Examensarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Auswahl, Begründung und Darstellung des Unterrichtsgegenstandes
2.1 Das Lernfeld 1: Metallische Untergründe bearbeiten
2.2 Verarbeitungs- und Umgebungsbedingungen: Tauwasserbildung auf Beschichtungsuntergründen
2.3 Verarbeitungs- und Umgebungsbedingungen in der Norm, den Richtlinien und den Merkblättern
2.4 Das Wasser und seine Zustandsformen
2.4.1 Das Wassermolekül und die zwischenmolekularen Kräfte
2.4.2 Phasenübergang des Wassers I: Die Verdunstung
2.4.3 Phasenübergang des Wassers II: Die Kondensation
2.4.4 Die entscheidenden Einflussfaktoren für die Entstehung von Tauwasser
2.5 Die Bestimmung des Taupunktes bei Beschichtungsarbeiten
2.6 Der exemplarische Charakter des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserbildung
3 Wahrnehmungs- und Lernpsychologische Voraussetzungen
3.1 Menschliche Wahrnehmungsprozesse
3.2 Begriffe: Resultat von Klassifikationen und Grundlage der Verständigung
3.3 Intention: Die Idee der ästhetischen Bildung in Berufsbildungsprozessen
4. Ästhetische Berufsbildungsprozesse: Ideenskizze für die Gestaltung einer konkreten Lernsituation am Beispiel des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserausfall
4.1 Schülerbezogene Planungsfaktoren
4.2 Unterrichtsziele
4.3 Der Unterrichtseinstieg
4.4 Die Erarbeitung durch die Lernenden
4.5 Der Transfer auf die bauliche Situation
4.6 Transfermöglichkeiten des Unterrichtsgegenstandes in weitere Lernfelder und Lernsituationen
4.6.1 Der ‚Taupunkt’ in literarisch-mythologischer Darstellung
4.6.2 ‚Schauer auf Bestellung’: Wasser als lebenswichtiger Rohstoff und begrenzte Ressource
4.6.3 Relative, maximale und tatsächliche Luftfeuchtigkeit als Gegenstand des Mathematikunterrichtes
4.6.4 Wärmebildaufnahme einer Fassade: Ermittlung der Ursachen für Algenbildung
5 Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel, angehenden Malern und Lackierern sowie Bauten- und Objektbeschichtern durch die Auseinandersetzung mit dem physikalischen Phänomen der Tauwasserbildung ein tieferes Verständnis für fachgerechte Beschichtungsprozesse zu vermitteln. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Wahrnehmungsprozesse und eine ästhetische Bildung in den Berufsbildungsprozess integriert werden können, um Handlungskompetenz jenseits von schematischem Musterwissen zu fördern.
2.4.1 Das Wassermolekül und die zwischenmolekularen Kräfte
„Ihre Hände sind die Wasserstoffatome, Ihre Fußknöchel die freien Elektronenpaare des Sauerstoffs. Stellen Sie die Beine auseinander (wenn Sie einen Winkel von etwa 109° hinbekommen, ist das sehr gut – aber Sie sollten nichts erzwingen). Drehen Sie sich in der Hüfte um 90° und strecken Sie die Arme aus – schon sind Sie H2O. Für die wechselseitige Anlagerung von Wassermolekülen gibt es nur eine Regel: Hände können Knöchel ergreifen und sonst nichts. Dieser Griff ist eine Wasserstoffbrücke“ (BALL 2001, 214).
Das Wassermolekül H2O bildet sich aus der Sauerstoffverbindung des Wasserstoffs. Die physikalische Bezeichnung lautet Wasserstoffoxid. Das Wassermolekül besteht aus einem Sauerstoff und zwei Wasserstoffatomen. Das Sauerstoffatom hat zwei Bindungsrichtungen, die in einem Winkel von ca. 105° zueinander stehen. Aus diesem Winkel ergibt sich für das Wassermolekül die Form eines annähernd gleichmäßigen Tetraeders.
Zwei der vier Ecken dieses dreiseitigen Körpers werden durch die Wasserstoffatome, die anderen beiden durch jeweils zwei Elektronen besetzt. Es handelt sich dabei um Elektronen aus der äußeren Hülle des Sauerstoffatoms, die nicht an der Bindung zwischen „den Atomen des Moleküls beteiligt sind, aber dennoch irgendwo hinmüssen“ (BALL 2001, 211). Zwischen Wasserstoff- und Sauerstoffatom herrscht eine große Elektronegativitätsdifferenz, sie bedingt eine starke Polarisierung der Wassermoleküle.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung beruflichen Handlungswissens und die Notwendigkeit, durch praxisnahe Lernfelder ein vertieftes Verständnis über rein schematisches Wissen hinaus zu entwickeln.
2 Auswahl, Begründung und Darstellung des Unterrichtsgegenstandes: Dieses Kapitel arbeitet die physikalischen Grundlagen der Tauwasserbildung heraus und präzisiert diese als zentralen Unterrichtsgegenstand für die Ausbildung.
3 Wahrnehmungs- und Lernpsychologische Voraussetzungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen menschlicher Wahrnehmungsprozesse dargelegt und deren Bedeutung für die Entwicklung von Begriffen und ästhetischer Bildung diskutiert.
4. Ästhetische Berufsbildungsprozesse: Ideenskizze für die Gestaltung einer konkreten Lernsituation am Beispiel des Unterrichtsgegenstandes Tauwasserausfall: Dieses Kapitel skizziert die praktische Umsetzung des Unterrichtskonzepts, inklusive der Schülerplanung, Lernziele und konkreter Erarbeitungsmethoden.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, berufliche Vermittlungsgegenstände nicht auf rein fachliche Inhalte zu reduzieren, sondern als komplexe Zusammenhänge zu begreifen.
Tauwasserbildung, Handlungskompetenz, Berufsbildung, Wahrnehmung, Ästhetik, Unterrichtsgestaltung, Taupunkt, Kondensation, Wassermolekül, Lernfelder, Facharbeit, physikalische Grundlagen, Lernpsychologie, Wissensvermittlung, Transfer.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Handlungskompetenz bei Auszubildenden in Maler- und Lackiererberufen durch die Verknüpfung physikalischer Phänomene mit ästhetischen Bildungsprozessen.
Im Mittelpunkt stehen die physikalischen Ursachen der Tauwasserbildung, deren Relevanz für den Korrosionsschutz sowie die psychologischen Grundlagen menschlicher Wahrnehmung für den Lernprozess.
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie Auszubildende das Phänomen Tauwasser nicht nur als theoretisches Wissen, sondern als verstandene Erfahrung für ihr berufliches Handeln nutzen können.
Es handelt sich um einen pädagogisch-didaktischen Ansatz, der lerntheoretische Konzepte auf eine konkrete Lernsituation (Tauwasserausfall) anwendet und durch eine Ideenskizze veranschaulicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachlich-inhaltliche Auseinandersetzung mit der physikalischen Kondensation und einen didaktisch-methodischen Teil zur Planung von Unterricht, der Wahrnehmung und Reflexion fördert.
Wichtige Begriffe sind Tauwasserbildung, Handlungskompetenz, ästhetische Bildung, Lernfelder und der bewusste Umgang mit Wahrnehmungsinformationen.
Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie Lernende Informationen aus der Umwelt (Bottom-up) mit ihrem bereits vorhandenen Wissen und ihren Erwartungen (Top-down) verknüpfen, was für die Wissensaneignung essentiell ist.
Das Modell dient als direkt wahrnehmbares Experiment, um den Lernenden die Abkühlung und die daraus resultierende Tauwasserbildung veranschaulicht zu machen und als Basis für die Ableitung von Gesetzmäßigkeiten zu nutzen.
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