Bachelorarbeit, 2022
55 Seiten, Note: 1,0
1 Elterliche Erkrankung
1.1 Klassifikation und Symptomatik nach der ICD-10
1.1.1 Affektive Störungen
1.1.2 Unipolar depressive Störungen
1.2 Entstehung und Aufrechterhaltung
1.2.1 Das Vulnerabilitäts-Stress Modell
1.2.2 Das Modell der erlernten Hilflosigkeit
1.2.3 Das kognitive Modell
2 Kindliche Entwicklung
2.1 Kindheitsbegriff
2.2 Entwicklungsbegriff
2.2.1 Soziale Entwicklung
2.2.2 Emotionale Entwicklung
2.3 Bedeutung und Faktoren der sozial-emotionalen Entwicklung
2.3.1 Risikofaktoren
2.3.2 Schutzfaktoren
3 Einflussfaktoren der elterlichen Erkrankung auf die kindliche Entwicklung
3.1 Lebenssituation der Kinder depressiver Eltern
3.1.1 Belastungen der Kinder depressiver Eltern
3.1.2 Bewältigungsstrategien der Kinder depressiver Eltern
3.2 Erziehungsverhalten depressiver Eltern
3.3 Eltern-Kind-Beziehung
3.4 Ausblick ins Erwachsenenalter der Kinder
4 Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
4.1 Die Kinder- und Jugendhilfe
4.1.1 Aufgaben und Ziele
4.1.2 Handlungsfelder
4.2 Hilfen zur Erziehung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz
4.2.1 Erziehungsberatung
4.2.2 Soziale Gruppenarbeit
4.2.3 Erziehungsbeistandschaft
4.2.4 Sozialpädagogische Familienhilfe
4.2.5 Erziehung in einer Tagesgruppe
4.3 Herausforderungen sozialarbeiterischer Maßnahmen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen unipolarer Depressionen bei Eltern auf die sozial-emotionale Entwicklung ihrer Kinder und reflektiert die Handlungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe. Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterstützende Hilfen zur Erziehung wirksam eingesetzt werden können, um die gesunde Entwicklung dieser Kinder zu fördern.
1.2.2 Das Modell der erlernten Hilflosigkeit
Das Modell der erlernten Hilflosigkeit stammt aus den 1970er Jahren und wurde von dem US-amerikanischen Psychologen Seligman entwickelt (Essau, 2007, S. 106f). Er nimmt an, dass Menschen, die wiederholt die Erfahrung machen, dass sie Situationen aus ihrer Umwelt nicht kontrollieren können, eine Selbstunwirksamkeitserwartung an zukünftige Situationen entwickeln (Essau, 2007, S. 107). Sie erlernen laut Seligman, hilflos und handlungsunfähig zu sein, selbst wenn Handlungsmöglichkeiten bestehen (Essau, 2007, S. 107). Eine Depression entsteht somit nach dem Modell der erlernten Hilflosigkeit nicht etwa durch eine Situation selbst, sondern als Folge der wiederholt erfahrenen, erlernten und erwarteten Unkontrollierbarkeit bzw. Selbstunwirksamkeit (Essau, 2007, S. 107). Auf diese Weise lassen sich einige depressive Symptome, wie z. B. die fehlende Motivation zu handeln und das verringerte Selbstbewusstsein bzw. Selbstvertrauen erklären (Essau, 2007, S. 107; Mohr et al., 2017, S. 32).
Nicht mit diesem Modell der erlernten Hilflosigkeit zu erklären ist allerdings, dass es Menschen gibt, die trotz wiederholter Erfahrung von Unkontrollierbarkeit langfristig handlungsfähig bleiben, d. h. keine Erwartung ihrer Selbstunwirksamkeit entwickeln und nicht an einer Depression erkranken. In Anbetracht dessen wurde das Modell der erlernten Hilflosigkeit um die Attributionstheorie erweitert (Essau, 2007, S. 107). Als Attribution wird die Ursachenzuschreibung eines Menschen für ein Ereignis bezeichnet (Essau, 2007, S. 107). Je nach Attributionsstil des Menschen kann diese unterschiedlich ausfallen (Essau, 2007, S. 107).
1 Elterliche Erkrankung: Dieses Kapitel klassifiziert die unipolare Depression medizinisch und erläutert relevante psychologische Störungsmodelle zu ihrer Entstehung.
2 Kindliche Entwicklung: Hier werden Grundlagen der Kindheitsentwicklung sowie die Bedeutung von Risiko- und Schutzfaktoren für die sozial-emotionale Kompetenz des Kindes definiert.
3 Einflussfaktoren der elterlichen Erkrankung auf die kindliche Entwicklung: Das Kapitel analysiert die konkreten Belastungen, Bewältigungsstrategien und das gestörte Bindungsverhalten, welches Kinder psychisch erkrankter Eltern häufig erleben.
4 Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit: Hier werden verschiedene Hilfen zur Erziehung kritisch beleuchtet und Herausforderungen für die praktische Umsetzung der Sozialen Arbeit diskutiert.
Klinische Psychologie, Soziale Arbeit, Unipolare Depression, Kinder psychisch kranker Eltern, Sozial-emotionale Entwicklung, Kindheitsentwicklung, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Erziehungsverhalten, Eltern-Kind-Bindung, Kinder- und Jugendhilfe, Erziehungsberatung, Hilfen zur Erziehung, Emotionsregulation, Resilienz
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen, die eine unipolare Depression von Eltern auf die sozial-emotionale Entwicklung ihrer Kinder hat, und untersucht, wie die Soziale Arbeit hier unterstützend tätig werden kann.
Zentrale Felder sind die klinischen Grundlagen der Depression, die Entwicklungspsychologie des Kindes, die spezifische Lebenssituation dieser Kinder sowie das Spektrum der Hilfen zur Erziehung.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie wirken sich elterliche Depressionen auf die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder aus und was sind Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit?“
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse vorhandener empirischer Literatur und Studien basiert.
Der Hauptteil analysiert die elterliche Störung, die kindliche Entwicklung, Wechselwirkungen zwischen der Erkrankung und dem Erziehungsverhalten sowie die Wirksamkeit spezifischer sozialpädagogischer Hilfsangebote.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Resilienz, Emotionsregulation, Eltern-Kind-Bindung, Risikofaktoren sowie die verschiedenen Leistungen nach dem SGB VIII wie Erziehungsberatung oder Familienhilfe.
Depressive Eltern sind oft weniger feinfühlig, was häufig zu einer unsicher-desorganisierten Bindung bei ihren Kindern führt, da die elterlichen Reaktionen für das Kind oft schwer vorhersagbar sind.
Dabei übernehmen Kinder vorzeitig Verantwortung für ihre Eltern oder den Haushalt, weil die psychisch erkrankten Eltern dies nicht mehr leisten können, was die eigene Entwicklung des Kindes stark beeinträchtigen kann.
Da Depressionen eine medizinische Behandlung benötigen, reicht Soziale Arbeit allein oft nicht aus; eine langfristige Unterstützung gelingt am besten durch multidisziplinäre Zusammenarbeit der Hilfesysteme.
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