Masterarbeit, 2008
146 Seiten, Note: 2,30
Vorwort
Einleitung
1 Ausgangslage
2 Menschenbilder in der Begleitung von Menschen mit Demenz
3 Das naturwissenschaftlich – medizinische Menschenbild in der Begleitung von Menschen mit Demenz
4 Pflegepraxis
4.1 Praxisbeispiele
4.2 Diskussion der Praxisbeispiele
4.3 Fazit
5 Grundlagen einer ethischen Reflexion für die Begleitung von Menschen mit Demenz
5.1 Zum Stand der ethischen Diskussion in der Begleitung von Menschen mit Demenz
5.2 Fürsorge als Leitgedanke für die Begleitung von Menschen mit Demenz
5.2.1 Fürsorgebegründete Anforderungen an die praktische Begleitung von Menschen mit Demenz
5.3 Autonomie als Leitgedanke für die Begleitung von Menschen mit Demenz
5.3.1 Autonomiebegründete Anforderungen an die praktische Begleitung von Menschen mit Demenz
5.4 Verantwortung als Leitgedanke für die Begleitung von Menschen mit Demenz
5.4.1 Verantwortlichkeitsbegründete Anforderungen an die praktische Begleitung von Menschen mit Demenz
5.5 Zusammenfassung
6 Grundlagen der Konzeptevaluation
6.1 Entwicklung und Begründung eines Untersuchungsinstrumentes für die Evaluation von Konzepten in der Begleitung von Menschen mit Demenz
7 Konzeptauswahl und Begründung
8 Validation nach Feil
8.1 Ursprung und theoretischer Hintergrund
8.2 Zentrale Aussagen
8.2.1 Zusammenfassung der zentralen Aussagen
8.3 Menschenbild und das Verständnis von Gesundheit und Krankheit
8.3.1 Quellenkritik
8.3.2 Inhaltliche Kritik
8.4 Philosophische Ausrichtung und ethische Positionen
8.5 Anforderungsprofil
8.6 Zusammenfassung
9 Das psychobiographische Pflegemodell nach Böhm
9.1 Ursprung und theoretischer Hintergrund
9.2 Zentrale Aussagen
9.2.1 Zusammenfassung der zentralen Aussagen
9.2.2 Kritik
9.3 Menschenbild und das Verständnis von Gesundheit und Krankheit
9.4 Philosophische Ausrichtung und ethische Positionen
9.5 Anforderungsprofil
9.6 Zusammenfassung
10 Diskussion und Vergleich
10.1 Theoretische Haltbarkeit
10.2 Praktische Brauchbarkeit
11 Zusammenfassung
12 Ausblick
12.1 Persönliche Anmerkungen
Die Arbeit untersucht philosophische Grundlagen in Konzepten zur Begleitung von Menschen mit Demenz, analysiert deren Menschenbild sowie das Verständnis von Gesundheit und Krankheit, um kritisch zu hinterfragen, inwiefern diese Konzepte ethischen Anforderungen gerecht werden.
4.1 Praxisbeispiele
Die Reaktion der TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Fort- und Weiterbildungen u. a. zur Pflegedienstleitung, Wohnbereichsleitung, Praxisanleitung und in der gerontopsychiatrischen Fachausbildung auf nachfolgende Fallbeispiele aus der pflegerischen Praxis, die ich für Einzelfälle hielt und im Ethikunterricht einsetze, deuten zumindest auf eine sich entwickelnde „Normalität“ im Verständnis des Umgangs mit Menschen mit Demenz hin. Aus den vermeintlichen Einzelfällen, so die Rückmeldungen der PraktikerInnen, ist tendenziell ein Normalzustand geworden, die kaum noch hinterfragt, sondern als gegeben hingenommen wird.
Fallbeispiel 1
„Sie haben gerade den Körper einer Toten wieder zum Funktionieren gebracht und ihr Leid verlängert. Können Sie das mit Ihrem Gewissen vereinbaren?“ Originalton eines Notarztes, der nach erfolgreicher Reanimation durch eine Pflegekraft, bei einer, an fortgeschrittener Demenz erkrankten Heimbewohnerin, im Altenheim eintraf.
Fallbeispiel 2
Im Frühjahr 2002 wurde von einer psychiatrischen Klinik angefragt, ob wir einen 76 jährigen Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Korsakow, der „medikamentös gut eingestellt sei“ kurzfristig aufnehmen könnten. Das Heim, in dem er seit drei Jahren lebt, wolle ihn auf keinen Fall „zurücknehmen“. Er hätte dort „randaliert“ und nach den MitarbeiterInnen geschlagen, gespuckt und Gegenstände nach ihnen geworfen.
Am nächsten Morgen, um 10.30, besuchte ich, zusammen mit einer Mitarbeiterin, Herrn Schmitt in der Klinik.
Herr Schmitt lag, mit einem Bauchgurt und einem Fußgurt fixiert, nackt im Bett. Die Bettdecke lag auf dem Boden, eine zerpflückte Windelhose war im Bett und im Zimmer verstreut, das Flügelhemd lag auf dem Frühstückstablett. Der Kaffee war verschüttet, das Frühstück nicht angetastet.
Er hatte die Augen offen, den Blick nach oben gerichtet, die Arme gestreckt und die Hände fest um das Bettgitter geschlossen. Die Handknöchel zeigten eine blasse Färbung und traten deutlich hervor.
Von unserer Anwesenheit nahm er offenbar keine Notiz, zumindest zeigte er auf meine Begrüßung keine Reaktion. Laute Ansprache und gleichzeitige Berührung der rechten Hand lösten ein ruckartiges Heben des Kopfes aus, ohne dass der Blick sich mir zuwandte.
Der gesamte Körper wirkte verkrampft, die Muskulatur der Beine und des Oberkörpers zeigte einen deutlichen Tremor.
Einleitung: Einführung in die Problematik des beruflichen Handelns in der Pflege von Menschen mit Demenz und die Relevanz der ethischen Urteilsbildung.
1 Ausgangslage: Darstellung des demographischen Wandels und der Herausforderungen durch eine steigende Zahl demenziell erkrankter Menschen.
2 Menschenbilder in der Begleitung von Menschen mit Demenz: Erörterung der Bedeutung von Menschenbildern für das berufliche Selbstverständnis und die Pflegepraxis.
3 Das naturwissenschaftlich – medizinische Menschenbild in der Begleitung von Menschen mit Demenz: Kritische Analyse des kartesianischen Maschinenmodells und dessen Einfluss auf die Demenzpflege.
4 Pflegepraxis: Untersuchung der realen Pflegebedingungen unter Einbeziehung von Fallbeispielen.
5 Grundlagen einer ethischen Reflexion für die Begleitung von Menschen mit Demenz: Theoretische Fundierung zentraler ethischer Begriffe wie Fürsorge, Autonomie und Verantwortung.
6 Grundlagen der Konzeptevaluation: Methodische Herleitung eines Analyseinstruments zur Bewertung von Pflegekonzepten.
7 Konzeptauswahl und Begründung: Begründung für die Auswahl der Modelle nach Feil und Böhm basierend auf ihrer Verbreitung.
8 Validation nach Feil: Ausführliche Analyse der theoretischen Herkunft, Aussagen und ethischen Ausrichtung des Konzepts nach Naomi Feil.
9 Das psychobiographische Pflegemodell nach Böhm: Untersuchung des Konzepts von Erwin Böhm unter Berücksichtigung von Theorie und Anwendung.
10 Diskussion und Vergleich: Synthese der Erkenntnisse aus der Evaluation beider Modelle und deren kritische Einordnung.
11 Zusammenfassung: Resümee der Arbeit und Fazit zur Eignung der untersuchten Modelle.
12 Ausblick: Überlegungen zu notwendigen Veränderungen in der Pflege von Menschen mit Demenz und zukünftige Forschungsansätze.
Demenz, Altenpflege, Ethik, Menschenbild, Validation, Psychobiographisches Pflegemodell, Fürsorge, Autonomie, Verantwortung, Pflegepraxis, Evaluationsinstrument, Beziehungsgestaltung, Lebensqualität, Personenzentrierung, Medizinische Dominanz.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und ethischen Fundierung der Begleitung demenziell erkrankter Menschen, wobei sie kritisch prüft, wie existierende Konzepte das Pflegehandeln prägen.
Die Arbeit behandelt die Spannung zwischen einem medizinisch-naturwissenschaftlichen Verständnis von Demenz und einer personenzentrierten, ethisch reflektierten Pflegepraxis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das zugrunde liegende Menschenbild die tägliche Pflege beeinflusst, und ein Instrument zu entwickeln, um Konzepte auf ihre ethische und praktische Tragfähigkeit hin zu prüfen.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, entwickelt ein Evaluationsraster auf Basis pflegetheoretischer Aussagen und evaluiert exemplarisch die Modelle nach Feil und Böhm.
Nach einer theoretischen Einführung in ethische Grundlagen erfolgt eine detaillierte Analyse der "Validation nach Feil" und des "Psychobiographischen Pflegemodells nach Böhm" anhand eines eigens entwickelten Untersuchungsrasters.
Kernbegriffe sind Demenz, Autonomie, Fürsorge, ethische Reflexion, Menschenbild, Pflegepraxis und die Bewertung von Pflegemodellen.
Er würdigt den Fokus auf die Beziehungsgestaltung, kritisiert jedoch die wissenschaftliche Haltbarkeit und die verbleibende Nähe zu einem medizinisch-paternalistischen Verständnis.
Trotz der Verdienste um die biographische Arbeit sieht der Autor in Böhms Modell eine deterministische Sichtweise und eine utilitaristische Ethik, die den Anforderungen an eine moderne, autonome Begleitung nur bedingt gerecht wird.
Er kritisiert den hohen Zeitaufwand für eine rein bürokratische Dokumentation, die den Fokus auf Funktionalität und Symptomkontrolle statt auf die individuelle Lebensqualität des Menschen mit Demenz legt.
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