit, 2008
135 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Kontext der Kommunalentwicklung
2.1 Globalisierung der Wirtschaft und Ökonomisierung der Gesellschaft
2.2 Demografischer Wandel und Integration individualisierter Bürger
2.3 Politische Trends
2.4 Ineffiziente Verwaltung und machtlose Politik?
2.5 Wiederentdeckung der lokalen Ebene
2.5.1 Re-scaling
2.5.2 „Place effects“ und Bürgernähe
2.5.3 Alles in Butter?
2.6 Wie Steuern?
3 Governance
3.1 Begriffsbestimmung
3.1.1 Governance als Perspektive
3.1.2 Government versus Governance
3.1.3 territorial oder funktional?
3.2 Begriffsverwendung
3.2.1 Analytisch
3.2.2 Deskriptiv
3.2.3 Normativ
3.3 Woher kommt Governance?
3.3.1 Die Zeit vor Governance
3.3.2 Von Management zu Governance
3.3.3 Governance als „Weichspüler“
3.4 Definitionsversuch
4 Local Governance
4.1 Woran erkennt man Local Governance-Arrangements?
4.1.1 Heterarchie und Verantwortungsteilung
4.1.2 Schatten der Hierarchie
4.1.3 Intermediär und Informal
4.1.4 Vision und Dauerhaftigkeit
4.1.5 Neue Steuerungs- und Koordinationsformen
4.1.6 Alles neu?
4.2 Was passiert in Local Governance-Arrangements?
4.2.1 Verhandlungen
4.2.2 Netzwerke
4.2.3 Sozialkapital
4.2.4 Kollektive Lernprozesse
4.3 Wann entstehen Local Governance Arrangements?
4.4 LG - Deus ex Machina vs. Governance-Failure
4.4.1 Selektivität
4.4.2 Legitimation
4.4.3 Output-, Input- und Throughput-Legitimation - die Lösung?
4.4.4 Staatsrückzug
4.4.5 Wirtschaftsdominanz
5 Bürgerschaftliche Partizipation noch ein Wundermittel?
5.1 Partizipation
5.2 Zivilgesellschaft
5.3 Bürgerschaftliches Engagement
5.4 Das Leitbild der Bürgerkommune
5.4.1 Kunde
5.4.2 Koproduzent
5.4.3 Auftraggeber
5.5 Bürgerschaftliche Partizipation in der Governance-Debatte
5.6 Voraussetzungen bürgerschaftlicher Partizipation
6 Empirische Erfahrungen mit bürgerschaftlicher Partizipation
6.1 Kommunikationsbarrieren und unwillige Bürger?
6.2 Mythos der Einheit von Bürgerschaft und Zivilgesellschaft
6.3 Triviale Konflikte
6.4 Legitimationsprobleme ungelöst
6.5 Ineffizienz und Unkreativität
6.6 Irrelevanz und Überforderung
6.7 Zivilgesellschaft - Staat
6.8 Fehlende Finanzen und widerstrebende Kräfte
6.9 Zivilgesellschaft - Wirtschaft
7 Bürgerschaftliche Partizipation in Local Governance-Arrangements?
7.1 Nicht-Kooperative Formen bürgerschaftlichen Engagements
7.2 Bürger als Individuen?
7.3 „Neue“ Gemeinschaften
7.4 Intermediäre Organisationen, die „Bürger zweiter Ordnung“
7.5 Weshalb nicht geeignete Akteure dennoch miteinbezogen werden
8 Zusammenfassung
8.1 Paradoxie 1: Systemeffizienz vs. Bürgerpartizipation
8.2 Paradoxie 2: starker vs. schwacher Staat
8.3 Mitarbeiten, aber nicht mitreden
8.4 Kein Königsweg ?
8.5 Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Zusammenhänge und Spannungsfelder zwischen Governance-Konzepten, insbesondere Local Governance (LG), und bürgerschaftlicher Partizipation in kommunalen Kontexten. Ziel ist es, die Komplementarität dieser Ansätze kritisch zu analysieren und theoretische sowie praktische Hürden bei deren Verknüpfung auf lokaler Ebene herauszuarbeiten.
4.2.2 Netzwerke
Der vorherrschende Governance-Mechanismus in Netzwerken ist die Verhandlung (Wald/Jansen 2007: 93). Alle Arten sozialer Beeinflussung sind eingeschlossen, außer Zwang. Jeder einzelne Akteur kann noch verhindern, dass ihm ein Handeln auferlegt wird, das er von sich aus in der gegebenen Situation nicht freiwillig wählte. Kollektive Handlungsfähigkeit kommt demnach nur als allseitige „freiwillige“ und auf wechselseitiges Vertrauen voraussetzende Einigung im Sinne des Abtausches von Interessen zustande (Schimank 2007: 42).
Netzwerke werden neutral als horizontale Beziehungsstrukturen (vgl. Grote 2007: 56) oder als eine Menge von Akteuren betrachtet, die über eine Menge von Beziehungen mit einem bestimmten Inhalt verbunden sind (vgl. Kenis/Schneider 1991: 25-59; Pappi 1993: 84-94 in Wald/Jansen 2007: 93). Die Beziehungen, können zum Beispiel den Austausch von Informationen oder politischen Einfluss zum Inhalt haben (vgl. Jansen1995: 150-153 und Henning/Wald 2000 in Wald/Jansen 2007: 93). Für LG sind vor allem Policy-Netzwerke als Governance-Form von Relevanz, in denen korporative Akteure wie Verbände, Ministerien und Parteien vorherrschen. Policy-Netzwerke werden als Governance-Form beschrieben, die veränderte Entscheidungsstrukturen aufweisen, Organisationen aufwerten und mit einer Fragmentierung von Macht einhergehen (Maynitz 1992 in Wald/Jansen 2007: 93).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um Governance und Partizipation ein und formuliert die Zielsetzung, die Komplementarität dieser beiden Trends auf lokaler Ebene zu untersuchen.
2 Kontext der Kommunalentwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet die veränderten Rahmenbedingungen kommunalen Handelns, wie Globalisierung und demografischen Wandel, die den Diskurs um Local Governance maßgeblich prägen.
3 Governance: Es erfolgt eine tiefgehende theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Governance, seiner Entstehung, Definition und Verwendung in Wissenschaft und Praxis.
4 Local Governance: Hier werden die Merkmale, Mechanismen und Bedingungen von Local Governance-Arrangements (LGAs) analysiert, wobei besonders die Rolle von Netzwerken und Verhandlungen beleuchtet wird.
5 Bürgerschaftliche Partizipation noch ein Wundermittel?: Dieses Kapitel untersucht die Begriffe Partizipation, Zivilgesellschaft und Engagement und stellt die Frage, ob diese Konzepte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können.
6 Empirische Erfahrungen mit bürgerschaftlicher Partizipation: Zusammenführung empirischer Erkenntnisse und Fallstudien, die die Chancen und Grenzen bürgerschaftlicher Beteiligung in der Praxis aufzeigen.
7 Bürgerschaftliche Partizipation in Local Governance-Arrangements?: Eine kritische Reflexion darüber, warum die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren oft problematisch ist und welche Organisationsstrukturen hierfür notwendig wären.
8 Zusammenfassung: Die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die theoretischen Schlussfolgerungen aus der Analyse gezogen.
Local Governance, Partizipation, Zivilgesellschaft, Bürgerschaftliches Engagement, Kommunalentwicklung, Governance, Netzwerke, Verhandlungssysteme, Bürgerkommune, Sozialkapital, Demokratie, Stadtplanung, Politische Steuerung, Kooperation, Institutionalisierung.
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel und die Spannungsfelder zwischen Governance-Arrangements auf lokaler Ebene und der Beteiligung der Bürgerschaft, um zu bewerten, inwieweit diese Ansätze tatsächlich komplementär sind.
Die zentralen Themen sind Governance und Local Governance, bürgerschaftliches Engagement, die Entwicklung von Kommunen unter dem Einfluss globaler Trends sowie die Möglichkeiten und Grenzen direkter Bürgerpartizipation.
Das primäre Ziel ist es, Einblick in die aktuelle Debatte zu geben und theoretische sowie praktische Hürden bei der Verknüpfung von Governance-Trends und bürgerschaftlicher Partizipation auf lokaler Ebene zu reflektieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfangreiche Literaturanalyse bestehender Diskurse aus Politik-, Sozial- und Raumwissenschaften sowie die Auswertung empirischer Fallstudien zu verschiedenen Stadtentwicklungsprogrammen.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen von Governance und Local Governance, die verschiedenen Governance-Modi, die Bedingungen für die Entstehung solcher Arrangements sowie die empirischen Erfahrungen mit Partizipation in der Stadtentwicklung detailliert erörtert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Local Governance, Bürgerschaftliches Engagement, Kooperation, Partizipation, Zivilgesellschaft und Kommunalentwicklung charakterisiert.
Die Kooperation ist oft durch Organisationsdefizite, mangelnde institutionelle Verankerung, divergierende Interessen von Akteuren und das Problem der mangelnden Repräsentativität gekennzeichnet, was häufig zu Enttäuschungen und geringer Wirkung der Beteiligung führt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass einzelne oder nur gering organisierte Bürger aufgrund fehlender Ressourcen und Durchsetzungsmacht kaum als gleichwertige Partner in komplexen, auf Dauer angelegten Local Governance-Arrangements fungieren können; diese Rolle bleibt meist intermediären zivilgesellschaftlichen Organisationen vorbehalten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

