Bachelorarbeit, 2007
46 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Globalisierung
2.1. Begriffsbestimmung: Globalisierung
2.2. Scheingewinner und Überflüssige
2.3. Der informelle Sektor
2.4. Globalisierung in Lateinamerika
3. Sozioökonomische Verwundbarkeit
3.1. Definition „Verwundbarkeit“
3.2. Das Sustainable Livelihoods Konzept
3.2.1. Livelihood Aktivitäten und Strategien
3.2.2. Livelihood Ressourcen
3.2.3. Institutionen, Organisationen und Makroökonomie
3.2.4. Verwundbarkeitszusammenhänge
3.2.5. Ergebnisse der Lebenssicherung
4. Sozioökonomische Verwundbarkeit in Lateinamerika
4.1. Verwundbarkeit durch Liberalisierung der Finanzmärkte
4.2. Verwundbarkeit durch internationale Arbeitsteilung
4.3. Verwundbarkeit durch Liberalisierung des Welthandels
4.4. Verwundbarkeit durch Privatisierung
5. Beispiele sozioökonomischer Verwundbarkeit aus Lateinamerika
5.1. Weshalb Chile und Brasilien?
5.2. Bergbau in Chile
5.3. Anbau von Tafeltrauben in Chile
5.4. Fragmentierung und Segregation in lateinamerikanischen Städten
5.4.1. Segregation
5.4.2. Ursachen der multifragmentierten Stadt
5.4.3. Resultat der Segregation
5.4.4. Condominios
5.4.5 Zusammenfassende Beurteilung der stadträumlichen Entwicklung
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die sozioökonomischen Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf die Verwundbarkeit der Bevölkerung in Lateinamerika. Dabei wird analysiert, wie wirtschaftliche Liberalisierung und strukturelle Veränderungen zur räumlichen Fragmentierung und sozialen Ausgrenzung beitragen.
3.1. Definition „Verwundbarkeit“
Das Konzept der gesellschaftlichen Verwundbarkeit basiert auf der Einsicht, dass die Gefährdung der Lebensgrundlagen alleine mit der wirtschaftlichen Situation nicht erklärt werden können. Auch Naturkatastrophen sind nicht allein für die für Überlebenskrisen verantwortlich. Während Armut das Ausmaß eines Zustandes beschreibt, beinhaltet Vulnerabilität auch eine vorhersagbare Qualität. Die Frage „Was passiert mit bestimmten Menschengruppen unter dem Einfluss verschiedener Risiken und Katastrophen?“ wurde in ein Konzept gefasst.
Der Wirtschaftsnobelpreisträger von 1998 Amartya K. Sen bemerkte durch die Analyse der indischen Hungersnot 1993, dass Hunger nicht durch die Verringerung des tatsächlichen Nahrungsmittelangebotes entsteht, sondern wenn Menschen keine Möglichkeit haben, die vorhandenen Nahrungsmittel zu erwerben. Er stellte fest, dass Verfügungsrechte (entitlements), die den Zugang zu Ressourcen ermöglichen, sehr unterschiedlich sein können: Landbesitz und der eigene Anbau von Nahrungsmitteln fallen ebenso darunter, wie die Möglichkeit, subventionierte Nahrungsmittel zu kaufen. Dazu kommt ausreichend entlohnte Beschäftigung, die Menschen in die Lage versetzt ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, und ein soziales Sicherungssystem.
Ressourcen, die ein Individuum tatsächlich besitzt, werden als Kapitalien/ Aktiva oder endowments/assets bezeichnet, Darunter fallen materielle Güter wie Land, Vieh, Produktionsmittel, ebenso wie etwa Wissen und Fähigkeiten, Arbeitskraft und die Zugehörigkeit zu sozialen Netzwerken. Krisen treten nach Sen dann auf, wenn sich das Verhältnis zwischen endowment set (Ressourcenausstattung) und dem entitlement set (Bündel an Verfügungsrechten) verschlechtert, d.h.: wenn sich die Möglichkeit der Menschen verringert ihre Ressourcen in Waren und Dienstleistungen umzuwandeln.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die komplexe Verflechtung von Globalisierung und Verwundbarkeit in Lateinamerika dar und umreißt den methodischen Zugang der Arbeit.
2. Globalisierung: In diesem Kapitel werden die ökonomischen Dimensionen der Globalisierung definiert, deren Einfluss auf die Entstehung von Scheingewinnern diskutiert und die Rolle des informellen Sektors beleuchtet.
3. Sozioökonomische Verwundbarkeit: Hier wird das theoretische Konzept der Verwundbarkeit fundiert und das Modell der nachhaltigen Lebensabsicherung (Sustainable Livelihoods) eingeführt.
4. Sozioökonomische Verwundbarkeit in Lateinamerika: Dieses Kapitel untersucht konkret die Auswirkungen von Finanzmarktliberalisierung, internationaler Arbeitsteilung und Privatisierung auf die Lebensgrundlagen der lateinamerikanischen Bevölkerung.
5. Beispiele sozioökonomischer Verwundbarkeit aus Lateinamerika: Die Fallstudien zum Bergbau, zum Anbau von Tafeltrauben in Chile sowie zur städtischen Segregation veranschaulichen die theoretischen Konzepte in der Praxis.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die neoliberale Gestaltung der Globalisierung die soziale Ungleichheit in Lateinamerika eher vertieft als beseitigt hat.
Globalisierung, Lateinamerika, Verwundbarkeit, Vulnerabilität, Sozioökonomische Disparitäten, Fragmentierung, Segregation, Informeller Sektor, Sustainable Livelihoods, Neoliberalismus, Condominios, Armut, Ressourcenausstattung, Wirtschaftsliberalisierung, Marginalisierung
Die Arbeit analysiert die negativen sozioökonomischen Folgen globaler wirtschaftlicher Prozesse für die Bevölkerung in Lateinamerika und betrachtet insbesondere die Entstehung neuer Armutsformen.
Die zentralen Felder umfassen den informellen Sektor, den Einfluss der Globalisierung auf den Agrarsektor und die Industrie sowie die räumliche Trennung in lateinamerikanischen Städten.
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen makroökonomischen Liberalisierungsmaßnahmen und der individuellen Verwundbarkeit (Vulnerabilität) der Menschen aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung des Verwundbarkeitskonzeptes, kombiniert mit regionalen Fallbeispielen aus Chile und Brasilien.
Der Hauptteil analysiert Mechanismen wie Privatisierung und internationale Arbeitsteilung sowie spezifische räumliche Ausdrucksformen von Ungleichheit, etwa gated communities (Condominios).
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie sozioökonomische Fragmentierung, Vulnerabilität, nachhaltige Lebensabsicherung und soziale Segregation beschreiben.
Condominios sind abgesperrte, privat bewachte Wohnviertel, die als extremste Form der sozialen Segregation dienen und den Wunsch der Oberschicht nach räumlicher Isolation widerspiegeln.
Die Privatisierung von Grundleistungen wie Wasser, Strom und öffentlichen Verkehrsmitteln entzieht einkommensschwachen Gruppen lebensnotwendige Subventionen und verschärft deren Armut.
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