Diplomarbeit, 2005
75 Seiten, Note: gut
Vorwort
A) Einleitung
B) Theoretischer Teil
1 Definitorisches
2 Betrachtung der aktuellen Geschlechtersituation in ihrer Bedeutung für Männer in sozialpädagogischen Berufen
2.1 Bildung der Geschlechtsidentität
2.2 Theorien der Geschlechtsrollenentwicklung
2.2.1 Psychologische Theorien
2.2.2 Biologische und evolutionsbiologische Ansätze
2.3 Auswirkungen der Anwesenheit beider Geschlechter auf die Entwicklung einer Geschlechtsidentität
2.3.1 Vorbild und Modell
2.3.2 „Der“ Mann
Exkurs 1: Männerquote an Grundschulen
3 Geschichte der institutionellen Kindertagesbetreuung
3.1 Gesellschaftliche Entwicklungen
3.2 Ein „Mutterberuf“
3.3 Männliche Gründer
3.4 Weibliche Betreuerinnen
3.5 Ausbildungen zur Kinderbetreuung
3.6 Öffnung der Ausbildungen
4 Rahmenbedingungen von Kinderbetreuung
4.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
4.1.1 Das Kinder– und Jugendhilfegesetz (KJHG)
4.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.2.1 Europäische Union
4.2.2 Anzahl und Personal in Tageseinrichtungen
4.2.3 Berufe und Einkommen in Tageseinrichtungen
4.2.4 Ausbildung und Berufe zur sozialpädagogischen Fachkraft
5 Situationen von Männern als sozialpädagogische Fachkräfte in der täglichen Betreuung von Kindern
5.1 Spezifische Erfahrungen in der Berufsausbildung
5.1.1 Männer mit beruflicher Vorbildung
5.1.2 Männer in der Ausbildung zur sozialpädagogischen Fachkraft
5.1.3 Männer und Umfeldreaktionen
5.2 Spezifische Erfahrungen in der Berufsausübung
5.2.1 Kinder und ihre Reaktionen auf Männer
5.2.2 Erfahrungen im Team
5.2.3 Besondere Erwartungen gegenüber dem Mann
5.2.4 Ein Phasenmodell
5.2.5 Eltern der Kinder
5.2.6 Fehlen der Männer und deren Mystifizierung
5.2.7 Ein Mann als Qualitätsmerkmal
5.2.8 Klagen über Männer
5.2.9 Chancengleichheit
5.2.10 Der geforderte Mann
5.2.11 Ein kleiner Unterschied
5.3 Auseinandersetzungen mit der Rolle
5.3.1 Selbstbild von Männern in Tageseinrichtungen für Kinder
5.3.2 Netzwerke und Fortbildungen als Chance für eine Minderheit
Exkurs 2: „Magnete auf zwei Beinen“
C) Methodischer Teil
6 Forschungsfrage und Hypothesen
7 Forschung
7.1 Forschungsansatz
7.2 Forschungsmethodik
7.2.1 Leitfadeninterview
7.2.2 Mein Leitfadeninterview
8 Inhaltsanalytische Auswertung der Interviews
8.1 Methode der Inhaltsanalyse
8.2 Techniken der qualitativen Inhaltsanalyse
8.3 Mein Kategoriensystem
8.4 Gesamtauswertung des Materials
D) Schlussfolgerung: Männer als sozialpädagogische Fachkräfte in Tageseinrichtungen für Kinder
Die Arbeit untersucht die besonderen Erfahrungen von Männern, die als sozialpädagogische Fachkräfte in einem überwiegend weiblich geprägten Arbeitsfeld – den Tageseinrichtungen für Kinder – tätig sind. Ziel ist es, durch eine qualitative Untersuchung den Exotenstatus dieser Männer zu beleuchten und Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich ihre Rolle, das soziale Umfeld und die Integration in Teams gestalten.
5.2.4 Ein Phasenmodell
ENGELHARDT (vgl. 1998: 202f) unterscheidet verschiedene Phasen, die Männer als sozialpädagogische Fachkräfte durchlaufen können:
Hausmeisterphase: ein Rückgriff auf „Männerarbeit“ (Reparieren von Fahrrädern, Baumhauskonstruktion, usw.) wird vollzogen. Gruppendynamisch spricht man vom sog. Push-Pull–Effekt. Das Team, überwiegend aus Frauen bestehend, drückt den Mann in die Hausmeisterfunktionen, diese Tätigkeiten des Mannes werden bestärkt. Der „pull“–Effekt heißt dann gleichzeitig; Es „Ist auch nur ein Mann, der sich hinter seinen Werkzeugen versteckt, und es wahrscheinlich schwer hat seine Gefühle zu zeigen“ (ENGELHARDT 1998: 202).
Kumpel- und Raufphase: Diese beginnt dadurch, dass Jungen den Mann als interessantes Objekt für ihre Bedürfnisse nach mehr Bewegung ansehen. Sicherlich mischen auch Mädchen mit. Wichtig ist, wie Körperkontakt legitimiert wird, ohne dem Mann dabei sexuelle Absichten zu unterstellen. Junge Erzieher äußern hinsichtlich des Körperkontakts mit Kindern eine besondere Scheu. Besonders während der Bring– und Abholzeiten der Eltern vermeiden diese jungen Erzieher den Körperkontakt zu Kindern, um so nicht mit dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs konfrontiert zu werden.
Alle-sind-Mütter-Phase: Die Kinder handeln aus der Gewissheit heraus: Männer können auch Geborgenheit vermitteln, sie sind in der Lage zu trösten und zu nähren. Die Kinder setzen Geborgenheit mit Mütterlichkeit gleich.
Differenzierungs- und Konsolidierungsphase: Krisen werden als Möglichkeiten für persönliches Wachstum angesehen. Der Mann setzt sich mit seiner Rolle und seiner Identität als Mann in der Einrichtung auseinander, er selbst bringt die Bereitschaft und die Reflexionsfähigkeit mit. Dadurch kann, laut ENGELHARDT ein fruchtbarer Prozess für alle Beteiligten entstehen.
A) Einleitung: Die Einleitung definiert die Fragestellung nach den spezifischen Erfahrungen von Männern in einem weiblich dominierten Arbeitsfeld und bettet das Thema in den Kontext der Chancengleichheit ein.
B) Theoretischer Teil: Dieser Teil legt die wissenschaftlichen Grundlagen dar, angefangen bei Begriffserklärungen über psychologische und biologische Theorien zur Geschlechtsrollenentwicklung bis hin zur historischen Analyse der Kinderbetreuung.
C) Methodischer Teil: Hier wird das Forschungsdesign beschrieben, das auf einem Leitfadeninterview basiert, um die subjektiven Erfahrungen der männlichen Fachkräfte systematisch zu erfassen.
D) Schlussfolgerung: Männer als sozialpädagogische Fachkräfte in Tageseinrichtungen für Kinder: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung von Netzwerken und gibt einen Ausblick auf die notwendige Professionalisierung und Aufwertung des Erzieherberufs.
Sozialpädagogische Fachkraft, Erzieher, Geschlechtsidentität, Kinderbetreuung, Männeranteil, Rollenbilder, Kindertagesstätte, Berufserfahrung, Gender Mainstreaming, männliche Vorbilder, Teamdynamik, Netzwerkarbeit, Leitfadeninterview, Berufssozialisation, Chancengleichheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation und den Erfahrungen von Männern, die als Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen arbeiten – ein Berufsfeld, das historisch und aktuell stark von Frauen dominiert ist.
Im Fokus stehen die Geschlechtsrollenentwicklung, die historische Entwicklung des Erzieherberufs, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die täglichen Praxiserfahrungen von Männern im Umgang mit Kindern, Eltern und Teamkollegen.
Das Hauptziel ist es, die besonderen Erfahrungen und Herausforderungen zu identifizieren, denen Männer in einem überwiegend weiblich orientierten Arbeitsfeld begegnen, und dabei ihren „Exotenstatus“ zu analysieren.
Der Autor verwendet einen qualitativen Ansatz und führt Leitfadeninterviews mit acht Männern durch, um deren subjektive Sichtweisen und Erfahrungen im Berufsalltag zu erfassen und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die geschichtliche Entwicklung, die Analyse aktueller Rahmenbedingungen sowie die detaillierte Auswertung der geführten Experteninterviews zu den Themen Ausbildung, Berufsalltag und Selbstbild.
Zentrale Begriffe sind Sozialpädagogische Fachkraft, Geschlechtsidentität, Rollenbilder, Kindertageseinrichtung und Chancengleichheit.
Die Arbeit zeigt, dass Kinder Männern im Kindergarten meist positiv begegnen und sie oft in familienähnliche Strukturen integrieren, wobei Männern häufig eine spezielle Rolle beim körperbetonten Spiel oder als männliches Identifikationsvorbild zugeschrieben wird.
Netzwerke werden als sehr positiv bewertet, da sie Männern den fachlichen Austausch ermöglichen, bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle helfen und die Fluktuation in diesem Arbeitsfeld mindern können.
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