Diplomarbeit, 2008
103 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung
2. Das Konzept des Conservatism in der externen Rechnungslegung
2.1 Motive konservativer Rechnungslegung
2.1.1 Ein Exkurs: Der Prinzipal-Agenten-Ansatz
2.1.2 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Managemententlohnungsverträge
2.1.3 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Kreditverträge
2.1.4 Das Rechtsstreitmotiv
2.1.5 Das Steuerbemessungsmotiv
2.1.6 Das Regierungsinterventionsmotiv
2.1.7 Das Motiv der Standardsetter
2.1.8 Zwischenfazit zu den Motiven
2.2 Ausprägungen konservativer Rechnungslegung
2.2.1 Ex ante Conservatism
2.2.2 Ex post Conservatism
2.2.3 Zwischenfazit zu den Ausprägungen konservativer Rechnungslegung
2.3 Zwischenfazit zum Conservatism
3. Die Modelle von Ohlson (1995) und Feltham-Ohlson (1995/1996)
3.1 Bedeutung der Modelle
3.2 Das Ohlson-Modell 1995
3.2.1 Das Residualgewinnmodell: Bewertung mit zukünftigen Rechnungslegungsdaten
3.2.2 Das lineare Informationsmodell: Bewertung mit aktuellen Rechnungslegungsdaten
3.2.3 Zwischenfazit zum Ohlson-Modell 1995
3.3 Das Feltham-Ohlson-Modell 1995
3.3.1 Das operative Residualgewinnmodell
3.3.2 Berücksichtigung von Conservatism und Wachstum im linearen Informationsmodell
3.3.3 Zwischenfazit zum Feltham-Ohlson-Modell 1995
3.4 Das Feltham-Ohlson-Modell 1996
3.4.1 Bewertung mit aktuellen Kapitalflussgrößen
3.4.2 Abschreibungspolitik und positive Kapitalwerte
3.4.3 Sonstige Informationen und ereignisabhängige Abschreibungen
3.4.4 Zwischenfazit zum Feltham-Ohlson-Modell 1996
3.5 Zwischenfazit zu den Ohlson- und Feltham-Ohlson-Modellen
4. Empirische Untersuchungen der Modelle
4.1 Ein erster Praxistest der Modelle
4.2 Analystenprognosen als sonstige Informationen
4.3 Informationsineffizienz als mögliche Fehlerquelle
4.4 Modifikation der Modellierung des Conservatism
4.5 Zwischenfazit zu den empirischen Untersuchungen
5. Fazit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des Rechnungslegungsprinzips des Conservatism auf die Bewertung von Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, die theoretische Herleitung der Modelle von Ohlson (1995) sowie Feltham-Ohlson (1995/1996) zu analysieren, deren Umgang mit konservativer Rechnungslegung kritisch zu hinterfragen und empirische Umsetzungen dieser Bewertungsmodelle auf ihre Zuverlässigkeit bei der Ermittlung des Unternehmenswertes zu prüfen.
2.1.1 Ein Exkurs: Der Prinzipal-Agenten-Ansatz
Voraussetzung einer Prinzipal-Agenten-Beziehung ist ein Vertragsverhältnis zwischen einem auftraggebenden Prinzipal und einem beauftragten Agenten. Abweichend von der neoklassischen Annahme vollständiger Information besteht zwischen diesen beiden Parteien eine asymmetrische Informationsverteilung zu Gunsten des Agenten. Diese Informationsasymmetrie kann darauf basieren, dass die Handlungen des Agenten vom Prinzipal nicht kontrolliert werden können oder der Agent durch Beobachtungen, die sein Vertragspartner nicht gemacht hat, einen Wissensvorteil hat. Dies eröffnet dem Agenten einen diskretionären Handlungsspielraum. Verfolgen die zwei Vertragsparteien unterschiedliche Ziele, kann und wird der Agent, dem ein opportunistisches Verhalten unterstellt sei, diesen Handlungsspielraum zur Maximierung seines eigenen Nutzens zum Schaden des Prinzipals ausnutzen.
Zur Lösung dieses Problems bestehen zwei Möglichkeiten. Erstens kann der Prinzipal dem Agenten einen Anreiz bieten, sein Verhalten zu ändern. Mögliche Anreize sind vertraglich vereinbarte Belohnungen für Handlungen im Sinne des Prinzipals bzw. Sanktionen für gegensätzliche Handlungen. Zweitens kann versucht werden, die asymmetrische Informationsverteilung zwischen den beiden Parteien zu verringern.
Wird das Unternehmen im Rahmen des Prinzipal-Agenten-Ansatzes als Netzwerk von Verträgen angesehen, kommt dem Management in den entspechenden Kontrakten die Agentenrolle zu. Die externe Rechnungslegung erfüllt in diesem Zusammenhang den genannten Zweck der Reduzierung der asymmetrischen Informationsverteilung zu Lasten der am Unternehmen beteiligten Stakeholder. Damit die Rechnungslegung den Prinzipal-Agenten-Konflikt tatsächlich mildern kann, muss ausgeschlossen sein, dass sie vom im Eigeninteresse agierenden Management manipuliert werden kann.
1. Problemstellung: Dieses Kapitel motiviert die Notwendigkeit der Arbeit durch die steigende Bedeutung der Kapitalmarktforschung und die Problematik asymmetrischer Information.
2. Das Konzept des Conservatism in der externen Rechnungslegung: Es werden die ökonomischen Motive für konservative Rechnungslegung sowie deren ex ante- und ex post-Ausprägungen detailliert erörtert.
3. Die Modelle von Ohlson (1995) und Feltham-Ohlson (1995/1996): Hier erfolgt die mathematische Herleitung und kritische theoretische Würdigung der drei zentralen Bewertungsmodelle.
4. Empirische Untersuchungen der Modelle: Dieses Kapitel prüft die Praxistauglichkeit der Modelle anhand ausgewählter empirischer Studien und thematisiert Fehlerquellen bei der Modellumsetzung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Eignung der Modelle zur Unternehmensbewertung unter realen Marktbedingungen.
Conservatism, Vorsichtsprinzip, Ohlson-Modell, Feltham-Ohlson-Modell, Residualgewinnmodell, Ex ante Conservatism, Ex post Conservatism, Kapitalmarktforschung, Bewertungsrelevanz, Clean Surplus Accounting, Unternehmensbewertung, Informationsasymmetrie, Kapitalstruktur, Investitionspolitik, Bilanzpolitik
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Basis und der empirischen Validität der Bewertungsmodelle von Ohlson und Feltham-Ohlson, speziell im Hinblick auf deren Umgang mit dem Vorsichtsprinzip (Conservatism).
Die zentralen Felder sind die externe Rechnungslegung, die Unternehmensbewertung auf Basis von Jahresabschlussdaten sowie die empirische Kapitalmarktforschung.
Ziel ist es zu klären, ob und wie die Modelle den Effekt konservativer Rechnungslegung erfassen können und wie gut sie den Marktwert von Unternehmen in der Praxis abbilden.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung der Bewertungsmodelle und analysiert anschließend existierende empirische Studien zur Überprüfung dieser Modelle.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der Modelle (Kapitel 3) und die Analyse ihrer Anwendung in verschiedenen empirischen Studien (Kapitel 4).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Conservatism, Residualgewinn, lineare Informationsmodelle und Bewertungsrelevanz geprägt.
Analystenprognosen dienen in der empirischen Umsetzung als Proxy (Ersatzwert) für die "sonstigen Informationen" (ν), die in den linearen Informationsmodellen benötigt werden.
Das Clean Surplus Accounting ist eine zentrale Annahme der Modelle. Die Arbeit hinterfragt, ob die reale Rechnungslegungspraxis diese Prämisse verletzt und welche Auswirkungen dies auf die Modellgüte hat.
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