Examensarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 2
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Ängste von Kindern und deren Bewältigung
2.1 Zum Begriff „Angst“
2.2 Ängste von Kindern
2.2.1 Entwicklungsbedingte Ängste im Vorschulalter
2.2.1.1 Trennungsangst
2.2.1.2 Vernichtungsangst
2.2.1.3 Angst bei Dunkelheit
2.2.2 Entwicklungsbedingte Ängste im Grundschulalter
2.3 Reaktionen auf Angst
2.4 Zur Bewältigung kindlicher Ängste
2.5 Die Rolle der Eltern bzw. engen Bezugspersonen bei der Angstbewältigung
3 Problemorientierte Bilderbücher und ihre Bedeutung bei der Angstbewältigung
3.1 Problemorientierte Bilderbücher
3.1.1 Realistische Bilderbücher
3.1.2 Phantastische Bilderbücher
3.2 Wirkungsfaktoren und psychische Lesemechanismen
3.3 Der Einfluss von Bilderbüchern auf die kindliche Entwicklung
3.4 Bilderbücher als Hilfsmittel zur Bewältigung von Ängsten
4 Analyse und Interpretation ausgewählter Bilderbücher
4.1 Auswahlkriterien und Verfahrensweisen
4.2 John Irving; Tatjana Hauptmann „Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen“
4.2.1 Entstehungsgeschichtliche Zusammenhänge
4.2.2 Produktionsästhetische Aspekte
4.2.2.1 Inhalt und Aufbau
4.2.2.2 Figurengestaltung
4.2.2.3 Darstellung des Themas Angst
4.2.2.4 Erzählhaltung
4.2.2.5 Sprache
4.2.2.6 Raum- und Zeitgestaltung
4.2.2.7 Komische und Fantastische Elemente
4.2.2.8 Text-Bild-Verhältnis
4.2.3 Didaktisches Wirkungspotenzial
4.3 Christoph Mauz; Carola Holland „Schule beißt nicht!“
4.3.1 Entstehungsgeschichtliche Zusammenhänge
4.3.2 Produktionsästhetische Aspekte
4.3.2.1 Inhalt und Aufbau
4.3.2.2 Figurengestaltung
4.3.2.3 Darstellung des Themas Angst
4.3.2.4 Erzählhaltung
4.3.2.5 Sprache
4.3.2.6 Raum- und Zeitgestaltung
4.3.2.7 Komische Elemente
4.3.2.8 Text-Bild-Verhältnis
4.3.3 Didaktisches Wirkungspotenzial
4.4 Hilde Schuurmans „Plotter will nicht schwimmen“
4.4.1 Entstehungsgeschichtliche Zusammenhänge
4.4.2 Produktionsästhetische Aspekte
4.4.2.1 Inhalt und Aufbau
4.4.2.2 Figurengestaltung
4.4.2.3 Darstellung des Themas Angst
4.4.2.4 Erzählhaltung
4.4.2.5 Sprache
4.4.2.6 Raum- und Zeitgestaltung
4.4.2.7 Komische und Phantastische Elemente
4.4.2.8 Text-Bild-Verhältnis
4.4.3 Didaktisches Wirkungspotenzial
5 Vergleichende Zusammenfassung der Analyse- und Interpretationsergebnisse unter Mitberücksichtigung des Realitätsgehalts und der literarischen Phänomene
6 Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema Angst in neueren Bilderbüchern mit besonderem Schwerpunkt auf deren realistischer Darstellung. Ziel der Untersuchung ist es, die kindlichen Ängste und Bewältigungsstrategien in ausgewählten Werken zu analysieren und zu reflektieren, um aufzuzeigen, wie Literatur Kindern dabei helfen kann, Ängste konstruktiv zu bewältigen.
4.2.2.2 Figurengestaltung
Das Textbilderbuch „Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen“ handelt von drei männlichen Hauptfiguren, Tom, Tim und den Vater beider Jungen. Die Mutter wird nur im Zusammenhang mit dem Geräusch in Verbindung gebracht, als es sich so anhört, „wie wenn in Mamis Schrank ein Kleid lebendig wird.“
Tom steht zunächst im Mittelpunkt des Geschehens. Der schlanke Junge ist im ersten Bild mit schwarzem, zerzausten Haar, großen Ohren und weit aufgerissenen Augen im gestreiften Schlafanzug dargestellt. Die Mimik signalisiert große Angst. Er schläft im gleichen Zimmer wie sein Bruder, bei dem er im nächsten Bild am Bettchen steht. Tom weckt seinen Vater und fragt diesen genau wie seinen Bruder nach dem Gehörten. Er möchte sich absichern. Er weiß sicher, dass sein Bruder nicht viel sagen würde, doch möchte er nicht hilflos sein und fragt. Der Junge trägt einen beige-braunen Teddy bei sich, während er durch das Haus geht. Dieser hat eine Art Beschützerfunktion inne, dass man das Unheimliche besser gemeinsam angeht. Auf die Fragen seines Vaters kann er mit genauen Beschreibungen und Vergleichen seine Wahrnehmungen ausdrücken. Seine sprachliche Ausdrucksweise ist so gut entwickelt, dass er auch Gefühle mit seinen Mitteln ausdrücken kann.
Der Junge hat viel Fantasie, die bei Kindern in der magischen Phase besonders ausgeprägt ist. Beispielsweise erklärt er dem Vater, dass ein Monster ohne Arme und Beine sich zappelnd auf seinem Fell sowie mit den Zähnen fortbewegt. Jedes Zimmer durchsucht er. Selbst auf der Veranda schaut Tom nach. Dies schließt auf seine Neugierde und Wissbegierde und unterstreicht ferner die Bedeutung des ängstigenden Geräusches. Es steht im Mittelpunkt für Tom. Wieder im Bett krallt sich der Junge mit den weit aufgerissenen Augen verängstigt an seinen Bettdeckenzipfel und schreit. Der Leser kann sich noch enger in die Geschichte einfühlen, weil schreien, als eine typische Angstreaktion zu werten ist.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der kindlichen Ängste und die Rolle der Bilderbücher als Medium zur Bewältigung ein und umreißt den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Ängste von Kindern und deren Bewältigung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Angst, stellt entwicklungsbedingte Ängste in verschiedenen Lebensphasen dar und analysiert kindliche Reaktionsweisen sowie Strategien zur Bewältigung.
3 Problemorientierte Bilderbücher und ihre Bedeutung bei der Angstbewältigung: Der Fokus liegt hier auf der Definition problemorientierter Bilderbücher, den Wirkungsfaktoren beim Lesen und der Bedeutung dieser Literatur für die kindliche Entwicklung sowie als Trostspender.
4 Analyse und Interpretation ausgewählter Bilderbücher: In diesem zentralen Kapitel werden drei spezifische Bilderbücher anhand von Kriterien wie Entstehungsgeschichte, Produktionsästhetik, Angstdarstellung und didaktischem Wirkungspotenzial detailliert untersucht.
5 Vergleichende Zusammenfassung der Analyse- und Interpretationsergebnisse unter Mitberücksichtigung des Realitätsgehalts und der literarischen Phänomene: Hier werden die Ergebnisse der Einzelanalysen synthetisiert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede reflektiert und die Erkenntnisse zum Realitätsgehalt sowie den Bewältigungsstrategien zusammengeführt.
6 Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen resümieren die Bedeutung der untersuchten Werke und betonen die Wichtigkeit einer sensiblen, begleitenden Lektüre bei der Angstbewältigung im Kindesalter.
Bilderbuch, Kinderängste, Angstbewältigung, Problemorientierte Kinderliteratur, Realitätsgehalt, Vorschulalter, Grundschulalter, Identifikation, Projektion, Lesewirkungsprozess, kindliche Entwicklung, Elternrolle, pädagogischer Wert, Angststörung, Schulerziehung
Die Hausarbeit untersucht die Darstellung von Ängsten in moderner Kinderliteratur, spezifisch in drei ausgewählten Bilderbüchern, und analysiert, wie diese Werke Kindern bei der Bewältigung von Ängsten helfen können.
Die zentralen Themen sind kindliche Entwicklungsängste, die Funktion von Literatur im Sozialisationsprozess, die Rolle von Bezugspersonen bei der Angstverarbeitung und die ästhetische Gestaltung von Bilderbüchern als Trost- und Orientierungsmedium.
Das Ziel ist es, den Realitätsgehalt und das pädagogische Potenzial von Bilderbüchern zu evaluieren, die Ängste thematisieren, um zu verstehen, ob und wie sie Kindern als Hilfsmittel zur Überwindung von Ängsten dienen.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die auf einer fundierten Kriterienanalyse (entstehungsgeschichtliche Aspekte, produktionsästhetische Aspekte, didaktisches Wirkungspotenzial) der ausgewählten Primärwerke basiert.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Kinderängsten und Wirkungsfaktoren von Bilderbüchern dargelegt. Anschließend folgt eine tiefgehende Analyse von drei spezifischen Werken: „Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen“, „Schule beißt nicht!“ und „Plotter will nicht schwimmen“.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Angstbewältigung, Kinderliteratur, Bild-Text-Verhältnis, Identifikationsmöglichkeiten und Erziehung aus.
Das Buch wird als Beispiel für den Umgang mit nächtlichen Ängsten gewählt, da es die magische Phase der kindlichen Entwicklung und die Bedeutung einer beruhigenden, elterlichen Begleitung sehr realistisch darstellt.
Die Arbeit betont, dass Eltern eine entscheidende Rolle einnehmen, indem sie aktiv zuhören, die kindlichen Ängste ernst nehmen und statt Bevormundung eine unterstützende und orientierende Hilfestellung bei der Problemverarbeitung leisten sollten.
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