Bachelorarbeit, 2021
37 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definitionsansätze zentraler Begriffe
2.1 Selbstbestimmung
2.2 Autonomie
2.3 Geistige Behinderung
2.4 Empowerment
3 Zentrale Aussagen und Ziele des Empowerment - Konzepts
3.1 Voraussetzungen für Empowerment
4 Empowerment im Sonderpädagogischem Diskurs
4.1 Empowerment in der Sonderpädagogik
5 Selbstbestimmung als Leitbild der Behindertenhilfe
5.1 Selbstbestimmung und Autonomie für Menschen mit geistiger Behinderung durch Empowerment - Prozesse
5.2 Die Rolle der professionellen HelferInnen
6 Spannungsfeld
6.1 Kritik am Empoerment-Konzept in verschiedenen Bereichen
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Empowerment-Konzept theoretisch zu durchdringen, seine Anwendungsmöglichkeiten in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung zu analysieren und eine kritische Auseinandersetzung mit theoretischen Spannungsfeldern, Machtverhältnissen und potenziellen Problemen des Konzepts zu führen.
Die Rolle der professionellen HelferInnen
Die Aufgabe der professionellen Helfer ist es, die AdressatInnen zur Findung ihrer Stärken zu ermutigen (vgl. Herriger 2014, S. 72). Denn werden die positiven Fähigkeiten von Menschen unterstützt, so können diese in ihrem Handeln auf ihre Stärken zurückgreifen (vgl. Strahl 2008, S 84). Auch Stark weist darauf hin, dass das Zutrauen, als wesentliche Grundhaltung professioneller HelferInnen verstanden werden muss (vgl. Stark 1996, S. 167).
„Mit der Achtung des Anderen ist ein Aspekt angesprochen, der dem Empowerment- Gedanken fundamental zugrunde liegt, denn in der Akzeptanz des Anderen und im Vertrauen auf seine Fähigkeiten werden das Menschenbild des Empowerment- Konzepts und die damit verbundene Stärken-Perspektive erkennbar“ (Strahl 2008, S. 84).
Speck sieht im Hinblick auf die Achtung vor dem Anderen eine Verbindung zum Begriff der Verantwortung (vgl. Speck 2000, S. 28). Er nimmt Bezug auf den französischen Philosophen Emmanuel Lévinas und bemerkt, dass wir alle füreinander verantwortlich sind und diese Verantwortung nie aufhört, denn die Verantwortung für den Anderen entsteht im `Ich – in der Nähe des Anderen, wobei diese Verantwortung immer auch Sorge um den Anderen ist (vgl. ebd., S. 28).
„Diese Sorge und Verantwortung erfordert auch Distanz, die Distanz der Achtung vor dem Anderen, eine Distanz, die Nähe ist“ (ebd., S. 28).
1 Einleitung: Die Einleitung etabliert das erkenntnisleitende Interesse an Empowerment im Kontext der Behindertenpädagogik und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur praktischen Anwendbarkeit und Kritik des Konzepts.
2 Definitionsansätze zentraler Begriffe: Dieses Kapitel differenziert die eng verwandten Begriffe Selbstbestimmung, Autonomie, geistige Behinderung und Empowerment.
3 Zentrale Aussagen und Ziele des Empowerment - Konzepts: Es werden der Grundgedanke einer stärkenorientierten Arbeit sowie die notwendigen Voraussetzungen für Empowerment-Prozesse auf Seiten der Betroffenen und der Professionellen beleuchtet.
4 Empowerment im Sonderpädagogischem Diskurs: Die spezifische Rezeption und Anpassung des Konzepts für den Bereich der Sonderpädagogik und der Arbeit mit behinderten Menschen wird diskutiert.
5 Selbstbestimmung als Leitbild der Behindertenhilfe: Dieses Kapitel prüft, wie Empowerment konkret zu mehr Autonomie bei geistig behinderten Menschen führen kann und welche Bedeutung dies für das Handeln der Professionellen hat.
6 Spannungsfeld: Ein kritischer Diskurs über Empowerment, wobei Themen wie Machtverhältnisse, soziale Kontrolle, pädagogische Herausforderungen und mögliche Vereinnahmung durch neoliberale Diskurse adressiert werden.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung von Empowerment als wertvolle Grundhaltung, die jedoch ständig reflexiv und kritisch zu hinterfragen ist.
Empowerment, Selbstbestimmung, Autonomie, Geistige Behinderung, Behindertenhilfe, Sonderpädagogik, Ressourcenorientierung, Machtverhältnisse, Soziale Kontrolle, Professionalität, Partizipation, Identitätsentwicklung, Sozialarbeit, Reflexivität, Lebensmanagement
Die Arbeit untersucht das Empowerment-Konzept, seine Entstehung und theoretische Fundierung, speziell im Hinblick auf die Anwendung und Kritik in der Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Empowerment, der praktischen Unterstützung in der Behindertenhilfe, dem Rollenbild professioneller Helfer sowie einer kritischen Analyse der Machtstrukturen.
Das Ziel ist es, die Komplexität des Empowerment-Begriffs zu erläutern, seinen Nutzen für die Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung zu evaluieren und die Gründe für die vielfältige Kritik am Konzept zu analysieren.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der kritischen Analyse fachwissenschaftlicher Diskurse und Studien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition zentraler Begriffe, Voraussetzungen für gelingende Empowerment-Prozesse, Empowerment im sonderpädagogischen Diskurs sowie eine ausführliche kritische Auseinandersetzung mit Spannungsfeldern der Praxis.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Empowerment, Selbstbestimmung, Autonomie, Geistige Behinderung, Machtstrukturen und Ressourcenorientierung geprägt.
Professionelle müssen ihr Rollenverständnis von einer defizitorientierten Überwachung hin zu einer unterstützenden Haltung wandeln, die betroffene Menschen als Experten in eigener Sache anerkennt und ihre Selbstbestimmung fördert.
Kritisiert wird insbesondere die Gefahr, dass Empowerment als rein individuelle Lösung für systemische Probleme missverstanden wird, Machtasymmetrien verschleiert bleiben und die Eigenverantwortung der Betroffenen überbetont wird, während gesellschaftliche Barrieren in den Hintergrund rücken.
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