Diplomarbeit, 2008
79 Seiten, Note: 2,7
Einleitung
1. Zur Abgrenzung der Wirtschaftsmediation gegenüber anderen Formen der Mediation
1.1. Zum Begriff der Wirtschaftsmediation
1.2. Exkursive Gegenstandsbetrachtung anderer Formen der Mediation und deren Abgrenzung
2. Die Grundlagen der Mediation im Kontext der außerordentlichen Konfliktlösung
2.1. Zur Bestimmung des Mediationsbegriffes
2.2. Wesentliche Elemente bzw. Zielstellungen der Mediation im Kontext der Konflikttheorie
2.3. Konfliktarten und deren Ursachen
2.4. Zur Definition des Begriffes vom Konflikt
2.5. Aspekte sozialer Konflikte und deren Auswirkungsbedeutung
2.6. Zur Bedeutung von interpersonellen und intrapersonellen Konflikten
2.7. Zur Unterscheidung von latenten und manifesten Konflikten
2.8. Zur besonderen Bedeutung des Phänomens der Eskalation von Konflikten
2.9. Historischer Abriss zur Entwicklungsentstehung der Mediation und ihrer Grundannahmen im Kontext zu den Grundprinzipien der Außergerichtlichen Konfliktregelung (AKR) im Kontext unterschiedlicher Rechtstraditionen
2.10. Aspekte des Verfahrens der AKR im Vergleich zum Gerichtsverfahren
3. Das Mediationsverfahren im Rahmen der Wirtschaftsmediation
3.1. Grundlagen des Verfahrensablaufes
3.2. Zu einzelnen Mediationsphasen im Rahmen des Mediationsprozesses
3.3. Phase 1: Vorbereitung, Einführung und Auftragerteilung
3.4. Phase 2: Informationsrecherche und Themensammlung
3.5. Phase 3: Interessenklärung
3.6. Phase 4: Kreative Ideensuche
3.7. Phase 5: Bewertung und Auswahl
3.8. Phase 6: Abschluss und Vereinbarung
3.9. Ausgewählte Mediationskonzepte im Rahmen der Wirtschaftsmediation: Kompetitive Methode und Wolfssprache
3.10. Ausgewählte Mediationstechniken im Rahmen der Wirtschaftsmediation
4. Wirkungsbereiche des Mediators als Wirtschafts- bzw. Rechtsmediator
4.1. Zur Bedeutung der Sozialen Kompetenz im Rollenverständnis des Mediators in der Wirtschaftsmediation
4.2. Das Vier- Seiten- Modell der Nachricht nach Friedemann SCHULZ von THUN als handlungsorientierte Arbeitstechnik des Mediators im Rahmen der Wirtschaftsmediation
4.3. Chancen und Risiken des Einsatzes der Wirtschafts- und Rechtsmediation
Die Arbeit untersucht neue, optionale Wege der Mediation zur Konfliktlösung unter Berücksichtigung der Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation. Der Fokus liegt dabei spezifisch auf der Wirtschaftsmediation und der Frage, wie diese zur konstruktiven Lösung geschäftlicher Konflikte beitragen kann.
1. Zur Abgrenzung der Wirtschaftsmediation gegenüber anderen Formen der Mediation
Sowohl die Wirtschaftsmediation als auch andere Formen der Mediation basieren im juristisch verstandenen Sinne auf der willentlichen Einsicht ihrer professionellen Akteure, dass „jedes Verfahrensrecht ... als wichtiges Ziel Rechtsfrieden ... erstrebt.“ Herta DÄUBLER- GMELIN setzt hierbei klare Prioritäten, wenn sie ausführt, dass „die gütliche Beilegung eines Konflikts ... dabei von herausragender Bedeutung ist: Wenn die am Konflikt beteiligten Parteien die Überzeugung gewonnen haben, dass dieser Abschluss das Ergebnis ihres freien Entschlusses ist, dass er ihren Interessen am besten entspricht, und dass sie mit ihm‚ zufrieden’ sein können, dann ist die Konfliktlösung gelungen und Rechtsfrieden erreicht.“ Dabei stehen nicht „Überlegungen zur Gerichtsentlastung und Verfahrensbeschleunigung“ im Vordergrund von mediativen Bemühungen sondern vielmehr eine praktizierbare Orientierung auf den „Weg zu einer neuen Streitbehandlungs- und Rechtskultur.“
DÄUBLER- GMELIN betont im Hinblick auf einen als gesamtgesellschaftlich zu verstehenden Kontext, „dass außergerichtliche Schlichtungs- und Mediationsverfahren Möglichkeiten zur stärkeren ‚Bemündigung’ der Bürger darstellen.“ Ich halte in diesem Zusammenhang den Hinweis für ergänzenswert, dass in einem Zeitalter der wirtschaftlich turbulenten Märkte mit internationalen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen zunächst latenten und späterhin auch offenen Zunahme eines individuellen Konfliktpotenzials zwischen den menschlichen Akteuren die Mediation nicht nur allgemein eine ‚Bemündigung’ fördern kann, sondern im Rahmen einer Vorstufe auch der allgemeinen Überforderung des Individuums durch moderne Phänomene einer sowohl unübersichtlichen als auch widersprüchlichen Informationsflut und neuen Zielkonflikten in unterschiedlichen Handlungsentwürfen von Menschen und deren Realisierung entgegenwirken kann.
Einleitung: Einführung in das Thema der gewaltfreien Kommunikation im Rahmen der Wirtschaftsmediation und Begründung der notwendigen Eingrenzung der Thematik.
1. Zur Abgrenzung der Wirtschaftsmediation gegenüber anderen Formen der Mediation: Untersuchung des Begriffs der Wirtschaftsmediation und ihre Abgrenzung zu anderen Mediationsformen unter Berücksichtigung des Ziels der Rechtsfriedenbildung.
2. Die Grundlagen der Mediation im Kontext der außerordentlichen Konfliktlösung: Detaillierte Betrachtung der theoretischen Grundlagen, Konfliktbegriffe, Eskalationsphänomene und der historischen Entwicklung der Mediation.
3. Das Mediationsverfahren im Rahmen der Wirtschaftsmediation: Beschreibung des konkreten sechsphasigen Mediationsablaufs sowie Darstellung spezifischer Mediationskonzepte und -techniken für den Wirtschaftsbereich.
4. Wirkungsbereiche des Mediators als Wirtschafts- bzw. Rechtsmediator: Charakterisierung der Rolle des Mediators, insbesondere hinsichtlich sozialer Kompetenzen, Kommunikationstechniken und der Abwägung von Chancen und Risiken.
Wirtschaftsmediation, Gewaltfreie Kommunikation, Konfliktlösung, Mediation, Wirtschaftsrecht, Mediationstechniken, Interessenklärung, Konflikteskalation, Sozialkompetenz, Kommunikation, Change Management, Unternehmensphilosophie, Rechtsfrieden, Verhandlungstechnik, Mediation im Betrieb.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der gewaltfreien Kommunikation und moderner Mediationsansätze zur effektiven und konstruktiven Konfliktlösung im wirtschaftlichen Kontext.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition der Wirtschaftsmediation, die Analyse von Konfliktursachen, den strukturierten Prozessablauf der Mediation sowie die Rolle und Kompetenzen des Mediators.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen und die Anwendungsmöglichkeiten der Mediation als Mittel zur außergerichtlichen Streitbeilegung in Unternehmen aufzuzeigen und dabei die Bedeutung einer gewaltfreien Kommunikation zu verdeutlichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wobei erkenntnistheoretische Ansätze und interdisziplinäre Sichtweisen (Psychologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften) zur Anwendung kommen.
Im Hauptteil werden die Grundlagen der Mediation, die Phasen des Mediationsprozesses, die spezifischen Anforderungen an Wirtschaftsmediatoren sowie Chancen und Risiken dieses Verfahrens detailliert analysiert.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Wirtschaftsmediation, Konfliktmanagement, Gewaltfreie Kommunikation, Interessenklärung, soziale Kompetenz und Verhandlungstechnik.
Die Wirtschaftsmediation zeichnet sich durch den Fokus auf ökonomische Interessen, gewinnorientierte Zielsetzungen und die Bewahrung von Geschäftsbeziehungen unter Berücksichtigung des spezifischen Unternehmensumfelds aus.
Sprache wird als wesentlicher Informationsträger verstanden. Ein bewusster, gewaltfreier Umgang mit Sprache ist laut Autor entscheidend, um Emotionen zu deeskalieren und eine konstruktive Einigung zu ermöglichen.
Der Autor betrachtet Eskalationen nicht nur als Störung, sondern als Indikator für systemische Probleme. Er plädiert dafür, diese durch gezielte Kommunikationstechniken, wie das Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun, zu deeskalieren.
Die Trennung ist essenziell, da persönliche Angriffe und emotionale Belastungen auf der Beziehungsebene oft den eigentlichen Lösungsprozess auf der Sachebene blockieren und somit eine sachrationale Einigung behindern.
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