Examensarbeit, 2007
73 Seiten, Note: 3,00
1. Einleitung
2. Die Begegnung Schwarzafrikas mit dem Christentum
2.1 Vorbemerkung
2.2 Exkurs in die Zeit der europäischen Endeckungsfahrten
2.3 Die Kolonialzeit als bleibende Belastung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika
2.3.1 Die Kolonialisierung Afrikas ab dem 19. Jahrhundert
2.3.2 Auswirkung der Kolonialisierung auf die afrikanische Gesellschaft
2.4 Die Missionierung als bleibende Belastung für die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika
2.4.1 Definitionen des Missionsbegriffs
2.4.2 Exkurs in die evangelische Mission
2.4.3 Mission als historischer Hintergrund der schwarzafrikanischen Bevölkerung
2.4.4 Missionierung am Beispiel der „Erziehung“
2.4.5 Missionierung am Beispiel der „Arbeitserziehung“
2.4.6 Das Christentum und der Islam -die Wahl zwischen den Religionen-
2.4.7 Fazit
3. Die Entwicklung des Afrikabildes der Christen durch das Vaticanum II
3.1 Vorkonzilszeit
3.2 Entstehungsgeschichte des II. Vatikanum
3.3 Der Aufbau und Verlauf des Konzil
3.4 Nachkonzilszeit -Problem des Konzils-
3.5 Dekret über die missionarische Tätigkeit der Kirche „Ad gentes“
3.5.1 Vorwort zum Dekret „Ad gentes“
3.5.2 Entstehungsgeschichte des Missionsdekrets
3.5.3 Der Inhalt des Missionsdekrets
3.6 Die neue theologische Sichtweise
3.7 Die Verbindung zwischen Gesamtkirche und Teilkirchen
4. Der Inkulturationsprozess als Schlüssel der Verbindung zwischen dem Christentum und der afrikanische Spiritualität
4.1 Vorwort zur Inkulturation des Christentums in die afrikanische Ahnenfrömmigkeit
4.2 Grundlinien der afrikanischen Ahnenfrömmigkeit
4.3 Der soziale Umgang im Klan und die Beziehung zum Ahnenkult
4.4 Das Christentum und der afrikanische Ahnenkult
4.5 Theologische Modelle der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika
4.5.1 Bénézet Bujos „Christus als Proto-Ahn“
4.5.2 Christologiemodell von Anselme Titianma Sanon in Bezug auf „Jesus als Proto-Ahn“
4.6 Die Lehre der Kirche in Verbindung mit der Ahnentheologie nach Bujo
4.7 Problematik der verschiedenen Eschatologie- Modelle
4.8 Die Bibel und das afrikanische Erbe nach John S. Mbiti
4.9 Die Pfingstbewegungen in Verbindung mit der Kirche
5. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und theologischen Kontext der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika. Dabei wird insbesondere der Einfluss der Kolonialzeit und Missionierung sowie die Wende durch das Zweite Vatikanische Konzil beleuchtet, um die heutige religiöse Situation und die Herausforderungen einer authentisch afrikanischen Theologie, insbesondere im Hinblick auf den Ahnenkult, zu verstehen.
2.4.4 Missionierung am Beispiel der „Erziehung“
Wie sich die „Ausbreitung der Religion durch Werbung neuer Anhänger“ vollziehen konnte wird anhand eines Beispiels der „Erziehung“ geklärt. Erziehung meint in diesem Zusammenhang nicht die Erziehung hin zum Laufen oder Sprechen, sondern vielmehr die Erziehung von Kulturtechniken.
Nachdem der Sklavenhandel in Afrika immer schärfer kritisiert wurde, sahen sich die Händler gezwungen die Sklaven nicht nur ins Ausland zu exportieren, sondern auch im Inland Afrikas nach Käufern zu suchen. Vor allem Missionare erwarben viele der Sklaven, um sie aus der unterdrückenden Hand der Sklaverei zu befreien. Aber auch die Missionare, die eine Mission neu gegründet hatten, waren willkommene Käufer der versklavten Afrikaner, um mit ihnen ihre Missionsschulen zu besetzen. In Ostafrika zum Beispiel erwarben Mönche des Benediktiner Ordens 70 Kinder innerhalb von sechs Wochen von arabischen Händlern. Die Spiritaner der Station Bagamoyo erwarben innerhalb von zwei Jahren über 300 Personen. Ein möglicher Grund dafür war, dass Papst Gregor XV. die Missionare veranlasste „überall, unverzüglich und mit großer Sorgfalt“ Schulen zu errichten. Die Missionare sollten „mit allen möglichen Mitteln und Methoden die Erziehung der jungen Generation in die Hand nehmen.“
Die ehemaligen Sklaven bekamen teilweise Erkennungsmarken und mussten für ihren Unterhalt und den Erhalt der Missionsschule arbeiten. In den Schulen selbst lernten sie lesen, schreiben, rechnen, sowie die elementare Kulturtechniken, wie zum Beispiel das Essen mit Messer und Gabel. Außerdem bekamen sie Unterricht in der Lehre des katholischen Glaubens.
1. Einleitung: Die Einleitung setzt den historischen Rahmen der Arbeit und definiert das Ziel, die Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika unter Berücksichtigung kolonialer und konziliarer Entwicklungen zu untersuchen.
2. Die Begegnung Schwarzafrikas mit dem Christentum: Dieses Kapitel analysiert die Geschichte der Kolonialisierung und die Rolle der Missionierung als historisch belastende Faktoren für den heutigen Inkulturationsprozess.
3. Die Entwicklung des Afrikabildes der Christen durch das Vaticanum II: Es wird die Neuausrichtung der kirchlichen Missionstheologie durch das Zweite Vatikanische Konzil und das Dekret „Ad gentes“ sowie die veränderte Rolle der Teilkirchen diskutiert.
4. Der Inkulturationsprozess als Schlüssel der Verbindung zwischen dem Christentum und der afrikanische Spiritualität: Das Hauptkapitel widmet sich der konkreten theologischen Verbindung zwischen christlicher Lehre und afrikanischer Ahnenfrömmigkeit, inklusive verschiedener christologischer Modelle.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Notwendigkeit eines echten Dialogs zwischen den Kulturen und der Gesamtkirche.
Inkulturation, Schwarzafrika, Christentum, Missionierung, Kolonialismus, Zweites Vatikanisches Konzil, Ad gentes, Ahnenkult, Ahnenfrömmigkeit, Bénézet Bujo, Proto-Ahn, Ekklesiologie, Teilkirchen, Pfingstbewegungen, Theologie
Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Inkulturation des Christentums in Schwarzafrika, wobei der historische Kontext von Kolonialismus und Mission sowie die theologischen Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Zentrum stehen.
Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der Kolonialisierung, die Entwicklung des Missionsbegriffs, die Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf die afrikanische Theologie sowie die theoretische Auseinandersetzung mit dem afrikanischen Ahnenkult.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Christentum authentisch in den afrikanischen Kontext integriert werden kann, ohne das kulturelle Erbe, insbesondere die Ahnenfrömmigkeit, zu verleugnen.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse sowie der Auswertung theologischer Literatur, Konzilsdokumente und zeitgenössischer afrikanischer theologische Ansätze.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Inkulturation, insbesondere auf das Modell von Bénézet Bujo, der Jesus Christus als „Proto-Ahn“ interpretiert, um eine Brücke zwischen christlichem Glauben und afrikanischen Lebenskonzepten zu schlagen.
Inkulturation, Ahnenkult, afrikanische Theologie, Missionsgeschichte, Zweites Vatikanisches Konzil und Christologie.
Der Autor schätzt dieses Modell als schlüssigen Ansatz für den afrikanischen Kontext, übt jedoch gleichzeitig Kritik an der methodischen Einordnung von Jesus als „radikalem Menschen“ unter Vernachlässigung seiner göttlichen Natur.
Die Pfingstbewegungen werden als unabhängige, oft charismatisch geprägte Gemeinschaften dargestellt, die das traditionelle katholische Christentum herausfordern und eine eigene, oft auf Heilung und Befreiung fokussierte Frömmigkeit bieten.
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