Hausarbeit, 2009
12 Seiten
1. Einleitung
2. Struktur
3. Funktionsweise
3.1 Fiskalische Funktion
3.2 Redistributive Funktion
3.3 Allokative Funktion
4. Probleme
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Strukturen, Funktionsweisen und aktuellen Herausforderungen des kommunalen Finanzausgleichs in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund einer angespannten finanziellen Gesamtlage des Landes.
3. Funktionsweise
Anders als der Länderfinanzausgleich sieht der kommunale Finanzausgleich keine direkten Ausgleichsleistungen zwischen unterschiedlich finanzkräftigen Gebietskörperschaften vor, sondern zielt vor allem auf eine finanzkraftgerechte Verteilung der Finanzausgleichsmasse von oben nach unten ab. Seine Ausrichtung ist daher eindeutig vertikal, er hat lediglich einen horizontalen Effekt. Bei der Bestimmung der Finanzausgleichmasse unterscheidet man grundsätzlich zwischen Verbundquotensystemen und Systemen mit Gleichmäßigkeitsgrundsatz. Während erstere die Finanzausgleichsmasse durch festgelegte Beteiligungsquoten am Steuerverbund proportional bestimmen, stellen letztere sicher, dass die Entwicklung der kommunalen Gesamteinnahmen und der Landesnettoeinnahmen nach Abzug der Finanzausgleichsmittel parallel verläuft. Das Land M-V hat den Gleichmäßigkeitsgrundsatz aus Sachsen übernommen; der kommunale Finanzausgleich der meisten Bundesländer basiert auf dem Verbundquotensystem.
In der Literatur werden dem kommunalen Finanzausgleich ganz unterschiedliche Funktionen zugesprochen: als wichtigste gelten die fiskalische, die redistributive und die allokative Funktion; Nebenfunktionen sind raumordnungspolitische, Stabilisierungs- und Lenkungsfunktionen. Verfassungsrechtlich verbergen sich hinter diesen Funktionszuschreibungen einerseits ein Angleichungsgebot und andererseits ein Nivellierungsverbot. Der kommunale Finanzausgleich soll die unterschiedlich finanzkräftigen Kommunen bei ihrer Aufgabenerfüllung durch Teilumschichtung öffentlicher Finanzen unterstützen, ihre Finanzkraft aber nicht einebnen.
1. Einleitung: Beschreibt die finanzpolitische Ausgangslage Mecklenburg-Vorpommerns, geprägt durch demografischen Wandel und sinkende Mittel aus dem Solidarpakt.
2. Struktur: Erläutert die verfassungsrechtliche Verankerung und den Aufbau des Finanzausgleichs, insbesondere den Übergang zum Drei-Säulen-Modell.
3. Funktionsweise: Analysiert die vertikale Ausrichtung des Systems sowie die zentralen Wirkungsmechanismen der fiskalischen, redistributiven und allokativen Funktionen.
3.1 Fiskalische Funktion: Detailliert die vertikale Ausgleichsebene zwischen Land und Kommunen zur Sicherung der Finanzausstattung.
3.2 Redistributive Funktion: Untersucht die horizontale Wirkung des Systems, bei der finanzschwache Kommunen durch Zuweisungen unterstützt werden.
3.3 Allokative Funktion: Behandelt die Problematik der Nutzen-Spillovers zwischen Städten und deren Umland.
4. Probleme: Identifiziert finanztechnische Intransparenz und die ungleiche Verteilung der Mittel als zentrale Kritikpunkte.
5. Fazit: Fasst den künftigen finanziellen Druck zusammen und bewertet die Reformdiskussion um alternative Modelle.
Kommunaler Finanzausgleich, Mecklenburg-Vorpommern, FAG, Schlüsselzuweisungen, Drei-Säulen-Modell, Gleichmäßigkeitsgrundsatz, Fiskalische Funktion, Redistributive Funktion, Allokative Funktion, Konnexitätsprinzip, Kommunalfinanzen, Verwaltungsreform, Finanzbedarf, Steuerkraft, Solidarpakt II.
Die Arbeit analysiert das System des kommunalen Finanzausgleichs in Mecklenburg-Vorpommern, um dessen Struktur, Funktionsweisen und bestehende Defizite aufzuzeigen.
Im Fokus stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Berechnungsmethoden der Zuweisungen sowie die Auswirkungen auf die finanzielle Ausstattung von Gemeinden und Landkreisen.
Das Ziel ist es, die Besonderheiten der horizontalen und vertikalen Finanzverteilung in Mecklenburg-Vorpommern herauszuarbeiten und die Reformbedürftigkeit des Systems zu beleuchten.
Es handelt sich um eine strukturorientierte Untersuchung, die rechtliche Bestimmungen, finanzwissenschaftliche Funktionsweisen und aktuelle Berichte von Landesrechnungshöfen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verfassungsrechtlichen Struktur, die Erklärung der fiskalischen, redistributiven und allokativen Funktionen sowie die Diskussion aktueller Problemfelder.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Gleichmäßigkeitsgrundsatz, die Schlüsselzuweisungen und das Drei-Säulen-Modell des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Dieses Modell ist entscheidend, da es den Ausgleich der Steuerkraft getrennt für kreisfreie Städte, kreisangehörige Gemeinden und Landkreise regelt und damit das Herzstück der Mittelverteilung darstellt.
Die Arbeit zeigt, dass Leistungen städtischer Zentren oft von Bewohnern des Umlands genutzt werden, was zu Spillover-Effekten führt, die das Finanzausgleichssystem nur teilweise internalisieren kann.
Diskutiert wird unter anderem das sogenannte Zwei-Quellen-Modell, welches die Ausgabenseite stärker gewichten würde, jedoch bei der praktischen Umsetzung und der Wahrung der kommunalen Autonomie auf Bedenken stößt.
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