Magisterarbeit, 2004
129 Seiten, Note: 2,9
1. Einleitung
2. Leben und Werk
2.1. Leben
2.1.1. Kindheit und Jugend
2.1.2. Der berufliche Weg: Zwischen Praxis und Theorie
2.1.3. Beurteilung durch Kollegen und eine kurze Zusammenfassung seines Lebens
2.2. Eine Einführung in das Werk
2.2.1. Versuch der Beschreibung seines Gesamtschaffens
2.2.2. Nähere Vorstellung ausgewählter Werke
2.2.2.1. ’Vor und nach Hitler’
2.2.2.2. ‘Die Protestgesellschaft: von der Wirksamkeit des Widerspruchs’
2.2.3. Zusammenfassung
3. Theoretische Annahmen
3.1. Begriffe aus dem Kommunikationsbereich
3.1.1. Einführung
3.1.2. Zeichenbegriffe
3.1.3. Protest und Anarchie
3.1.4. Rituale
3.2. Zum Begriff und zur Bedeutung der Signalökonomie für Pross
3.3. Zusammenfassung
4. Der Kampf um Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert
4.1. Aufgaben der Medien aus Sicht von Pross
4.2. Behinderungen der Meinungsfreiheit und die Folgen: Historische Beispiele im Kontext der Zeit
4.2.1. Medienlenkung und Pressekonzentration 1900 bis 1945
4.2.2. Eine Bilanz der nationalsozialistischen Presseunfreiheit und der Neubeginn infolge der Lizensierungszeit
4.2.3. Kulturkritik und Fernsehen – als Beispiel: Adolf Grimme
4.2.4. Adenauers Staatsfernsehen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes
4.2.5. Die Abkehr vom obrigkeitsstaatlichen Denken der Medien? – Die Spiegelaffäre
4.2.6. Konzentrationsprozesse im Pressewesen: Beispiel: ‘Ein-Zeitungs-Kreise’
4.3. ‘Der Mensch im Mediennetz’
4.3.1. Qualitätsverluste und die Abkehr von ‘primärer’ Kommunikation
4.3.2. Das Bildmedium als Übermittler von Ritualen
4.3.3. Die Kommerzialisierung des Fernsehens und das ‘Duale System’
4.3.3.1. Zur grundlegenden Entwicklung
4.3.3.2. Kritische Beobachtung und Sichtweise von Pross
4.4. Auseinandersetzung des Verfassers dieser Arbeit bezüglich der Pross’schen Wahrnehmung der Wirklichkeit (Zusammenfassung)
5. Würdigung und Kritik zum Leben und Schaffen des Intellektuellen Pross
5.1. Engagement für Medienfreiheit und Demokratie
5.2. Engagement für soziale Gerechtigkeit und Dialog der Wissenschaften
5.3. Beurteilung von einigen Werken durch Rezensionen mit Kommentaren des Verfassers dieser Arbeit
6. Fazit: Pross = Optimist – Pessimist, Realist - Idealist?
Die vorliegende Magisterarbeit setzt sich zum Ziel, das Leben und Werk des deutschen Kommunikationswissenschaftlers Harry Pross umfassend zu analysieren und ihn als kritischen Beobachter der bundesdeutschen Medienentwicklung zu würdigen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern die theoretischen Annahmen von Pross zur Wechselbeziehung zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit zutreffend sind und wie sich die Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert in Deutschland unter seinem kritischen Blick darstellt.
4.2.1. Medienlenkung und Pressekonzentration 1900 bis 1945
Aufgaben (z. B. freie Mitteilung und Aufklärung ohne Rücksichtnahme auf Staatsinteressen) auch nur annähernd gerecht zu werden. Einer von diesen wenigen war nach den Recherchen von Harry Pross, Karl Kraus, der in Wien 1899 die Zeitschrift Die Fackel gründete. Er schrieb und redigierte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1936. Karl Kraus tat dies nach Aussage von Pross, um den Lügen, die er seinerzeit in der Sprache der Tagespresse entdeckte, mit aller Kraft entgegenzuarbeiten. Er sei die stärkste moralische Kraft in der deutschsprachigen Publizistik im 20. Jahrhundert überhaupt gewesen, meint H.P., auch wenn seine Arbeit nichts an der weiteren verhängnisvollen weltpolitischen Entwicklung mehr ändern konnte. Karl Kraus habe aber wie kein anderer die Presse und die Missstände der damaligen Zeit offengelegt und sich um die Trockenlegung des weiten Phrasensumpfes bemüht, was eine wahre Herkulesaufgabe damals gewesen sei. Zum Beispiel polemisierte er immer wieder gegen die Bestechlichkeit der journalistischen Theaterkritik, angefangen bei Freikarten. Bei den meisten Zeitungsschreibern in der damaligen Zeit ließe sich dagegen vorauseilender Gehorsam den Herrschenden gegenüber als die weit verbreitetere Gangart feststellen.
H.P. stellt fest, dass die Zeitungen am Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend abhängiger vom Inseratenaufkommen und dabei insbesondere von den Wirtschaftsanzeigen wurden. Nach einer Untersuchung von 30 großen Zeitungen im Jahr 1909 beispielsweise entfielen etwas mehr als ein Drittel auf Anzeigen. Diese Entwicklung führte laut Pross bei den gestiegenen Auflagen und der größeren Verbreitung beim Publikum zu immer weniger einsehbaren Meinungskartellen. Als hervorstechendstes Beispiel für diese Art der Kartellbildung auf der politischen Rechten muss sicherlich die Ansammlung von Medienmacht durch Alfred Hugenberg angesehen werden, weshalb es sich an dieser Stelle anbietet, etwas näher auf ihn und seine wirtschaftlichen und politischen Unternehmungen in einem Exkurs einzugehen.
1. Einleitung: Einführung in das Leben und die Bedeutung von Harry Pross als Medienwissenschaftler und Publizist.
2. Leben und Werk: Detaillierte Beschreibung der Biografie, des beruflichen Werdegangs und einer Einführung in das publizistische Gesamtwerk von Pross.
3. Theoretische Annahmen: Erläuterung der kommunikationswissenschaftlichen Kernbegriffe von Pross, insbesondere der Signalökonomie und der Medientypenunterscheidung.
4. Der Kampf um Meinungsfreiheit im 20. Jahrhundert: Analyse historischer Beispiele und Entwicklungen im Spannungsfeld von Medien, Politik und Öffentlichkeit, unter anderem anhand der Spiegelaffäre.
5. Würdigung und Kritik zum Leben und Schaffen des Intellektuellen Pross: Bewertung des gesellschaftlichen Engagements von Harry Pross für Demokratie und Medienfreiheit sowie Einordnung seiner Werke durch Rezensionen.
6. Fazit: Pross = Optimist – Pessimist, Realist - Idealist?: Abschließende kritische Reflexion und Einordnung von Harry Pross als Persönlichkeit und Wissenschaftler.
Harry Pross, Meinungsfreiheit, Kommunikation, Medienwissenschaft, Signalökonomie, Spiegelaffäre, Pressekonzentration, Öffentlicher Diskurs, Politische Symbolik, Medienkritik, Journalismus, Demokratie, Medientypen, Publizistik, Gesellschaftskritik.
Die Arbeit analysiert das publizistische und theoretische Werk von Harry Pross und untersucht seine Bedeutung für die Kommunikationswissenschaft sowie seine kritische Auseinandersetzung mit der Meinungsfreiheit in Deutschland.
Die Arbeit behandelt die Wechselbeziehung zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit, die Rolle von Journalismus in einer Demokratie sowie die Gefahren durch Medienkonzentration und Kommerzialisierung.
Das Ziel ist es, die grundlegenden Theorien von Harry Pross darzulegen und kritisch zu prüfen, inwieweit seine Thesen mit der historischen Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts in Deutschland übereinstimmen.
Der Verfasser stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse der Schriften von Harry Pross sowie auf zeitgenössische Rezensionen und historische Sekundärliteratur, um das Wirken des Wissenschaftlers in einen gesellschaftlichen Kontext zu setzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Kommunikation (wie die Signalökonomie) und die Untersuchung konkreter historischer Fallbeispiele wie die Medienlenkung im Nationalsozialismus und die Spiegelaffäre.
Meinungsfreiheit, Signalökonomie, Medienmacht, Publizistik, Demokratie und der "Mensch im Mediennetz" sind zentrale Begriffe, die das wissenschaftliche Profil von Harry Pross widerspiegeln.
Der Autor stuft das Prinzip der Signalökonomie als eine durchgängig plausible Theorie von Harry Pross ein, die wichtige Mechanismen der modernen Medienproduktion und der Nachrichtenökonomie erklärt.
Für Pross ist der Journalismus ein Dienst an der Öffentlichkeit; er fordert von Journalisten eine kritische Kontrollfunktion gegenüber dem Staat und wirtschaftlichen Mächten, statt vorauseilenden Gehorsam zu leisten.
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