Magisterarbeit, 2007
145 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Methoden und Quellen
2 Ethnologie und Entwicklungszusammenarbeit
2.1 Entwicklungsethnologie
2.2 Ethnologie der Entwicklung
2.3 Aktionsethnologie
3 Indigene Völker in Lateinamerika: Vom Objekt zum Subjekt
3.1 Klassischer Indigenismus: Hauptziel Integration
3.1.1 Rolle der Ethnologie
3.2 Neoindigenismus: Das neue Konzept des etnodesarrollo
3.2.1 Rolle der Ethnologie
3.3 Indianismus: Was ist indigene Entwicklung?
4 Beispiele der „Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern“
4.1 Entwicklungszusammenarbeit der Weltbank mit indigenen Völkern
4.1.1 Entwicklungsprojekt für indigene Völker in Ecuador
4.1.1.1 Kontext: Politische Organisationen Indigener Völker in Ecuador
4.1.1.2 Geschichte und Aufbau des Projekts
4.1.1.3 Sozialwissenschaftliche Rahmenkonzepte des Projekts
4.1.1.4 Ergebnisse
4.1.1.5 Rolle der Ethnologie im Projekt?
4.2 Deutsche „Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern“
4.2.1 Projekt zur Stärkung indigener Organisationen im Amazonasbecken
4.2.1.1 Kontext: Politische Organisationen Indigener Völker Amazoniens
4.2.1.2 Geschichte und Aufbau des Projektes
4.2.1.3 Konzeption: Regionaler Ansatz
4.2.1.4 Ergebnisse
4.2.1.5 Rolle der Ethnologie im Projekt?
4.2.2 Eigene Arbeitserfahrung mit der GTZ in Ecuador
4.2.2.1 Meine Rolle als Ethnologin
4.3 Diskussion und Vergleich der Ansätze
5 Ethnologie und „Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern“
Fazit: Welche (neuen) Rollen kann die Ethnologie übernehmen?
Die Arbeit untersucht die Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern in Lateinamerika. Ziel ist es, die kontroversen Debatten über die Beteiligung von Ethnologen in diesem Feld zu analysieren, historische Entwicklungen vom "Objekt" zum "Subjekt" indigener Völker zu beleuchten und anhand konkreter Beispiele der Weltbank und der GTZ zu hinterfragen, wie soziokulturelle Kontextfaktoren in der Praxis berücksichtigt werden und welche neuen Rollen Ethnologen dabei einnehmen können.
3.1.1 Rolle der Ethnologie
Das Gedankengut des klassischen Indigenismus bildete das vorherrschende Forschungsparadigma in der lateinamerikanischen Ethnologie der 1940-er bis 1970er Jahre. Dies galt sowohl für evolutionistisch beeinflusste Ethnologen als auch für diejenigen, die der funktionalistischen oder der kulturrelativistischen Schule anhingen. Die zunächst evolutionistischen Gedanken, die während der Kolonialzeit und auch nach der Unabhängigkeit vorherrschten, wurden von einem funktionalistischen Gedankengut abgelöst, das die sozialen und wirtschaftlichen Realitäten verstehen und daraufhin transformieren wollte. Es sollten die Funktionen der Kulturelemente erforscht werden, um danach diese durch „funktionsfähigere“ Alternativen zu ersetzen (Medina 2000:64; Rodríguez 1991:41).
Diese funktionalistischen Überlegungen wurden von Theoretikern kritisiert, die eher kulturrelativistisch beeinflusst waren, da jene davon überzeugt waren, dass die Unterschiedlichkeit der Gesellschaften und Kulturen respektiert und keine Integration in die Mehrheitsgesellschaft erzwungen werden sollte. Dennoch bemühten sich, auch die kulturrelativistisch beeinflussten Ethnologen Lateinamerikas um einen Prozess der „Akulturation“, der eine fortschreitende Eingliederung in die dominante Gesellschaft durch die nominelle Anerkennung ihrer unterschiedlichen Kulturen und Entwicklungen „weniger schmerzhaft“ machen sollte (Rodríguez 1991:41).
Einleitung: Einführung in die Thematik der Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit und Darlegung der Forschungsfragen.
1 Methoden und Quellen: Erläuterung des methodischen Vorgehens, basierend auf Literaturanalyse, Praktikumserfahrungen bei der GTZ und Experteninterviews.
2 Ethnologie und Entwicklungszusammenarbeit: Theoretische Auseinandersetzung mit der Einteilung in Entwicklungsethnologie, Ethnologie der Entwicklung und Aktionsethnologie.
3 Indigene Völker in Lateinamerika: Vom Objekt zum Subjekt: Historische und politische Analyse, wie indigene Völker zu politischen Subjekten wurden und sich das Konzept des Indigenismus wandelte.
4 Beispiele der „Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern“: Analyse konkreter Projekte der Weltbank und GTZ, inklusive eigener Praxiserfahrungen.
5 Ethnologie und „Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern“: Zusammenfassende Diskussion über notwendige personelle Verankerung und praktische Anforderungen an Ethnologen.
Fazit: Welche (neuen) Rollen kann die Ethnologie übernehmen?: Schlussbetrachtung zur Positionierung von Ethnologen zwischen Entwicklungsinstitutionen und indigenen Akteuren.
Ethnologie, Entwicklungszusammenarbeit, Indigene Völker, Lateinamerika, etnodesarrollo, Weltbank, GTZ, indigene Organisationen, Soziale Organisation, interkulturelle Entwicklung, Partizipation, Indigenismus, Indianismus, Entwicklungspraxis, Kontextanalyse.
Die Arbeit untersucht die Rolle und Beteiligung von Ethnologen in der staatlichen und multilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit indigenen Völkern in Lateinamerika.
Die Schwerpunkte liegen auf den historischen Wandlungsprozessen des Indigenismus, der Bedeutung soziokultureller Analysen für Entwicklungsprojekte sowie der Kritik an paternalistischen Ansätzen.
Es wird erforscht, wie sich die Rolle der Ethnologie verändert hat und welche Funktionen Ethnologen heute – im Spannungsfeld zwischen Entwicklungsinstitutionen und emanzipierten indigenen Akteuren – sinnvoll übernehmen können.
Die Arbeit kombiniert eine umfangreiche Literaturrecherche mit empirischen Daten aus einem Praktikum bei der GTZ in Ecuador sowie qualitativen Interviews mit Experten und indigenen Vertretern.
Im Hauptteil erfolgt eine theoretische Einordnung ethnologischer Strömungen, gefolgt von einer detaillierten Analyse von Projekten der Weltbank (PRODEPINE) und der GTZ (COICA, Projekt in Napo).
Ethnologie, Indigene Völker, Entwicklungszusammenarbeit, etnodesarrollo, Partizipation, indigene Organisationen, soziokulturelle Kontextanalyse.
Sie schätzt ihre Rolle als Ethnologin in der Planung als notwendig ein, um kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen, merkt jedoch an, dass die Zeit für eine tiefgehende Analyse zu kurz war und wirtschaftliche Vorgaben der GTZ die soziokulturellen Aspekte oft überlagerten.
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Fokussierung auf eine zentrale Führungsebene (Generalkoordinator), die die heterogene Basis der indigenen Gemeinschaften vernachlässigte und bei internen Spaltungen der Organisation das gesamte Projekt gefährdete.
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