Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Forschungsstand
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Bezugsrahmen
2.1. Forschungsstand im deutschsprachigem Raum
2.2. Soziale Konstruktion von Geschlecht im Sport
2.2.1 Die Entwicklung des Frauensports
2.3. Massenmedien
2.3.1 Die Massenmedien als gesellschaftliches Teilsystem
2.3.2. Sport in den Massenmedien
3. Darstellung der Vergleichsstudien
3.1. Studie von Klein (1986)
3.1.1 Aufbau
3.1.2 Ergebnisse
3.1.3 Reflektion
3.2. Studie von Hartmann-Tews und Rulofs (2003)
3.2.1 Aufbau
3.2.2 Ergebnisse
3.3.3 Reflektion
4. Konzeption der empirischen Untersuchung
4.1. Forschungsziel und Fragestellung
4.2. Methodische Durchführung
4.3 Auswahl der Tageszeitungen
4.4 Kategoriensystem
4.5 Operationalisierung der Kategorien
5. Darstellung, Interpretation und Vergleich der Ergebnisse
5.1 Darstellung und Interpretation
5.1.1 Umfang der Berichterstattung
5.1.2 Sportarten
5.1.3 Leistungs- und Erfolgsbewertungen
5.1.4 Personenbeschreibungen
5.1.5 Privates und Nicht-Sportliche Karriere
5.1.6 Handeln unter Sportler*innen
5.2 Vergleich
5.2.1 Vergleich der ausgewählten Zeitungen
5.2.2 Historischer Vergleich
6. Fazit und Reflektion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie sich die mediale Darstellung von Sportlerinnen in deutschen Online-Medien im Vergleich zu vorangegangenen wissenschaftlichen Studien (Klein (1986); Hartmann-Tews und Rulofs (2003)) verändert hat.
1.1. Problemstellung und Forschungsstand
„Franzi van Speck: Als Molch holt man kein Gold“ titelte eine Berliner Boulevardzeitung, nachdem die damals 22-jährige deutsche Schwimmerin Franziska van Almsick im Jahr 2000 bei den olympischen Spielen in Sydney im 200-Meter-Freistil-Rennen ausschied. Diese offensichtliche öffentliche Diskriminierung des Äußeren einer jungen Athletin sorgte für viel Aufsehen und endete mit einer Entschuldigung des Chefredakteurs der Boulevardzeitung am nächsten Tag. In diesem Fall hatte die Zeitung für die Mehrheit der Leser*innen eindeutig den Bogen überspannt. Doch wenn das Aussehen von Athletinnen positiv medial hervorgehoben wird, gibt es keinerlei Proteste. Dies gehört oft zur alltäglichen Berichterstattung in den Medien dazu. Begriffe wie „Tennis-Beauty“ oder „Leichtathletik-Schönheit“ begleiten die Sportberichterstattung täglich.
Während der Olympischen Spiele in Tokio im Jahr 2021 berichtete die BILD-Zeitung nicht etwa über die athletischen Leistungen der deutschen Leichtathletin Alica Schmidt, sondern vielmehr über ihre Ernennung zur „World’s Sexiest Athlete“ oder über die aufgrund ihrer Schönheit besonders hohen Zahl an Instagram-Followern. Fast beiläufig wurde in der Presse erwähnt, dass es bei den Olympischen Spielen nicht nach ihren Vorstellungen lief. Die BILD-Zeitung schreibt: „Die Berlinerin gewann zwar keine Medaille, dafür aber knapp 400.000 Follower auf Instagram. Kein Wunder bei dieser Schönheit!“ (BILD, 2021).
Solche Beispiele sind keine Einzelfälle. Vergangene Studien zeigten, dass sich der Bezug auf das Außersportliche und die Begrenzung auf das Äußere durch die gesamte Berichterstattung im Frauensport zieht. Auch die Unterrepräsentanz von Sportlerinnen in den Medien wurde nahezu in jeder Studie zur Thematik festgestellt (vgl. Hartmann-Tews & Rulofs, 2003, Klein, 1986, Pfister, G., 2017).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der medialen Darstellung von Athletinnen ein und stellt die Relevanz der Arbeit sowie die zentrale Forschungsfrage dar.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Hier werden der Forschungsstand zum Thema, die soziale Konstruktion von Geschlecht im Sport sowie die Funktion der Massenmedien als gesellschaftliche Teilsysteme theoretisch fundiert.
3. Darstellung der Vergleichsstudien: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Referenzstudien von Klein (1986) und Hartmann-Tews und Rulofs (2003) als Basis für die eigene Empirie.
4. Konzeption der empirischen Untersuchung: Das Kapitel erläutert die methodische Durchführung, die Stichprobenauswahl (BILD/WELT), das Kategoriensystem und dessen Operationalisierung.
5. Darstellung, Interpretation und Vergleich der Ergebnisse: Hier erfolgt die Präsentation der empirischen Daten, deren Interpretation sowie der finale Abgleich mit den historischen Vergleichsstudien.
6. Fazit und Reflektion: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse kritisch zusammen, reflektiert die methodischen Grenzen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Sportberichterstattung, Athletinnen, Medienanalyse, Doing Gender, Boulevardisierung, Geschlechterdarstellung, Sportsoziologie, Frauensport, Online-Medien, Inhaltsanalyse, Sexualisierung, Sportmedien, Repräsentanz, Gender Studies, Leistungsbewertung
Die Arbeit untersucht, wie Sportlerinnen in der aktuellen deutschen Tagespresse dargestellt werden und inwiefern sich diese Darstellung über die letzten Jahrzehnte im Vergleich zu historischen Studien verändert hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Sichtbarkeit von Frauen im Sportjournalismus, der Art der Berichterstattung (sportlich vs. außersportlich) sowie der Verwendung geschlechtsspezifischer Stereotype.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie sich die mediale Darstellung von Athletinnen seit den maßgeblichen Untersuchungen von Klein (1986) und Hartmann-Tews/Rulofs (2003) gewandelt hat.
Es wurde eine umfangreiche quantitative und qualitative Inhaltsanalyse von Online-Artikeln der Zeitungen BILD und WELT für den Zeitraum März bis November 2021 durchgeführt.
Neben dem theoretischen Rahmen zu Massenmedien und „Doing Gender“ erfolgt eine detaillierte Auswertung der empirischen Kategorien wie Umfang, Sportart, Personalisierung und Erfolgsbewertung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sportberichterstattung, Gender-Konstruktion, Boulevardisierung, Frauenbilder im Sport und Medienwirkungsforschung charakterisieren.
Die Untersuchung zeigt, dass beide Medientypen ähnliche Tendenzen in der Berichterstattung aufweisen, wobei die BILD-Zeitung zu einer etwas stärkeren Personalisierung und übertreibenden Darstellung neigt.
Es zeigt sich, dass Beschreibungen des Äußeren bei Athletinnen auch im Jahr 2021 signifikant häufiger vorkommen als bei Sportlern, was die historische Kontinuität bestimmter Diskursmuster unterstreicht.
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