Diplomarbeit, 2019
112 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Wohlfahrtsökonomische Grundlagen
2.1 Theoretische Erklärungsansätze: Technologischer externer Effekt
2.2 Politikmaßnahmen zur Internalisierung der negativen externen Effekte
2.3 Empirische Analysen zu angewandten Politikmaßnahmen
3 Grundlagen des Umweltbewusstseins und des Konsumverhaltens
3.1 Umweltbewusstsein und Konsumverhalten
3.1.1 Definitorische Grundlagen
3.1.2 Untersuchungen zum Umweltbewusstsein in Deutschland
3.2 Verhaltensökonomische Grundlagen
3.3 Soziale Normen
4 Datengrundlage und methodisches Design der empirischen Untersuchung
4.1 Der Fragebogen
4.1.1 Allgemeine Rahmenbedingungen des Fragebogens
4.1.2 Konzeption der Fragen und der Antwortmöglichkeiten
4.2 Definition der Hauptvariablen
4.2.1 Die abhängige Variable: Das Umweltbewusstsein der Konsumenten
4.2.2 Die unabhängige Variable: Das Konsumverhalten in Bezug auf Kunststofftragetaschen
4.2.3 Die Instrumentenvariable: Der Preis von Kunststofftragetaschen in Supermärkten
5 Empirische Analyse
5.1 Deskriptive Statistiken
5.2 Regressionsanalyse
5.3 Robustheitsanalyse
6 Diskussion und Grenzen der Analyse
7 Zusammenfassung und Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, aus ökonomischer Perspektive zu untersuchen, ob der positive Zusammenhang besteht, dass Konsumenten umweltbewusster handeln, sofern ihr Konsumverhalten in Bezug auf Kunststofftragetaschen vorbildlich ist. Dabei wird geprüft, ob die staatliche Vereinbarung zur Verringerung des Verbrauchs als soziale Norm wirkt und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung nachhaltig stärkt.
2.1 Theoretische Erklärungsansätze: Technologischer externer Effekt
Seit der Erfindung der Kunststofftragetasche, im Volksmund auch Plastiktüte genannt, in den 1960er-Jahren (vgl. Madara, Namango & Wetaka 2016: 12), wurde sie in den 1970er-Jahren weltweit nach und nach als Ergänzung zu herkömmlichen Tragetaschen auf den Markt gebracht (vgl. Ansari, Chavan & Husain 2011: 598).
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 0,015 bis 0,05 Millimetern, die vor allem für den Transport von Lebensmitteln und Einkäufen gebraucht werden. Tragetaschen mit einer geringeren sowie höheren Wandstärke werden nicht betrachtet.
Kunststofftragetaschen werden aus Polyethylen, einem Syntheseprodukt in der organischen Chemie, hergestellt, welches in verschiedenen Formen auftritt. Für die Herstellung von Tragetaschen werden hauptsächlich Hart-Polyethylen (HDPE) und Weich-Polyethylen (LDPE) verwendet (vgl. Muthu et al. 2011: 470). Das Material hat viele Vorteile, denn es sorgt für eine hohe Stabilität sowie Resistenz gegen Umwelteinflüsse wie beispielsweise Nässe. Es ist zudem sehr leicht und hygienisch (vgl. United Nations Environmental Program (UNEP) 2005: 23).
Aufgrund der geringen Produktionskosten werden Kunststofftragetaschen häufig kostenlos an Konsumenten abgegeben (vgl. Adane & Muleta 2011: 236; UNEP 2018: 2). Ihre geringen Wiederbeschaffungskosten sorgen häufig für einen Einmalgebrauch, auf den die Entsorgung folgt (vgl. Adane & Muleta 2011: 234). Weltweit werden geschätzt 500 Milliarden Kunststofftragetaschen pro Jahr verbraucht (vgl. Routley 2018), was 66,23 Tragetaschen pro Person und Jahr entspricht (vgl. United Nations (UN) 2017: 1; eigene Berechnungen). Allein in Deutschland waren es im Jahr 2015 5,6 Milliarden.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die negativen Auswirkungen von Kunststofftragetaschen und leitet daraus die Forschungsfrage ab, ob ein positiver Zusammenhang zwischen deren reduziertem Konsum und dem Umweltbewusstsein besteht.
2 Wohlfahrtsökonomische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Hintergründe externer Effekte durch Kunststofftragetaschen und diskutiert verschiedene Politikinstrumente zu deren Internalisierung.
3 Grundlagen des Umweltbewusstseins und des Konsumverhaltens: Hier werden zentrale Begriffe definiert und verhaltensökonomische Ansätze sowie die Bedeutung sozialer Normen zur Erklärung des umweltrelevanten Konsumverhaltens dargestellt.
4 Datengrundlage und methodisches Design der empirischen Untersuchung: Der Abschnitt beschreibt die Konzeption der eigenen Umfrage sowie die Definition und Auswahl der zentralen Variablen für die empirische Analyse.
5 Empirische Analyse: Darlegung der Datenlage durch deskriptive Statistiken und Durchführung der ökonometrischen Regressionsanalyse zur Überprüfung der aufgestellten Hypothese unter Berücksichtigung der Robustheit.
6 Diskussion und Grenzen der Analyse: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, methodische Schwächen der Stichprobe sowie Datenerhebung diskutiert und Implikationen für die Politik abgeleitet.
7 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die zugrunde liegende Forschungsfrage hinsichtlich des Zielerreichungsgrades der Regierungsmaßnahmen.
Kunststofftragetaschen, Umweltbewusstsein, Konsumverhalten, Externe Effekte, Wohlfahrtsökonomik, Verhaltensökonomik, Status Quo Bias, Soziale Normen, Deutschland, Regressionsanalyse, Instrumentenvariable, Nachhaltigkeit, Plastikmüll, Umwelthandeln, Eigenumfrage.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Konsumverhalten von Kunststofftragetaschen und dem Umweltbewusstsein von Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland.
Die zentralen Felder umfassen wohlfahrtsökonomische Ansätze zur Internalisierung negativer Effekte, verhaltensökonomische Erkenntnisse über Konsumentscheidungen sowie die Rolle sozialer Normen im Umweltschutz.
Die Forschungsfrage ist, ob die Absicht der Bundesregierung, durch die Reduktion des Kunststofftragetaschenverbrauchs positiv auf das Umweltbewusstsein der Bevölkerung einzuwirken, in der Realität nachweisbar ist.
Es werden eine eigens durchgeführte Online-Umfrage (Individualdaten) und quantitative ökonometrische Methoden wie die Regressionsanalyse sowie die Instrumentenvariablenschätzung (IV-Schätzung) angewandt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Datengrundlage, der methodischen Umsetzung, der deskriptiven Analyse sowie der Regressionsanalyse, um die formulierte Hypothese empirisch zu testen.
Die Arbeit wird unter anderem durch Begriffe wie Kunststofftragetaschen, Umweltbewusstsein, Soziale Normen, Regressionsanalyse und Verhaltensökonomik charakterisiert.
Die IV wurde gewählt, um das Problem der Endogenität zu beheben, da nicht nur der Konsum das Umweltbewusstsein beeinflussen kann, sondern umgekehrt auch das Umweltbewusstsein das Konsumverhalten.
Die Robustheitsanalyse bestätigt, dass auch unter Ausschluss von Befragten aus Nordrhein-Westfalen kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kunststofftragetaschen und dem Umweltbewusstsein nachgewiesen werden konnte.
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