Doktorarbeit / Dissertation, 2008
216 Seiten, Note: Sehr gut
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
2.1 Grundlegende Fragestellung
2.1.1 Fragestellung der Dissertation
2.2 Stand der Forschung
2.2.1 Therapieentscheidungen
2.2.2 Entscheidungsfindung mittels Berechnungsprogrammen
2.3 Leitlinien
2.3.1 St. Gallen Consensus-Meeting
2.3.2 St. Gallen-Konferenz 2003 und 2005
2.3.3 St. Gallen 2007
2.3.4 S3-Leitlinie
2.3.5 AGO-Leitlinien
2.3.6 Leitlinien und individuelle Patientencharakteristika
2.4 Beteiligung der Patientinnen – Shared Decision
2.4.1 Definition und Aktualitätsbezug
2.4.2 Patientenbeteiligung – Realität und Wunsch
2.4.3 Faktoren, welche die Entscheidung der Patientin beeinflussen
2.4.4 Ärztliche Bereitschaft zur Teilnahme am Shared Decision Model
2.4.5 Effekte auf die Behandlungsqualität und Krankenhausdauer
2.5 Aufbau und Struktur der Studie
3 Material und Methoden
3.1 Pilotphase
3.1.1 Projektentwicklung
3.1.2 Durchführung
3.1.3 Ergebnisse der Pilotphase
3.1.4 Überprüfung der Fragebögen auf Verständlichkeit und Validität
3.2 Durchführung der Umfrage
3.2.1 Fallzahlschätzung
3.2.2 Rekrutierung von Patientinnen
3.2.3 Rekrutierung von Ärztinnen und Ärzten
3.2.4 Rekrutierung von teilnehmenden Brustzentren
3.2.5 Entwicklung der Internetseite
3.2.6 Anpassung der Fragebögen
3.2.7 Aussenden der Fragebögen
3.2.8 Rücklauf
3.2.9 Statistische Auswertung
4 Ergebnisteil
4.1 Anamnestische Patientinnen-Daten
4.2 Anamnestische Ärztinnen- und Arzt-Daten
4.3 Gegenüberstellung der fallbezogenen Patientinnen- und ärztlichen Entscheidung
4.3.1 Entscheidung zur kurativen CTX bei einem OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.2 Entscheidung zur kurativen CTX bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.3 Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Antihormontherapie bei einem OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.4 Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Antihormontherapie bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.5 Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Aromatasehemmertherapie bei einem OS von 92% (5 Jahre) mit Tamoxifen
4.3.6 Entscheidung zur kurativen fünfjährigen Aromatasehemmertherapie bei einem OS von 82% (10 Jahre) mit Tamoxifen und anschließender Gabe eines Aromatasehemmers
4.3.7 Entscheidung zur kurativen einjährigen Antikörpertherapie bei einem OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.8 Entscheidung zur kurativen einjährigen Antikörpertherapie bei einem OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.9 Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung der Rezidivfreiheit von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.10 Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung der Rezidivfreiheit von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.11 Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung des OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.12 Entscheidung zur kurativen Radiatio zur Steigerung des OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.13 Entscheidungsgrundlage zur komplementären / alternativen Therapie in der kurativen Situation
4.3.14 Entscheidung zur kurativen komplementären Therapie zur Steigerung des OS von 60% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.15 Entscheidung zur kurativen komplementären Therapie zur Steigerung des OS von 80% (5 Jahre) ohne Therapie
4.3.16 Entscheidung zur palliativen CTX bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.17 Entscheidung zur palliativen sechsmonatigen CTX bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.18 Entscheidung zur palliativen antihormonellen Therapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.19 Entscheidung zur palliativen antihormonellen Therapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren
4.3.20 Entscheidung zur palliativen Antikörpertherapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.21 Entscheidung zur palliativen Antikörpertherapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.22 Entscheidung zur palliativen Radiatio bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.23 Entscheidung zur palliativen Radiatio bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.24 Entscheidung zur palliativen Bisphosphonattherapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.3.25 Entscheidung zur palliativen Bisphosphonattherapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
4.3.26 Entscheidungsgrundlage zur komplementären / alternativen Therapie in der palliativen Situation
4.2.27 Entscheidung zur palliativen komplementären/alternativen Therapie bei einer Lebenserwartung von 6 Monaten ohne Therapie
4.2.28 Entscheidung zur palliativen komplementären/alternativen Therapie bei einer Lebenserwartung von 2 Jahren ohne Therapie
5 Diskussion
Diese Arbeit untersucht die Diskrepanzen in der Erwartungshaltung bezüglich des therapeutischen Nutzens zwischen Brustkrebspatientinnen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten, um die Grundlage für eine verbesserte, patientenzentrierte Entscheidungsfindung zu schaffen.
2.4. Beteiligung der Patientinnen – Shared Decision
In der Medizinsoziologie wird zwischen drei grundlegenden Modellen der Arzt Patienten-Beziehung unterschieden.
Das klassische Arzt-Patienten Verhältnis spiegelt ein paternalistisches Verhältnis dar, in dem die Ärztin bzw. der Arzt aufgrund seiner Ausbildung dominant, autonom und einzig dafür verantwortlich ist, Entscheidungen zu Behandlungen zu treffen (Brody, 1980). Sie stellen den Gesundheitszustand der Patientin bzw. des Patienten fest und entscheiden über die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die aus professioneller Sicht am besten geeignet sind, den Gesundheitszustand wiederherzustellen. Die Ärztin bzw. der Arzt wird für fähig gehalten, Patientenpräferenzen zu erkennen und danach zu handeln (Deber, 1994). Das informative Modell wird auch als Konsumentenmodell bezeichnet (Charles et al., 1999; Emanuel und Emanuel, 1992). Die Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes besteht darin, den Patientinnen oder den Patienten alle medizinischen Informationen zur Verfügung zu stellen, damit diese eine informierte Entscheidung treffen können. Den Abwägungsprozeß durchläuft die Patientin bzw. der Patient allein, in dem Selbstwissen dass die zur Verfügung gestellten Informationen zusammengeführt werden. Die Ärztin bzw. der Arzt hat sich aus der Abwägung und aus der Entscheidungsfindung herauszuhalten, er setzt lediglich anschließend um, was die Patientin bzw. der Patient entschieden hat.
Die stärkere Beteiligung von Patientinnen und Patienten an medizinischen Entscheidungsfindungen ist plausibel und notwendig. Die Mehrheit der Patientinnen und Patienten verlangt umfassende Informationen bezüglich der Erkrankung und möchte bei Therapieentscheidungen mit einbezogen werden (Bruera et al., 2002; Raisa et al., 2007). Derzeit fühlen sich in Deutschland nur knapp die Hälfte der Patientinnen bzw. Patienten ausreichend an den Therapieentscheidungen beteiligt (Bieber et al., 2007). Eine entsprechend aktivere Rolle im Behandlungsprozess einzunehmen, angeregt durch den gesellschaftlichen gewachsenen Trend zu mehr Autonomie, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor (Bertelsmann Stiftung und Zentrum für Sozialpolitik, 2005). In welchem Ausmaß die Beteiligung am Entscheidungsprozeß stattfindet, hängt jedoch stark vom Krankheitsbild ab, und wie vertraut man mit Symptomen, Ursachen und Risiken einer Krankheit ist.
1 Zusammenfassung: Überblicksartige Darstellung der Hintergrunddaten, methodischen Vorgehensweise und wesentlichen Ergebnisse zur unterschiedlichen Benefit-Einschätzung zwischen Patienten und Medizinern.
2 Einleitung: Einführung in die Problematik unzureichend informierter Patientinnen bei Mammakarzinom und die Bedeutung des Shared Decision Makings für die Therapiequalität.
3 Material und Methoden: Detaillierte Beschreibung der Fragebogenentwicklung, der Pilotstudie, der Rekrutierung von Patientinnen und Ärzten sowie des zeitlichen Ablaufs und der statistischen Auswertung.
4 Ergebnisteil: Umfassende Präsentation der Daten zur Anamnese sowie detaillierte Gegenüberstellung der Entscheidungskriterien für verschiedene kurative und palliative Therapieoptionen.
5 Diskussion: Kritische Interpretation der Ergebnisse im Kontext der medizinischen Literatur, Beleuchtung der Diskrepanzen in der Erwartungshaltung und Ableitung praktischer Schlussfolgerungen für das Arzt-Patienten-Gespräch.
Mammakarzinom, Shared Decision Making, Therapieentscheidung, Arzt-Patienten-Verhältnis, Gesamtüberleben, Chemotherapie, Antihormontherapie, Antikörpertherapie, Strahlentherapie, Lebensqualität, Patientenpräferenzen, onkologische Versorgung, Behandlungsqualität, Adjuvant! Online, palliative Therapie.
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen von Patientinnen mit Mammakarzinom und ihren behandelnden Ärzten bezüglich des notwendigen therapeutischen Nutzens (Benefits) bei verschiedenen Behandlungsoptionen.
Die zentralen Themen sind die partizipative Entscheidungsfindung (Shared Decision Making), die Qualität der Patientenaufklärung sowie der Vergleich von Patientenpräferenzen mit medizinischen Einschätzungen.
Das primäre Ziel ist es, Einflussfaktoren auf die Einschätzung des therapeutischen Benefits zu identifizieren, um Aufklärungsgespräche in Zukunft individueller und patientenorientierter gestalten zu können.
Es wurde eine groß angelegte, methodisch strukturierte Umfrage mittels detaillierter Fragebögen unter Patientinnen und onkologisch tätigen Ärzten durchgeführt, unterstützt durch eine vorangegangene Pilotstudie.
Der Hauptteil präsentiert detaillierte Daten aus 26 Fallbeispielen, die sowohl kurative als auch palliative Situationen abdecken und die geforderten Überlebensvorteile bei verschiedenen Therapieformen analysieren.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Shared Decision Making, Mammakarzinom, Patientenpräferenzen und Behandlungsindikation beschreiben.
Sie dienen als Instrumente zur Unterstützung evidenzbasierter Therapieentscheidungen, deren Potenzial und Grenzen bei der Vermittlung von Prognoseinformationen analysiert werden.
In der palliativen Situation wird deutlich, dass Ärzte bei geringerem Benefit eher zu einer Therapie bereit sind als Patientinnen, was eine engmaschige und individuelle Einzelfallentscheidung unter Berücksichtigung der persönlichen Lebensplanung erforderlich macht.
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