Examensarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. „Machtübernahme“ oder „Machtergreifung“ - Versuche der Begriffsklärung
3. Entstehung der Weimarer Republik
3.1 Die erste demokratische Wahl zur Nationalversammlung
3.2 Probleme der Weimarer Verfassung
4. Der erste Schlag gegen die Demokratie unter Brüning
4.1 Die Vorboten zur späteren Diktatur
4.2 Das erste Präsidialkabinett
4.3 Die geänderte Sichtweise der Juristen
4.4 Die Machtfülle des Reichspräsidenten
4.5 Die Reichspräsidentenwahl 1932 und das Ende Brünings
4.6 Hindenburgs Notverordnungspolitik wird nützlich
5. Die Weimarer Republik unter von Papen
5.1 Die Reichstagsauflösung und das Kabinett unter Papen
5.2 Differenzierte Betrachtungsweise: Führung oder Macht
5.3 Ministerposten zur Diktatur
6. Kurt von Schleicher als letzter Reichskanzler der Weimarer Republik
6.1 Das Hindenburgkabinett
6.2 Eine Chance für die NSDAP
7. Ein Einblick in die wirtschaftliche Situation der Weimarer Republik - Das Prinzip der antizyklischen Wirtschaftspolitik -
8. Die NSDAP - Aufstieg zur Macht
8.1 Die Gründungsphase
8.2 Hitlers Stärken
8.3 Die Reichstagswahlen 1932 – Kein Erfolg für den „legalen“ Weg?
8.4 Entscheidung der Kanzlerfrage
8.5 Der Einfluss der Reichswehr bei der Machtergreifung
9. Erste Strategie: Die politische und rechtliche Machtsicherung
9.1 Die Reichstagsauflösung und das Verordnungspaket
9.2 Die Reichstagsbrandverordnung
9.3 Die letzten Tage vor Hitlers Ermächtigungsgesetz
9.4 Die Abstimmung zum „Ermächtigungsgesetz“
10. Zweite Strategie: Gleichschaltung
10.1 Ausschaltung der Gewerkschaften
10.2 Ausschaltung der Opposition
10.3 Die Deutsche Arbeitsfront
10.4 Umstrukturierung der Verwaltung
10.5 Gleichschaltung der Länder
10.6 Geburtsstunde der Gestapo
10.7 Gleichschaltung der Presse und der Massenmedien
10.8 Der Weg zur „Volksgemeinschaft“
10.9 Das Ende der „Machtergreifung“
11. Dritte Strategie: Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung während des „Dritten Reiches“ in drei Phasen
11.1 Beschreibung der Phasen der Wirtschaftsentwicklung
11.2 Finanzierung der Aufrüstung und der „Arbeitsbeschaffung“
11.3 Wege zur Finanzmittelbeschaffung
11.3.1 Der Mefo-Wechsel
11.3.2 Steuergutscheine und Reichsanleihen
11.3.3 Die „Reichskreditkassenscheine“
11.3.4 Goldraub zur Finanzierung
11.4 Autarkiebestrebungen
11.4.1 Autarkiebestrebungen in der Landwirtschaft
11.4.2 Autarkiebestrebungen bei Devisen
11.4.3 Autarkiebestrebungen in Wirtschaft und Industrie
11.5 Die „Arbeitsbeschaffungsprogramme“
11.5.1 Reichsautobahn
11.5.2 Arbeitsbeschaffung durch Rüstung
11.5.3 Arbeits- und Sozialpolitik
11.5.4 „Treuhänder der Arbeit“
11.5.5 Arbeit wird zum Arbeitszwang
11.5.6 Beginn der Zwangsarbeit
11.6 Hitlers Ideologie und deren Herkunft
11.7 Das Volk im Nationalsozialismus
11.7.1 Die Jugend: HJ und BDM
11.7.2 Bildungswesen
12. Aly, Götz: Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus – Kritische Beleuchtung der Begriffe „Zustimmungsdiktatur“ und „Gefälligkeitsdiktatur“
Schluss
Ausblick
Die Arbeit untersucht die zentralen Umstände und politischen wie wirtschaftlichen Bedingungen, die den Nationalsozialisten die Machtübernahme und den anschließenden Aufbau einer Diktatur in der Weimarer Republik ermöglichten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse der Machtsicherungsstrategien, insbesondere durch rechtliche Instrumente, die Gleichschaltung der Gesellschaft sowie die Transformation der Wirtschaft in eine Kriegswirtschaft.
2. „Machtübernahme“ oder „Machtergreifung“ - Versuche der Begriffsklärung
In der Literatur und im heutigen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Machtergreifung“ und „Machtübernahme“ synonym verwendet. Es gilt jedoch zu hinterfragen, ob diese Begriffe auch damals schon synonym verwendet worden sind, und dieselbe Bedeutung hatten wie heute? Aus stenografischen Aufzeichnungen geht diese differenzierte Betrachtung eher nicht hervor. Auch können ungewollte Verfälschungen so gut wie ausgeschlossen werden. In aufgezeichneten Reden damaliger nationalsozialistischer Politiker wie Hitler oder Goebbels, ist nur von anderen Sinnverwandtschaften zu hören z.B. „Tag der nationalen Erhebung“, „die Macht errungen“, „die Macht erhalten“ oder „an die Macht gekommen“. Sind diese Worte einfach nur zufällig gewählt worden oder hatten sie eine bestimmte Konotation?
Norbert Frei verbindet mit dem Begriff „Machtergreifung“ eher einen „kämpferischen Akt, einen heroischen Sieg“ über das marode gewordene System der Weimarer Republik. Diese Worte könnten einen Unterton innehaben, der sich eher auf eine nicht legitime Aneignung der Macht beziehen könnte.
Hitler hatte nie auf der Terminologie bestanden, dass seine „Bewegung“ die Macht am 30. Januar 1933 ergriffen hat. Jedoch könnte diese Aussage, die er an diesem Tag abgegeben hatte, auch bewusst so gewählt worden sein, um kein weiteres Aufsehen zu erregen. Ein Jahr später hatte Hitler den Ausdruck „Machtergreifung“ immer noch nicht verwendet. Ob dies nun absichtlich war, oder Hitler lieber ein anderes Wort hierfür nutzte, bleibt bis heute ungeklärt. Auch in einem Dankschreiben an Mussolini schreibt Hitler nicht von „Machtergreifung“ sondern von „Machtübernahme“. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Wortprägung nicht auf Hitler zurückzuführen ist. Auch Goebbels verwendete diesen Begriff „Machtergreifung“ nicht direkt. Aus seinen Tagebucheinträgen gehen eher Begriffe wie z.B. „die Macht […] gewinnen“ hervor.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die zentrale Fragestellung der Arbeit, die sich mit den Umständen der nationalsozialistischen Machtübernahme und den Strategien zur Machtsicherung auseinandersetzt.
2. „Machtübernahme“ oder „Machtergreifung“ - Versuche der Begriffsklärung: Das Kapitel reflektiert den unterschiedlichen Sprachgebrauch sowie die Konnotationen der Begriffe „Machtergreifung“ und „Machtübernahme“ im historischen Kontext.
3. Entstehung der Weimarer Republik: Die Entstehungsgeschichte der Weimarer Republik und ihre inhärenten Schwächen, insbesondere in der Verfassung, werden hier thematisiert.
4. Der erste Schlag gegen die Demokratie unter Brüning: Dieses Kapitel behandelt die Regierungszeit von Heinrich Brüning und die Etablierung des Präsidialkabinetts als Wegbereiter für den Aushöhlungsprozess der Demokratie.
5. Die Weimarer Republik unter von Papen: Die Amtszeit von Franz von Papen wird analysiert, wobei der Fokus auf dem weiteren Regieren mittels Notverordnungen und der Etablierung autoritärer Strukturen liegt.
6. Kurt von Schleicher als letzter Reichskanzler der Weimarer Republik: Die Intrigen und die gescheiterten Versuche des Generals Kurt von Schleicher, eine tragfähige Regierung zu bilden, stehen im Zentrum dieses Abschnitts.
7. Ein Einblick in die wirtschaftliche Situation der Weimarer Republik - Das Prinzip der antizyklischen Wirtschaftspolitik -: Das Kapitel analysiert die prekäre wirtschaftliche Lage der Weimarer Republik, geprägt von Arbeitslosigkeit und dem Druck durch Reparationszahlungen.
8. Die NSDAP - Aufstieg zur Macht: Die Genese der NSDAP, Hitlers rhetorische Fähigkeiten und die politischen Entwicklungen bis zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler werden hier detailliert dargelegt.
9. Erste Strategie: Die politische und rechtliche Machtsicherung: Hier wird der rechtliche Abbau der Demokratie durch das Verordnungspaket und das Ermächtigungsgesetz erläutert.
10. Zweite Strategie: Gleichschaltung: Die systematische Ausschaltung der Opposition, Gewerkschaften und die Umstrukturierung der Verwaltung zur Etablierung des Führerstaates werden in diesem Kapitel beschrieben.
11. Dritte Strategie: Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung während des „Dritten Reiches“ in drei Phasen: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftspolitischen Instrumente der Nazis, wie die Finanzierung der Rüstung durch Mefo-Wechsel und die Autarkiebestrebungen.
12. Aly, Götz: Hitlers Volksstaat – Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus – Kritische Beleuchtung der Begriffe „Zustimmungsdiktatur“ und „Gefälligkeitsdiktatur“: Abschließend wird die These Götz Alys diskutiert, die das NS-Regime durch materielle Bestechung und systematischen Raub in besetzten Gebieten interpretiert.
Machtergreifung, Nationalsozialismus, Weimarer Republik, Machtsicherung, Präsidialkabinett, Gleichschaltung, Ermächtigungsgesetz, Rüstungspolitik, Autarkie, Götz Aly, Zustimmungsdiktatur, Antisemitismus, Reichswehr, NSDAP, Führerstaat.
Die Arbeit analysiert die Faktoren und Prozesse, die zur Machtergreifung der Nationalsozialisten führten, sowie die Strategien, mit denen das NS-Regime seine Macht in Deutschland und im besetzten Europa sicherte.
Zentrale Felder sind die Krise und das Scheitern der Weimarer Republik, der rechtliche und politische Abbau demokratischer Institutionen, die Rolle des Militärs sowie die ökonomischen Instrumente des NS-Regimes.
Die Arbeit fragt nach den Umständen, die den Aufstieg der NSDAP ermöglichten, und untersucht, wie die Nationalsozialisten eine Diktatur etablieren konnten und welche spezifischen Maßnahmen zur dauerhaften Machtsicherung dienten.
Der Autor arbeitet primär auf Basis einer historischen Literaturanalyse, indem er verschiedene wissenschaftliche Sichtweisen (politisch, juristisch, ökonomisch) kombiniert und kritisch miteinander in Beziehung setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Zerstörung der Demokratie unter Brüning, Papen und Schleicher, den Aufstieg der NSDAP und die drei Strategien der Machtsicherung: politische/rechtliche Absicherung, gesellschaftliche Gleichschaltung und ökonomische Finanzierungsstrategien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Machtergreifung, Präsidialkabinett, Gleichschaltung, Ermächtigungsgesetz, Autarkie, Rüstungspolitik und „Gefälligkeitsdiktatur“ beschreiben.
Die Reichswehr wird als ein wesentlicher Machtfaktor betrachtet, der durch die Duldung und spätere Unterstützung Hitlers maßgeblich zum Scheitern der Weimarer Republik und zur Etablierung des NS-Regimes beitrug.
Es werden Instrumente wie die Finanzierung durch Mefo-Wechsel, der Raub ausländischer Währungsreserven und Goldbestände, die „Arbeitsbeschaffung“ durch Aufrüstung und die systematische Ausplünderung besetzter Gebiete durch Besatzungskosten und Überbewertung der Reichsmark diskutiert.
Götz Aly postuliert, dass das NS-Regime seine Stabilität nicht allein durch Terror oder Ideologie gewann, sondern dadurch, dass es die deutsche Bevölkerung durch soziale Wohltaten, die aus dem Raub besetzter Länder finanziert wurden, bestach und somit gewissermaßen bei Laune hielt.
Hindenburg besaß aufgrund der Weimarer Verfassung eine außerordentliche Machtfülle, insbesondere bei der Ernennung und Entlassung von Kanzlern, was Hitler und seine Mitstreiter strategisch ausnutzten, um den demokratischen parlamentarischen Prozess zu umgehen.
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