Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Die Gefahren des Leerstandes und deren ausschlaggebende Faktoren
1.2. Hindernisse beim Abriss bzw. Wiederaufbau leerstehender Häuser
2. Die Entwicklung der machizukuri Bewegung
3. Das akiya saisei Projekt in der Stadt Ônomichi
3.1. Die akiya Bank als Vermittler zwischen Eigentümern und Interessenten
4. Ônomichis Popularität in den Medien als Instrument für die Revitalisierung
4.1. Anime und Tourismus
4.2. Das Ônomichi akiya saisei Projekt im Manga
4.3. Der wirksame Auftritt in sozialen Netzwerken
5. Die neue area renovation Bewegung
5.1. Die Schlüsselfiguren einer erfolgreichen Zusammenarbeit
5.2. In neun Schritten zu einer wirksamen Revitalisierung
Fazit – Ein Masterplan für ganz Japan?
Die vorliegende Arbeit untersucht den demografischen Wandel in Japan, insbesondere den durch Bevölkerungsschwund und Überalterung verursachten Häuserleerstand in ländlichen Regionen. Ziel ist es zu analysieren, ob das erfolgreich in der Stadt Ônomichi implementierte „akiya saisei“ Projekt als universeller Masterplan für andere japanische Kommunen dienen kann.
3. Das akiya saisei Projekt in der Stadt Ônomichi
Ônomichi befindet sich in der Präfektur Hiroshima. Das Fischerstädtchen, gelegen zwischen dem Meer und den dahinterliegenden Bergen, beherbergt aktuell rund 136.100 Einwohner. (City of Ônomichi, 2020) Gegründet etwa um 1169, diente die Stadt im mittelalterlichen Japan mit ihrem regen Schiffverkehr als florierender Handelszweig mit beeindruckender Produktvielfalt. Kennzeichnend für das bergige Ônomichi sind die unzähligen Stufen, die es zu erklimmen gilt, wenn man sich seinen Weg durch die verwinkelten, schmalen Gassen bahnt. Doch auch hier ist der demografische Wandel Japans deutlich zu spüren. Die Bevölkerungszahlen gehen kontinuierlich zurück, besonders die Geburten, wie im Rest des Landes auch. (Abb. 5 im Anhang) Während sich die Bevölkerung zu Zeiten des Babybooms bis ca. 1985 auf 180.000 einpegelte, war bis 2010 ein Rückgang auf ca. 140.000 zu beobachten und Prognosen sagen der Stadt für das Jahr 2040 eine Bevölkerungszahl von nur noch etwa 100.000 vorher, für das Jahr 2060 sogar nur noch 70.000.
Um dieser dramatischen Entwicklung entgegenzuwirken, aktiv gegen den von Wegzug und Überalterung in Gang gesetzten Häuserleerstand zu kämpfen und vor allem junge Familien wieder anzulocken, wurde das Ônomichi akiya saisei Projekt gegründet. Ins Leben gerufen wurde es 2007 von Toyota; Masako. Die 1974 geborene gelernte Reiseleiterin sah auf ihren vielen Auslandsreisen den Umgang Europas mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden und wünschte sich eine ähnliche Wertschätzung historischer Bauten in Japan, besonders aber für ihre Heimat Ônomichi. Im Gründungsjahr des Projektes stoppte sie den Abriss des sogenannten Gaudihauses, ein 1933 erbautes, architektonisch beeindruckendes Holzhaus im typisch japanischen Stil, welches durch seine mehrstöckige Konstruktion und Lage an einem Hang besticht und erwarb es für umgerechnet lediglich 16.000 Euro. Die Renovierung hielt sie in einem Blog fest und erhielt innerhalb eines Jahres über 100 Anfragen von Interessierten, die ebenfalls an diesem Projekt teilnehmen wollten. Seit Fertigstellung der aufwendigen Renovierung kann es für Events, Übernachtungen, Kunstaustellungen und dergleichen gemietet werden.
Einleitung: Einführung in den demografischen Wandel Japans als Ursache für den Häuserleerstand und Darlegung der Relevanz privater Initiativen.
1. Die Gefahren des Leerstandes und deren ausschlaggebende Faktoren: Analyse der Probleme durch leerstehende Gebäude und Untersuchung der rechtlichen wie ökonomischen Hürden für deren Abriss oder Nutzung.
2. Die Entwicklung der machizukuri Bewegung: Beleuchtung der historischen Entstehung und Entwicklung der bürgerzentrierten Stadtgestaltung zur Stärkung lokaler Gemeinschaften.
3. Das akiya saisei Projekt in der Stadt Ônomichi: Vorstellung des Modellprojekts in Ônomichi inklusive der innovativen, als Vermittler agierenden „akiya Bank“.
4. Ônomichis Popularität in den Medien als Instrument für die Revitalisierung: Untersuchung, wie Anime, Manga und soziale Medien gezielt zur Steigerung der Popularität und Gewinnung von Interessenten genutzt werden.
5. Die neue area renovation Bewegung: Analyse der methodischen Weiterentwicklung vom klassischen „machizukuri“ hin zu einer netzwerkbasierten, unternehmerischen Revitalisierungsstrategie.
Fazit – Ein Masterplan für ganz Japan?: Diskussion der Übertragbarkeit des Projekterfolgs von Ônomichi auf andere Regionen und Einordnung in den gesamtgesellschaftlichen Kontext.
Häuserleerstand, Akiya, Japan, Demografischer Wandel, Revitalisierung, Ônomichi, Machizukuri, Area Renovation, Stadtgestaltung, Bürgerbeteiligung, NPO, Anime-Tourismus, Immobilienmakler, Bevölkerungsrückgang, Regionale Entwicklung
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des zunehmenden Häuserleerstands (akiya) in ländlichen Regionen Japans und analysiert das Modellprojekt der Stadt Ônomichi als möglichen Lösungsansatz.
Die zentralen Themen umfassen demografischen Wandel, Stadtplanung, Bürgerpartizipation, digitale Vermarktungsstrategien im ländlichen Raum sowie die Rolle von Medien bei der Regionalentwicklung.
Das Hauptziel ist es zu prüfen, inwiefern das „akiya saisei“ Projekt aus Ônomichi als Masterplan für ganz Japan fungieren kann, um dem Verfall ländlicher Kommunen entgegenzuwirken.
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse der vorhandenen FachLiteratur sowie auf Fallbeispiele und Ansätze aus der Stadtplanung und Soziologie, um die Übertragbarkeit der Revitalisierungskonzepte zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Stufen: Von der Problemanalyse über die historische Entwicklung lokaler Initiativen (machizukuri) bis hin zur detaillierten Vorstellung des Ônomichi-Projekts und dessen mediale Verwertung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Akiya, Revitalisierung, Area Renovation, Demografischer Wandel sowie die mediale Inszenierung durch Anime und soziale Netzwerke.
Das Gaudihaus fungiert als Symbol des gesamten Projekts und zeigt, dass durch die Erhaltung historischer Bausubstanz ein touristisches Interesse geweckt und eine langfristige Nutzung etabliert werden kann.
Sie fungiert als professionelle Schnittstelle, die Vertrauen schafft, den Zustand von Gebäuden schätzt und die Kommunikation zwischen den ofte schwer auffindbaren Immobilieneigentümern und potenziellen Käufern koordiniert.
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