Bachelorarbeit, 2022
38 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. THEORIE
2.1. STAKEHOLDER-THEORIE
2.1.1. GRUNDLAGEN
2.1.2. NETZWERKEIGENSCHAFT DES STAKEHOLDER-GEFLECHTS
2.1.3. SOZIALE NETZWERKE ALS ANALYSERAHMEN DES STAKEHOLDER-GEFLECHTS
2.2. NEOINSTITUTIONALISMUS
2.2.1. GRUNDLAGEN
2.2.2. ISOMORPHIE-MECHANISMEN
2.2.3. DIE ENTKOPPLUNG UND STRATEGISCHE REAKTIONSMÖGLICHKEITEN
3. METHODIK
3.1. FALLBEISPIEL 1: DER KATAR ANTRAG
3.2. FALLBEISPIEL 2: DER FC BAYERN CAMPUS
4. ERGEBNISDARSTELLUNG
4.1. FALLBEISPIEL 1: ROLLE → STRATEGISCHE REAKTION
4.1.1. FORDERUNG UND BETROFFENE STAKEHOLDER-GRUPPEN
4.1.2. EINORDNUNG IN DIE VERKNÜPFUNGSDIMENSION
4.1.3. ÜBERPRÜFUNG DER VERKNÜPFUNGSDIMENSION
4.2. FALLBEISPIEL 2: STRATEGISCHE REAKTION → ROLLE
4.2.1. FORDERUNG UND BETROFFENE STAKEHOLDER-GRUPPEN
4.2.2. EINORDNUNG IN DIE VERKNÜPFUNGSDIMENSION
4.2.3. ÜBERPRÜFUNG DER VERKNÜPFUNGSDIMENSION
5. DISKUSSION
5.1. EINSCHÄTZUNG ZUR MODELLTAUGLICHKEIT
5.2. FORSCHUNGSPOTENZIAL
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld der FC Bayern München AG zwischen nationalen Stakeholder-Interessen und dem Streben nach internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Ziel ist es, das Verhalten des Vorstands gegenüber kritischen Stakeholder-Gruppen anhand organisationstheoretischer Ansätze (Stakeholder-Theorie und Neoinstitutionalismus) zu analysieren und eine methodische Verknüpfung der Konzepte von Rowley und Oliver zur Bewertung strategischer Reaktionen zu prüfen.
3.1. Fallbeispiel 1: Der Katar Antrag
Seit 2011 verbringt die Herrenmannschaft des FCB-Profifußballs das jährliche Winter-Trainingslager in Katar. Dieser Umstand wurde schon im Jahr 2011 kritisch in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Grund dafür waren die Berichte von diversen NGOs über die prekäre Menschenrechtslage in dem Wüstenstaat. Die Gründe, die der Vorstand zum damaligen Zeitpunkt für die Entscheidung angab, waren zum einen die guten Wetterbedingungen in Katar während der Winterzeit und zum anderen das Ziel, über den Fußball als gemeinsamen Nenner, zum Botschafter westlicher Werte in dem Emirat zu werden. Ein Unterfangen, welches bei den Vereinsmitgliedern des FCB vorerst auf geringen Widerstand stieß. Das änderte sich ab dem Zeitpunkt, in dem der FCB im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, dass der Doha-Airport nun zu einem Platin-Partner und damit zu einem wichtigen Sponsor werden würde. Aufgrund des sich im Staatseigentum des Emirats befindlichen Flughafens wurden sowohl unter Fans und Vereinsmitgliedern als auch in der Öffentlichkeit erste Stimmen laut, welche Zweifel an den Zielen des FCB in Katar äußerten. Dazu kam die gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit, die sich aufgrund der WM-Vergabe für 2022 bereits zunehmend auf Katar richtete. Die Vorwürfe der Terrorismusfinanzierung, moderner Sklaverei und Ausbeutung von Gastarbeitern in Form des Kafala-Systems, eingeschränkter Pressefreiheit und der rechtlichen Benachteiligung von Frauen und Homosexuellen erhöhten über die letzten Jahre den öffentlichen Druck auf die FCB AG bezüglich ihrer Partnerschaft mit dem Emirat. Anfang 2018 wurde der bestehende Sponsoring-Vertrag mit dem Doha-Airport durch einen neuen Sponsoring-Vertrag mit der Fluglinie Qatar-Airways ersetzt, welche sich ebenfalls zu 100 % im katarischen Staatseigentum befindet und den ausgelaufenen Sponsoring-Vertrag mit Lufthansa als Airline-Partner ersetzte.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Problematik des Balanceakts zwischen wirtschaftlichen Interessen und den Erwartungen der Fans des FC Bayern München ein.
2. THEORIE: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Stakeholder-Theorie und des Neoinstitutionalismus erläutert, um ein Analyseinstrumentarium für das Management von Erwartungen zu schaffen.
3. METHODIK: Dieses Kapitel verknüpft die Konzepte von Rowley und Oliver, um Analyseinstrumente für die Fallbeispiele zu entwickeln und kontextualisiert diese.
4. ERGEBNISDARSTELLUNG: Anhand der Fallbeispiele "Katar Antrag" und "FC Bayern Campus" werden die strategischen Reaktionen der FCB AG analysiert und den theoretischen Modellen zugeordnet.
5. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden im Kontext des internationalen Wettbewerbs und der Stakeholder-Bindung diskutiert, wobei die Tauglichkeit des Modells reflektiert wird.
FC Bayern München AG, Stakeholder-Theorie, Neoinstitutionalismus, Katar-Sponsoring, FC Bayern Campus, Legitimität, Isomorphismus, Netzwerkanalyse, Organisationale Felder, Strategische Reaktionsmöglichkeiten, Compromiser, Commander, Unternehmenskommunikation, Konfliktmanagement, Stakeholder-Geflecht
Die Arbeit untersucht, wie die FC Bayern München AG auf divergierende Erwartungen ihrer nationalen Stakeholder reagiert, während sie gleichzeitig internationale Wachstums- und Anpassungsstrategien verfolgt.
Zentral sind die Dynamik von Stakeholder-Beziehungen, die Bedeutung der Legitimität für Organisationen und die Anwendung von Isomorphie-Mechanismen im Kontext des professionellen Fußballs.
Ziel ist es, das strategische Verhalten des Vorstands gegenüber Stakeholdern durch eine verknüpfte Anwendung von Rowleys Rollenmodell und Olivers Reaktionsmöglichkeiten praktisch überprüfbar zu machen.
Der Autor nutzt eine qualitative Analyse, indem er theoretische Konzepte in einem strukturierten Analyserahmen zusammenführt und diesen auf zwei spezifische Fallbeispiele der FCB AG anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Herleitung der Analyseinstrumente und die detaillierte Ergebnisdarstellung der Fallbeispiele Katar-Antrag und FC Bayern Campus.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Stakeholder-Geflecht", "Legitimität", "Entkopplung", "Isomorphismus" und spezifische Rollenbezeichnungen wie "Compromiser" und "Commander" geprägt.
Das Sponsoring kollidiert mit den moralischen Ansprüchen vieler Vereinsmitglieder und Fans, die den FC Bayern als wertegeleiteten Verein sehen und die Partnerschaft mit einem staatlich kontrollierten Unternehmen aus Katar kritisch betrachten.
Die Analyse zeigt ein Vorgehen, das in Drucksituationen zu einer defensiven oder manipulativen Strategie neigt, um das öffentliche Bild der Legitimität aufrechtzuerhalten, während interne Abläufe von dieser offiziellen Darstellung entkoppelt scheinen.
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